Nico Schulz - Bereit für die Champions League?

Der nächste Neuzugang ist schon da

von von Marc Basten
Hinter Nico Schulz liegt eine schmerzhafte Saison. In der kommenden Spielzeit will der Ex-Herthaner als ›Quasi-Neuzugang‹ einen neuen Anlauf bei Borussia unternehmen (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hinter Nico Schulz liegt eine schmerzhafte Saison. In der kommenden Spielzeit will der Ex-Herthaner als ›Quasi-Neuzugang‹ einen neuen Anlauf bei Borussia unternehmen (Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Während in diesen Tagen heftig spekuliert wird, wer denn so alles zu Borussia Mönchengladbach wechseln wird, ist ein Neuzugang eher unbeachtet schon da. Nico Schulz wechselte zwar schon im letzten Sommer, doch angekommen ist er noch nicht.

Es mag despektierlich klingen, aber es ist so: Spricht man mit Borussia-Interessierten über Neuzugänge oder die möglichen Aufstellungen für die nächste Saison, so bleibt ein Name so gut wie immer außen vor: Nico Schulz.

Kommt das Gespräch dann doch auf den Ex-Herthaner, heißt es zumeist: ›Ach ja, der ist ja auch noch da‹. Wirklich verwunderlich ist es allerdings nicht, dass niemand den 23-Jährigen so richtig auf dem Zettel hat. Schließlich konnte Nico Schulz bei Borussia nach einer völlig verkorksten ersten Saison noch keinen Eindruck hinterlassen.

Drei Tage, nachdem Borussia Mönchengladbach den Auftakt zur vergangenen Spielzeit mit 0:4 beim BVB in den Sand gesetzt hatte, wurde die kurzfristige Verpflichtung von Nico Schulz bekannt gegeben. In Mönchengladbach sah man sich zu diesem Zeitpunkt gewissen Personalnöten ausgesetzt, nachdem Álvaro Dominguez aufgrund seiner Rückenprobleme zur Behandlung nach Spanien gereist war und auf absehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen würde.

Ein jähes Saisonende nach nur 38 Minuten

So wurde Max Eberl auf dem Transfermarkt nochmals aktiv und lotste Nico Schulz von Hertha in den Borussia-Park. Die Intention war klar: Der U21-Nationalspieler sollte die linke Seite verstärken. Sowohl als Linksverteidiger, als auch im linken Mittelfeld hatte Schulz in Berlin Erfahrungen in der Bundesliga gesammelt.

Schulz hatte zwar die Vorbereitung in der Hauptstadt unter Pal Dardai mitgemacht, doch er musste sich in Gladbach erstmal neu orientieren. Lucien Favre hatte in diesen Wochen zudem andere Probleme, als sich nachhaltig mit der Integration des Neuzugangs zu beschäftigen. Immerhin spielte Schulz beim Champions-League-Auftakt in Sevilla für 18 Minuten und bei Favres letztem Spiel in Köln 20 Minuten.

Dass zu diesen 38 Minuten nicht mehr hinzukamen, lag nicht zwingend an André Schubert, der auf Lucien Favre folgte. Zwar berücksichtige der damalige Interimscoach Schulz in den ersten vier Pflichtspielen unter seiner Regie nicht - es reichte nicht einmal zu einer Kadernominierung - doch letztlich führte eine schwerwiegende Verletzung zum ungeplanten Saisonende.

Zumindest theoretische Perspektiven

Im Testspiel gegen den MSV Duisburg während einer Länderspielpause Anfang Oktober riss sich Schulz das vordere Kreuzband im linken Knie. Als die niederschmetternde Diagnose feststand, wurde vorsichtig eine Ausfallzeit von 6 Monaten prognostiziert. Obwohl Operation und Reha ohne größere Komplikationen verliefen, kehrte er in der nun abgelaufenen Saison nicht mehr auf den Platz zurück.

Wenn Ende Juni die Vorbereitung beginnt, steht auch für Nico Schulz ein Neustart an. Er kennt zwar die Gegebenheiten, aber es hat sich dennoch einiges verändert. André Schubert hat mittlerweile das Spielsystem modifiziert und hier dürften sich zumindest in der Theorie Perspektiven für Schulz ergeben.

Bislang war es nicht klar einzuordnen, ob er nun eher defensiv oder offensiv seine Qualitäten hat. Durch die Umstellung auf die Dreierkette gibt es den ›klassischen‹ Linksverteidiger nicht mehr und im linken Mittelfeld sind beide Fähigkeiten gefragt. Eigentlich müsste Nico Schulz diese Rolle liegen.

Schulz wird sich einordnen und orientieren müssen

Allerdings ist mit Oscar Wendt ein echter ›Platzhirsch‹ vorhanden, der nicht so einfach zu verdrängen ist. Zumal auf den Außenbahnen ohnehin ein ziemliches Gedränge herrscht. Schulz wird sich also zunächst mal einordnen und orientieren müssen. Angesichts der vielen Spiele während der Hinrunde dürften sich normalerweise Gelegenheiten ergeben, in denen Schulz sich zeigen kann.

Bereit für die Champions League ist Nico Schulz noch nicht. Aber es nicht ausgeschlossen, dass er es werden kann. Schließlich ist er zwar schon länger da, aber dennoch ein Neuzugang.

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