Nachdreher zum Pokalsieg über die Bayern

Weil sie es können: Borussen zerlegen Bayern in Einzelteile

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Wie im Rausch - die Borussen feiern Schützenfest gegen die Bayern (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach kickt den FC Bayern mit 5:0 aus dem Pokal – und das auch in dieser Deutlichkeit verdient. Es war ein historischer Abend im Borussia-Park, den weder die Gladbacher, noch die Bayern in dieser Form erwartet hätten.

Gladbach macht in Berlin aus seiner Überlegenheit nichts und schleicht am Ende als bedröppelter Verlierer vom Platz, die Bayern ballern derweil seit Wochen die Liga und Europa zusammen. Dass das Pokalspiel zwischen diesen Mannschaften am Ende 5:0 ausgeht, erscheint folgerichtig. Mehr als nur überraschend war allerdings der Umstand, dass nicht die Bayern den nächsten x-beliebigen Kantersieg einfuhren, sondern dass der Rekordmeister und -pokalsieger von der Borussia demontiert wurde.

Es war ein vollkommener Abend für die Borussen, die mit der ersten Chance nach zwei Minuten in Führung gingen. Dieser Treffer war bezeichnend für das ganze Spiel: Koné schnappte sich einen halbgaren Pass von Davies, suchte direkt den Weg in die Gefahrenzone und blieb konzentriert in der Situation – inklusive der präzisen Vollendung. Das war ein Produkt aus Wachsamkeit, Aggressivität, spielerischer Klasse und auch ein wenig Glück. Danach gaben die Borussen richtig Gas und der Spielzug zum 2:0 durch Bensebaini war atemberaubend. »Weltklasse«, so titulierte nicht nur Adi Hütter die Art und Weise, wie die Gladbacher dieses Tor herausgespielt haben.

Thomas Müller: »Es ist eine Schmach für uns«

Die Borussen blieben bissig, waren immer einen Schritt schneller als die Bayern und ließen den Ball mit einer grandiosen Selbstverständlichkeit laufen. »Das war heute wie im Rausch«, sagte Jonas Hofmann anschließend. Die Münchener wirkten derweil völlig konsterniert ob der Performance der Fohlenelf. »Wir wurden zerpflückt von A-Z«, meinte ein regelrecht geschockter Thomas Müller. Die erfolgsverwöhnten Bayern bekamen kein Bein an den Boden und waren mit dem 3:0 nach zwanzig Minuten sogar noch gut bedient. »Es ist eine Schmach für uns«, fasste Müller das Geschehen aus Münchener Sicht treffend zusammen.

»Die ersten zwanzig Minuten – ich kann mich nicht erinnern, dass ich sowas Gutes von einer Mannschaft von mir schonmal erlebt habe«, sagte Adi Hütter. Fast genauso bemerkenswert wie der Auftritt in der Anfangsphase war die Tatsache, dass die Borussen nach diesem Rausch in Bezug auf Schärfe und Anlaufen keinen Gang herunter schalteten. Sie erstickten die Münchener Versuche, irgendwie ins Spiel zurückzukommen, weiterhin im Keim. »Wir haben herausragend verteidigt«, lobte Sportdirektor Max Eberl. »Und dazu sehr, sehr gut Fußball gespielt. Ich denke, dass wir die Bayern wirklich beeindruckt haben.«

Die Borussen haben die Bayern nicht nur geschlagen, sondern mit 5:0 in alle Einzelteile zerlegt

Mit einem hoch verdienten 3:0 ging es in die Pause, doch im Borussia-Park war neben grenzenlosem Erstaunen auch zu spüren, dass die Sache noch nicht gelaufen war. Dafür kennt man die Bayern – aber eben auch die launische Diva Borussia, einfach viel zu gut. »Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, genau da weiter zu machen, wo wir aufgehört haben, damit wir nicht hinten reingedrückt werden«, sagte Jonas Hofmann. Und es funktionierte. Mit dem Doppelpack von Embolo (51. / 57.) bauten die Borussen den Vorsprung aus und verdeutlichten den Bayern, dass an diesem Abend für sie nichts zu holen sein würde.

Dass die Münchener nach hinten raus dennoch einige Möglichkeiten hatten, aber jeweils an einem gut aufgelegten Yann Sommer scheiterten, passte ins Bild. »Es war ein großartiger Abend und eine großartige Leistung der Mannschaft«, sagte Max Eberl. Vor allem der Umstand, dass Borussia nicht irgendwie mit viel Dusel gewonnen hat, sondern schlichtweg einfach klar besser war als diese topbesetzte Bayern-Mannschaft, macht diesen Sieg so imposant. Die Borussen haben die Bayern nicht nur geschlagen, sondern mit 5:0 in alle Einzelteile zerlegt. Weil sie es können.

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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