Fünfjahresvertrag

Denis Zakaria ist Borusse

von von Marc Basten und Fabian Kirchhofer
Denis Zakaria und Max Eberl am Freitag im Borussia-Park (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Denis Zakaria und Max Eberl am Freitag im Borussia-Park (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Jetzt ist es offiziell! Denis Zakaria von Young Boys Bern wechselt zu Borussia Mönchengladbach. Der 20-Jährige unterschrieb am Freitag einen bis 2022 laufenden Vertrag bei der Fohlenelf.

Am Freitagvormittag fand noch die sportärztliche Untersuchung statt, danach wurde das Arbeitspapier unterzeichnet und alsdann Denis Zakaria offiziell als Borusse vorgestellt. Dass die Gladbacher die Fühler nach dem Nationalspieler der Schweiz ausgestreckt hatten, war bereits seit längerem ein Thema in der Gerüchteküche. Doch es gab noch eine Menge anderer Interessenten, u.a. sollen englische Klubs heftig um die Dienste des 20-Jährigen geworben haben.

Zakaria entschied sich jedoch letztlich für Borussia Mönchengladbach. Der Sohn einer Sudanesin und eines Kongolesen ist in Genf geboren und dort aufgewachsen. Bei Servette Genf wurde er ausgebildet, 2015 wechselte er zu YB Bern. Unter Trainer Adi Hütter fand der 1,91-Hüne seine Rolle im zentralen Mittefeld, wurde auf Anhieb Stammspieler und absolvierte zwei Spielzeiten mit YB in der Super League.

Dabei machte er schnell auf sich aufmerksam. Die für sein Alter erstaunliche Körperlichkeit, gepaart mit einem ansehnlichen Tempo und einer guten Technik waren zu offensichtlich, um darüber hinwegzublicken. Als Box-to-Box Spieler wusste er zu gefallen, mit Zweikampfstärke und Wucht. In der Schweiz charakterisierte man ihn als 'robusten Balljäger' und verglich ihn aufgrund seiner langen Beine - mit denen er die Gegenspieler nervt - mit dem jungen Patrick Vieira. Doch Zakarias Vorbild ist ein gewisser Paul Pogba. »Weil wir dieselbe Spielweise haben, auf derselben Position spielen und einen ähnlichen Körperbau besitzen. Er ist wirklich jemand, der mich beeinflusst hat«, wird er in Schweizer Medien zitiert.

Im Normalfall wird er mit seiner Qualität sofort weiterhelfen

»Meine Stärken sind die Zweikämpfe in der Verteidigung und die Fähigkeit, schnell nach vorne umzuschalten«, so Zakaria weiter. Auch seine Schwächen hat er ausgemacht - er ist bei aller Wucht nicht effizient und torgefährlich genug. Ein Problem, das er mit einigen anderen künftigen Kollegen bei Borussia gemeinsam hat. Gleichwohl wird er im Normalfall mit seiner Qualität sofort weiterhelfen.

Für YB und Servette bestritt er wettbewerbsübergreifend 73 Partien (4 Tore), was für einen 20-Jährigen eine sehr ordentliche Bilanz ist. Auch mit Borussia bekam er es in den Play-Offs zur Champions League im letzten Sommer zu tun. Beim Hinspiel kam er nur zu einem Kurzeinsatz, wo er allerdings zwei, drei sehr auffällige Szenen hatte. Im Rückspiel stand er 90 Minuten auf dem Platz, ging beim 1:6 jedoch mit unter.

Borussia wird für den Schweizer Nationalspieler eine Ablöse von über 10 Millionen Euro bezahlen. Über die Modalitäten wurde zwar wie immer Stillschweigen vereinbart, doch YB-Sportchef Christoph Spycher stellte vor einigen Tagen klar: "Der Spieler hat noch Vertrag bis 2020. Er ist jung. Er ist Schweizer Nationalspieler. So einen lässt man nicht gratis ziehen. Wir werden uns sicher eine Beteiligung bei einem Weitertransfer sichern.«

»Eine unglaubliche Dynamik«

Denis Zakaria passt von den Voraussetzungen perfekt ins Gladbacher Profil. Borussia hat nachgewiesen, für junge Profis aus der Schweiz eine ideale Plattform für den ersten Schritt in eine große Liga zu sein. »Es ist hinreichend bekannt, dass wir mit Schweizer Talenten gute Erfahrungen gemacht haben«, sagte Max Eberl am Freitagmittag bei der offiziellen Präsentation des Neuzugangs im Borussia-Park.

Denis Zakaria wird künftig das Trikot mit der Rückennummer ›8‹ tragen und die Position von Mo Dahoud einnehmen. Doch mehr Vergleiche sind nicht zulässig, betonte Max Eberl. »Denis ist ein ganz anderer Spielertyp«, sagte der Sportdirektor. Man hat sich bewusst für einen neuen Weg entschieden. »Wir wollen was anders machen«, bestätigte Eberl. Bei vielen ›Fußballfeingeistern‹ im Kader, zu denen auch Neuzugang Vincenzo Grifo gehören wird, braucht es einen Kontrast.

»Denis ist ein robuster, sehr schneller und zweikampfstarker Mittelfeldspieler, der unglaubliche Dynamik in die Offensive entwickeln kann«, schwärmte Eberl. »Er hat das, was wir brauchen.« Künftig soll Christoph Kramer in der Zentrale mehr den fußballerischen Aspekt bedienen und Denis Zakaria den Balleroberer und Antreiber geben. »Chris ist einer, der Fußball spielen möchte und Denis ist einer, der dieses Box-to-Box Mittelfeldspiel beherrscht«, so Eberl.

Zakaria wird nicht der letzte Neuzugang sein

Denis Zakaria selbst präsentierte sich offen und locker, auch wenn er sich noch nicht zutraute, die Fragen der Journalisten auf deutsch zu beantworten. Als in Genf geborener Schweizer ist französisch seine Muttersprache. Er sprach von einem »nächsten Schritt« in seiner Karriere und die Vorfreude auf Borussia und, na klar, die tollen Fans und das Stadion.

Max Eberl bestätigte derweil, dass Zakaria nicht die letzte Neuverpflichtung bleiben wird: »Es ist so, dass wir noch was machen werden«. Konkret ist allerdings noch nichts und auch, hinsichtlich welcher Position gesucht (und möglicherweise gefunden) wird, wollte Eberl nichts sagen. »Da gibt es die eine oder andere Personalie, die wir im Kopf haben. Aber mittlerweile ist der Transfermarkt extrem verrückt geworden - da kann noch so viel passieren.«

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