Der Durchbruch lässt auf sich warten

Das Hofmann’sche Dilemma

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Jonas Hofmann TORfabrik.de

Jonas Hofmann war gegen Hoffenheim sehr aktiv, machte sich aber selbst viel kaputt. (Foto: Lars Baron / Bongarts / Getty Images)

Jonas Hofmann gibt auch in dieser Saison viele Rätsel auf. Zuletzt stand er regelmäßig in der Startelf, doch trotz aller Ansätze kommt er einfach nicht voran.

Vor der Saison galt Jonas Hofmann als einer der Profiteure des Trainerwechsels von Schubert zu Hecking. Doch schon in der Vorbereitung deutete sich an, dass es der 25-Jährige wieder einmal schwer haben würde, einen Stammplatz zu ergattern. Auf den Außenbahnen hatten andere Spieler die Nase vorn, auf der zentralen Position überzeugte der Ex-Mainzer in den Tests nicht wirklich.

Dennoch attestierte ihm Dieter Hecking das Potenzial, ein Spieler zu sein, »der den Unterschied ausmachen kann.« Das unterstrich Hofmann nach seiner Einwechslung im Pokalspiel in Essen, als ihm der Ausgleichstreffer gelang, Auch in der Liga kam Hofmann zunächst als Einwechselspieler zum Einsatz, bei seinem Startelfdebüt am 4. Spieltag in Leipzig musste er zur Pause verletzt raus. Immerhin wurde ihm ein Assist gutgeschrieben, weil er einen Elfmeter herausholte.

Auch das zweite Spiel von Beginn an, am 10. Spieltag in Sinsheim, endete für den ehemaligen U21-Nationalspieler frühzeitig. Bereits nach einer Viertelstunde musste er mit einem Innenbandabriss vom Feld. Die Vorrunde war für Hofmann damit schon Ende Oktober gelaufen.

Konsequenz und Mumm im Abschluss fehlen weiterhin

Im neuen Jahr war der wiedergenesene Hofmann - mit Ausnahme der Partie gegen Leipzig - in jedem Spiel dabei. Zunächst wieder von der Bank kommend, seit dem 22. Spieltag fand er sich in fünf von sechs Partien in der Anfangsformation wieder. Mittlerweile gab es also einige Gelegenheiten um zu beurteilen, ob Jonas Hofmann den geforderten Schritt in seiner Entwicklung gemacht hat.

Doch Ende März ist man eigentlich nicht viel schlauer als im letzten Jahr. Schon damals erhielt Hofmann viel Lob für seine unglaubliche Laufbereitschaft und sein Spielverständnis. Doch genauso muss man ihm weiter vorhalten, dass Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stehen. Weiterhin fehlt in letzter Konsequenz der Mumm beim Abschluss, zudem bleibt es dabei, dass er sich zuhauf vielversprechende Ansätze mit flapsigen Ballverlusten zunichtemacht.

Gegen Hoffenheim in Summe zu viele Aussetzer

Zuletzt gegen Hoffenheim war es ein Musterbeispiel für das Hofmann’sche Dilemma. Die Rolle im Mittelfeld im neuen System schien ideal, auch wenn er weiterhin jedem Defensivzweikampf aus dem Weg ging. Im Spiel vorne konnte er sich entfalten, was nicht nur bei der Vorbereitung des Tores von Lars Stindl funktionierte. Auf der anderen Seite warf er mit dem Hintern das um, was er sich zuvor aufgebaut hatte. Das ungeschickte Foul im eigenen Strafraum, das blinde Dribbling in den Schiedsrichter oder der katastrophale Fehlpass vor dem Lattenschuss - das sind in Summe zu viele Aussetzer, als dass man einfach darüber hinwegsehen kann.

Vor der Saison hatten wir prophezeit, dass Hofmann der richtige Durchbruch nicht gelingen wird, wenn er seine vorhandenen Anlagen, ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler zu sein, nicht realisiert und mit allem Nachdruck umsetzt. Aktuell sieht es danach aus, als ob der Schritt dahin weiter auf sich warten lässt. Ob er überhaupt noch erfolgt, hängt einzig und allein von Jonas Hofmann ab.

von Marc Basten

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