Verdienter Punkt bei Juventus - Dominguez mit Glück

»Das war eine orange Karte«

von von Marc Basten und Jan van Leeuwen
Verdienter Punkt für Xhaka & Co. (Foto: TORfabrik.de)

Verdienter Punkt für Xhaka & Co. (Foto: TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach hat sich im Juventus Stadium einen achtbaren Punkt erkämpft und teilweise auch erspielt. Die Fohlenelf trat beim letztjährigen Finalisten nicht mit einer Mauertaktik an, selbst wenn am Ende keine klare Torchance heraussprang.

Als der schottische Schiedsrichter in Turin nach drei Minuten Nachspielzeit die Partie beendete, atmeten die Gladbacher Borussen sichtlich auf. Der erste Zähler in der Champions League war unter Dach und Fach - und das beim Vorjahresfinalisten.

»Mit einer grandiosen Abwehrleistung haben wir uns diesen Punkt absolut verdient. Wir sind damit auch punktetechnisch in der Champions League angekommen«, sagte Sportdirektor Max Eberl. Die gesamte Mannschaft verteidigte mit großer Leidenschaft, ohne dabei als typisches ›Mauerteam‹ aufzutreten.

»Ermauert hieße ja, dass wir nur hinten drin gestanden und die Bälle weggepöhlt hätten. Wir haben ihn in Notsituationen auch mal weggeschlagen, aber wir hatten auch Stafetten, wo wir Fußball gespielt haben«, unterstrich Eberl. »Alle haben sich geschlossen in den Dienst der Mannschaft gestellt, wir haben kaum was zugelassen gegen einen sehr erfahrenen Gegner. Natürlich hätten wir in einzelnen Situationen bei Ballbesitz noch etwas ruhiger und nicht so hektisch sein müssen. Das wäre der nächste Schritt«.

So sah es auch André Schubert nach seinem ersten Auswärtsspiel in der Königsklasse. »Wir haben uns zu wenig befreit und keine echte Torchance erarbeitet. Da müssen wir uns mehr zutrauen und mit größerem Selbstverständnis von hinten heraus Fußball spielen und nicht so schnell die Bälle verlieren. Deshalb bin ich auch nicht zufrieden mit unserer offensiven Leistung«.

»Es ist schwer, nach vorne zu spielen, wenn wir so intensiv verteidigen«, nahm Álvaro Dominguez seine Kollegen in vorderster Front in Schutz. »Die Stürmer machen einen sehr guten Job und helfen viel«. Dazu kam, dass Juventus defensiv ein echtes Schwergewicht ist. »Sie haben eine unheimliche Physis und da war es nicht leicht für uns, sich durchzusetzen«, sagte André Schubert. »Und da wir nicht so nachrücken konnten, war es schwer für unsere Offensive«.

»Juventus hat viel taktische Qualität«, ergänzte Dominguez, der kurz vor der Pause kräftig durchatmen konnte, nicht die Rote Karte für eine Notbremse gesehen zu haben. Für den Spanier war der Tanz auf der Rasierklinge eine Kann-, aber keine Muss-Entscheidung. »Das war eine orange Karte, aber die gibt es nicht. Er konnte gelb oder rot geben, er hat gelb gegeben«. »Da hatten wir das Glück auf unserer Seite«, meinte Granit Xhaka. »Sonst wäre es sehr schwer geworden«.

So aber erarbeitete sich das Team den ersten Punkt. »Es ist noch alles möglich«, sagte Xhaka und Eberl ergänzte: »Es wäre ein großer Traum, in Europa zu überwintern. Die beiden Leistungen gegen ManCity und jetzt bei Juve lassen den Satz zu, dass wir in der Champions League angekommen sind. Aber wir wollen ja nicht nur ankommen, sondern auch erfolgreich sein. Das wollen wir in den letzten drei Spielen tun. Jetzt kommen zwei Heimspiele und wir haben schon gegen City gezeigt, dass wir im Borussia-Park auch eine ganz große Mannschaft bespielen können«.

Doch noch liegen zwei Wochen und drei Pflichtspiele vor dem neuerlichen Duell mit Juventus. »Ab jetzt gilt alle Konzentration auf Schalke und den Sonntag«, gab André Schubert die Parole aus. Die Champions League muss zunächst wieder hinten anstehen. Auch wenn Borussia gerade dort angekommen ist.

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