Vor dem Spiel gegen Frankfurt

Mit sehr dünner Personaldecke gegen die Eintracht

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Tobias Sippel wird gegen die Eintracht sein erstes Saisonspiel in der Liga bestreiten (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach muss im Topspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr)auf mindestens sechs Spieler verzichten. Das wird zwangsläufig zu Anpassungen auf dem Feld führen müssen.

Die Personaldecke von Borussia Mönchengladbach wird zusehends dünner. Da sind zum einen die Langzeitausfälle Florian Neuhaus, Ko Itakura und Hannes Wolf. Auch wenn Neuhaus und Itakura in dieser Woche mal bei Laufübungen auf dem Trainingsplatz zu sehen waren, ist mit allen dreien vor der WM-Pause nicht mehr zu rechnen. Zu ihnen gesellen sich seit Dienstagabend zwei weitere Spieler, die für die Fohlen eigentlich unverzichtbar sind: Jonas Hofmann und Yann Sommer.

Hofmann erlitt in Darmstadt eine Schultereckgelenksprengung, zum Glück aber ohne Knochenbeteiligung. Das heißt, dass der Nationalspieler nicht operiert werden muss. Borussias Trainer Daniel Farke äußerte daher die Hoffnung, dass Hofmann möglicherweise vor dem Break im November nochmal zum Einsatz kommen könnte. »Wir müssen abwarten, wie sich das vom Schmerzempfinden her entwickelt«, so Farke am Freitag. Aber eine realistische Chance besteht - auch was die WM-Teilnahme von Hofmann betrifft.

»Schwierig zu prognostizieren« - Ausfallzeit von Sommer ungewiss

Noch deutlich unklarer ist die Situation bei Yann Sommer. Der Goalie erlitt einen Bänderriss und auch die Kapsel im Sprunggelenk ist beteiligt. »Es werden gerade noch weitere Untersuchungen vorgenommen«, so Farke. »Es ist schwierig zu prognostizieren, wie sich das in den nächsten Wochen entwickeln wird«. Klar ist, dass Sommer bis auf Weiteres von Tobias Sippel vertreten werden wird. Obwohl der 34-jährige Keeper in Darmstadt das letztlich entscheidende Gegentor mit seinem Fehlpass eingeleitet hatte, sprach Farke ihm nachdrücklich das Vertrauen aus.

Dennoch ist es natürlich ein Unterschied, ob Sommer oder Sippel zwischen den Pfosten steht. Der Ex-Lauterer gilt zwar gemeinhin als einer der besten Ersatzkeeper der Liga, aber er muss halt auch für einen Torwart einspringen, der beständig auf extrem hohen Niveau agiert. Sippel ist zwar reaktionsschnell auf der Linie und fußballerisch ordentlich - gerade im Vergleich zu anderen Keepern, die aus der ‘Gerry-Ehrmann-Schule’ in Kaiserslautern kommen -, aber als mitspielender Torwart reicht er längst nicht an das Niveau von Yann Sommer heran.

Sippel im Aufbauspiel nicht überfrachten

Sippel neigt hier und da zu leicht verrückten oder chaotischen Aktionen, was manchmal spektakulär aussieht, manchmal aber auch gehörig in die Hose geht. Dafür kann Sippel gegenüber Sommer mit seinen Abschlägen punkten - die sind extrem lang und wenn sich Marcus Thuram gegen Frankfurt darauf einstellt, könnte das eine Waffe sein. Beim in Gladbach eigentlich präferierten flachen Aufbauspiel wird man sich allerdings umstellen müssen. Sommer ist ein fester Bestandteil als Anspielstation und Ballverteiler - damit wird man Sippel nicht überfrachten dürfen. Definitiv werden die Innenverteidiger und Sechser gegen Frankfurt mehr Verantwortung übernehmen müssen.

Da trifft es sich ganz gut, dass der ballsichere Christoph Kramer aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest eine Alternative für den Kader ist. Der 30-Jährige trainierte am Freitag erstmals wieder vollständig mit dem Team. Sollte sein Körper die Belastung verkraftet haben, dürfte Kramer wieder dabei sein. »Ich bin da positiv, weil seine Pause nicht so lang war und er nicht viel an Substanz verloren hat«, sagte Farke. Kramer hatte sich im Derby einen Bänderteilriss zugezogen und fehlte in Wolfsburg und Darmstadt. Beginnen wird er gegen Frankfurt wohl eher nicht, sodass die offensive Dreierreihe wie schon in der zweiten Halbzeit in Darmstadt von Ngoumou, Stindl und Plea gebildet werden dürfte.

Lainer fehlt mit Magen-Darm-Infekt

Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass Ramy Bensebaini wieder für Luca Netz ins Team kommen und seine linke Abwehrseite besetzten wird. Rechts ist und bleibt Joe Scally erste Wahl, auch weil sein Konkurrent Stefan Lainer weiterhin nicht richtig auf die Beine kommt. Nachdem er zuletzt beim Kurzeinsatz im Derby beim Gegentor schlecht ausgesehen hatte, setzt den Österreicher nun ein Magen-Darm-Infekt außer Gefecht. Borussia geht also mit einer sehr ausgedünnten Personaldecke in das Spiel gegen die Eintracht, die Farke als »aktuell formstärkste Mannschaft Deutschlands« bezeichnet. »Es wird eine herausfordernde Aufgabe, auf die wir uns aber sehr freuen.«

 

von Marc Basten

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