Champions League in Barcelona

Das Bonusspiel im Camp Nou

Created by von Marc Basten
André Schubert auf der Pressekonferenz am Montagabend im Camp Nou (Photo by David Ramos / Getty Images)

André Schubert auf der Pressekonferenz am Montagabend im Camp Nou (Photo by David Ramos / Getty Images)

In der Liga rutscht Borussia Mönchengladbach immer tiefer in den Schlamassel und die Lage wird zusehens komplizierter. An Feiertage denkt man in so einer Situation eigentlich nicht, dennoch steht am Dienstag einer an. Borussia spielt im Camp Nou.

Es ist der Höhepunkt der jüngeren Vereinsgeschichte von Borussia Mönchengladbach: Die Fohlenelf tritt in der Champions League im Camp Nou gegen den FC Barcelona an. Im größten Fußballstadion Europas gegen das Team, das seit vielen Jahren den Weltfußball prägt. So sagt Sportdirektor Max Eberl auch mit unverkennbarem Stolz: »Es ist für uns alle fantastisch, dass wir ins Camp Nou dürfen und dort ein Pflichtspiel absolvieren«.

»Wenn ich die Bedeutung der beiden nächsten Spiele nehme, ist Mainz natürlich deutlich wichtiger als das in Barcelona«, schränkt Eberl ein. »Da brauchen wir nicht drumherum zu reden«. Die mittlerweile prekäre Lage in der Bundesliga lässt den Feiertag in der Königsklasse etwas in den Hintergrund treten. Gegen Mainz im Heimspiel am Sonntag sind drei Punkte nötiger denn je und darauf muss das Hauptaugenmerk der Gladbacher liegen.

Zumal der sportliche Wert der Partie in Barcelona eher zweitrangig ist. Die Katalanen stehen als Gruppenerster genauso fest wie die Borussen als Dritter. Da Barca zudem den ›Classico‹ gegen Real in den Knochen hat, ist davon auszugehen, dass Superstars wie Messi oder Suarez kürzertreten werden, Neymar ist ohnehin gesperrt.

Dennoch ist die Bedeutung dieses Abends für Borussia Mönchengladbach nicht wegzudiskutieren. »Wir werden dieses Spiel nicht zur Seite schieben, sondern es genießen«, sagt Eberl. Er verweist auf die Invasion der 7.000 Borussenfans, die in Barcelona erwartet werden. Für die Fans ist und bleibt es einmaliger Feiertag, zumal Borussia ja das sportliche Ziel, das Überwintern in Europa, gesichert hat. »Wir wollen dort bestmöglich aussehen«, sagt Eberl. »Und uns dann auf Mainz konzentrieren«.

Für die zuletzt so arg gebeutelten Gladbacher Profis könnte dieses Bonus-Spiel ohne Druck sogar zum richtigen Zeitpunkt kommen. »In Barcelona können wir alles ausblenden«, sagt Christoph Kramer. »Da können wir uns drauf freuen und befreit aufspielen. Einfach mal richtig Spaß am Fußball haben und das auch zeigen«.

Nicht nur an diesen Worten von Kramer ist erkennbar, welchen Rucksack jeder einzelne Borusse durch die erfolglosen Wochen in der Bundesliga mittlerweile mit sich herumschleppt. Als die Mannschaft am Mittwoch kurz vor Mittag in Düsseldorf mit dem Sonderflug in Richtung Barcelona abhob, war die Stimmung längst nicht so relaxed wie bei den vorherigen Europacupreisen.

Trainer André Schubert muss derweil abwägen, wie er die Partie in Barcelona mit Hinblick auf Mainz angeht. Macht es Sinn, einige Akteure zu schonen (Lars Stindl fehlt gesperrt, reiste aber mit nach Barcelona) oder kann ein unbelastetes Spiel an einem Dienstag im Camp Nou für Sonntag gegen Mainz sogar richtig hilfreich sein?

Am Montagabend bei der Pressekonferenz in Barcelona ließ sich der Coach nicht in die Karten blicken. »Mainz ist ohne Frage ein sehr wichtiges Spiel. Es ist immer eine Sache der Gemengelage, wie der Gegner spielt, wie die Belastung bei den einzelnen Spielern ist«.

Die Bedeutung des ersten Auftritts von Borussia Mönchengladbach im Camp Nou ist jedenfalls klar: »Es ist etwas außergewöhnliches für den ganzen Verein«, sagte Schubert. »Es geht um sehr viel, wir spielen gegen eine der weltbesten Mannschaften und müssen uns einiges einfallen lassen. Wir haben großen Respekt vor dem Gegner, wir wollen aber auch mutig spielen, sofern das im Camp Nou möglich ist. Wenn man hier spielt, muss man in aller Regel viel und sehr gut verteidigen. Aber wir gehen ohne Angst in diese Partie«.

Die Gladbachfans werden von ihrer Mannschaft jedenfalls einen beherzten Auftritt erwarten. Schon am Montag waren die zahlreichen Anhänger der Fohlenelf in Barcelona nicht zu übersehen.

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