Borussia überzeugt nach der Pause

»Dann ging es Schlag auf Schlag«

Created by von Nadine Basten und Marc Basten
Torschütze Lars Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Torschütze Lars Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Durchatmen bei den Gladbacher Borussen nach der erfolgreichen Erfüllung der Pflichtaufgabe beim FC St. Pauli. »Mühevoll, aber verdient«, so lautete das Fazit von Sportdirektor Max Eberl.

»Wir wussten, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde«, sagte ein sichtlich geschaffter, aber gleichwohl glücklicher Lars Stindl nach den intensiven 90 Pokalminuten am Millerntor. »St. Pauli war schon im Rhythmus und angesichts der Stimmung hier im Stadion war es ein richtig schweres Auswärtsspiel. Aber wir haben die Aufgabe erfüllt«.

Das gelang auch deshalb, weil Lars Stindl bei seinem ersten Pflichtspiel für die Fohlenelf gleich mit einem Doppelpack und einer Vorlage glänzte. Und das, obwohl er als Sechser neben Xhaka agierte und nicht, wie zuletzt in den Testspielen, als zweite Spitze.

Seinen persönlichen Traumeinstand bei Borussia wollte der Ex-Hannoveraner gar nicht an die große Glocke hängen. Ganz bescheiden stellte er den Teamerfolg über alles. »Wir wollten gewinnen und die zweite Runde erreichen, das ist uns gelungen. Aber wir hatten in der ersten Halbzeit unsere Schwierigkeiten«.

Die gab es vor allem deshalb, weil den Borussen in der gegnerischen Hälfte die Handlungsschnelligkeit abging. »Wir haben einfach zu langsam gespielt«, konstatierte Sportdirektor Max Eberl. »Pauli hat eine riesige Laufbereitschaft an den Tag gelegt und uns fehlte das Tempo«, ergänzte Tony Jantschke. »Wir haben zu wenig gemacht, hatten nur zwei Schüsse«.

»Sie machen ein schönes Tor, das war verdient«, ordnete Jantschke das Gegentor sogar als folgerichtig ein. Wobei es eher ein Geschenk der Gladbacher in Form mehrerer Nachlässigkeiten war. Jedenfalls herrschte am Millerntor bei Halbzeit die gefürchtete Pokalatmosphäre, bei der mancher Bundesligist ins Grübeln gekommen wäre.

Bei den Borussen war dies zum Glück nicht der Fall. Es gab aber auch keine wilde Kabinenansprache, wie manche Beobachter ob der deutlichen Leistungssteigerung der Gladbacher im zweiten Durchgang mutmaßten. »Du musst ein paar Sachen korrigieren als Trainer«, sagte Lucien Favre. »Manchmal klappt das, manchmal nicht. Aber es war nicht wegen dieser Korrektur, die Spieler haben besser gespielt, mit mehr Tempo, einfacher, die Pässe waren schärfer. Das hat den Unterschied gemacht«.

»Der Trainer hat in der Pause gesagt, dass wir einfach zu langsam gespielt haben«, sagte Tony Jantschke. »Als wir in der zweiten Halbzeit das Tempo angezogen haben, hat man gesehen, über welche Qualitäten wir verfügen. Wir hatten Torchancen und dann ging es Schlag auf Schlag«.

Ibrahima Traoré war nicht zu halten (»Ich versuche immer, in die Situationen zu kommen«), er bereitete den Ausgleich durch Stindl vor und traf auf seine schon gewohnte Art und Weise nach perfektem Zusammenspiel mit Stindl zum 2:1. Nach hinten heraus, mit der Führung im Rücken, brachten die Borussen den Sieg souverän über die Zeit.

»Es war mühevoll, aber verdient«, meinte Max Eberl, der bei all dem Lob für Traoré und Stindl mit Nachdruck darauf hinwies, wie gut sich die beiden Debütanten Marvin Schulz und Andreas Christensen in der Innenverteidigung schlugen. »Es ist schon bemerkenswert, dass die beiden Jungs in ihrem ersten Pflichtspiel bei so einem Publikum fehlerfrei gespielt haben. Sie haben ihre Chance genutzt«.

Auch der ›alte Hase‹ Tony Jantschke zeigte sich beeindruckt. »Sie haben Qualität, die brauchen wir«, sagte er über seine neuen Nebenleute. »Es ist klar, dass die beiden noch viel lernen müssen. Vor allem hinten zu sprechen«. Ob Schulz und Christensen auch am Samstag im lauten Westfalenstadion erste Wahl sein werden, bleibt offen. »Es ist schon was anderes, wenn Reus und Aubameyang auf dich zugelaufen kommen«, orakelte Max Eberl. »Die Woche ist kurz, mal sehen, wer Samstag spielt«, blockte Lucien Favre alle Spekulationen ab.

Zunächst einmal kann die Pflichtaufgabe St. Pauli abgehakt werden. Und nach der Rückkehr aus Hamburg geht es mit der Vorbereitung für Dortmund weiter - mit einem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im Rücken.

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