Borussen ärgern sich über die vermeidbare Niederlage

»Das tut doppelt weh«

Created by von Marc Basten, Jan van Leeuwen und Fabian Kirchhofer
Auf den Fuß - Luiz Gustavo und Granit Xhaka (Foto: Dirk Päffgen)

Auf den Fuß - Luiz Gustavo und Granit Xhaka (Foto: Dirk Päffgen)

Groß war die Enttäuschung bei den Gladbacher Borussen nach der unglücklichen Niederlage beim VfL Wolfsburg. Zweimal naiv verteidigt, dazu mehrere eigene Chancen liegen gelassen: Die Zutaten eines schmerzhaften Nachmittags.

Am Ende schauten sie alle ein wenig ratlos drein, die Gladbacher Borussen. Wie konnte man dieses Spiel nur verlieren? »Wenn du oben mitspielen willst, geht das so nicht«, grummelte Granit Xhaka.

»Wir haben super angefangen, in den ersten zehn Minuten hoch gepresst - der Plan ist aufgegangen«, sagte Xhaka. Sein Trainer unterstrich: »Die Jungs haben meine Vorgaben von Anfang an umgesetzt. Allerdings haben sie das Spielsystem zunächst etwas zu offensiv interpretiert«.

Wobei der Gegentor-Doppelpack zwischen Minute 15 und 17 nicht ursächlich einer zu offensiven Staffelung geschuldet war. Bei beiden Treffern waren genügend Borussen hinter dem Ball und es gab mehrere Gelegenheiten, den Wolfsburger Angriff zu unterbinden. Letztlich sah Nico Elvedi am Ende einer Kette von Nachlässigkeiten zweimal ganz alt aus.

»Wir kriegen das blöde Gegentor, aber danach müssen wir viel ruhiger agieren«, ärgerte sich Xhaka. »Nicht direkt den Ausgleich suchen, sondern abwarten. Stattdessen bekommen wir direkt den zweiten Treffer - das ist uns schon in Augsburg passiert«. »Wir müssen daraus lernen, aber ich hoffe, dass es nicht zu spät ist«.

Trotz des Doppelschlags der Wölfe war es an diesem Nachmittag in der VW-Arena eigentlich nicht zu spät. Der zeitige Anschlusstreffer von Raffael hielt die Borussen ergebnistechnisch im Spiel. Und nach der Umstellung auf das gewohnte 4-4-2 (Schubert: »Um mehr Sicherheit und Stabilität zu bekommen«) war Gladbach klar tonangebend. »Wir waren die bessere Mannschaft«, erklärte Xhaka. »Wir spielen super Fußball, doch wir nutezn die Chancen nicht. Wir hatten genug, um das Spiel für uns zu entscheiden. Und Wolfsburg hatte nach den beiden Toren keine richtig gute Möglichkeit mehr«.

»Es ist so ärgerlich, wenn du eigentlich so ein gutes Spiel machst und doch verlierst«, so Xhaka weiter. »Das tut doppelt weh«.

Der Ausgleich war bereits beim Pausenpfiff mehr als überfällig, doch Konsequenz und Effizienz im Abschluss fehlten diesmal. Nach Wiederbeginn hatte Lars Stindl noch eine gute Möglichkeit, ehe sich die Borussen am Defensivverbund der Gastgeber immer mehr die Zähne ausbissen.

Die klarste Einschussmöglichkeit hatte noch Thorgan Hazard, der den am Boden liegenden Patrick Herrmann anschoss. Die Situation war äußerst unübersichtlich, denn Wolfsburg Keeper Casteels hatte Herrmann zuvor außerhalb des Fünfmeterraums grenzwertig abgeräumt. »Ich werde von hinten umgehauen und mir hat gehörig der Kopf gedröhnt. Was dann passiert ist, habe ich nicht mitbekommen«, sagte Herrmann.

Ein möglicher Elfmeterpfiff blieb aus, stattdessen gab es Diskussionen hinsichtlich der Eckballentscheidung, die der Schiedsrichter nach Befragung von Patrick Herrmann aber wieder korrigierte. Der hatte aber laut eigenem Bekunden gar nicht gewusst, was der Schiedsrichter von ihm wollte. Immerhin befand Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking das Fairplay von Herrmann als lobenswert.

Die Einwechslung von Herrmann brachte genauso wenig den entscheidenden Impuls, wie die Herreinnahme von Hrgota und Hofmann. Letztlich liefen sich die Gladbacher - bei sichtlich schwindenden Kräften - immer kopfloser fest. »Insgesamt war es ein etwas glücklicher Sieg für uns«, konstatierte Dieter Hecking.

Die Borussen ärgerten sich derweil enorm über die nächste Auswärtspleite. »Wenn du nur zuhause gewinnst und auswärts nicht, dann spielst du nächste Saison nicht international. Dann kannst du das vergessen«, sagte Granit Xhaka.

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