Vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim

Letzte Ausfahrt Hoffenheim - Borussia droht Platz 16

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Aufbauarbeit ist gefragt - Adi Hütter und Yann Sommer (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach tritt zum Abschluss einer verkorksten Hinrunde bei der TSG Hoffenheim an (Samstag, 15.30 Uhr). Die Kraichgauer sind die Mannschaft der Stunde, während den Borussen ein Überwintern auf dem Relegationsplatz droht.

Sorgenfrei unter dem Weihnachtsbaum sitzen - dieses Vorhaben war in Nuller-Jahren stets ein großes Ziel für die Fangemeinde von Borussia Mönchengladbach. Sehr oft war einem das nicht vergönnt, krebste die Borussia doch stets irgendwo in den Gefilden herum, in denen es ungemütlich zuging. Das änderte sich nach dem Klassenerhalt 2011 - man gewöhnte sich in Gladbach daran, die Festtage auf einem lauschigen Plätzchen im oberen Tabellendrittel zu verbringen. In diesem Jahr fühlt man sich dagegen an finstere Zeiten zurückerinnert, denn wenn es richtig blöd läuft, verbringt Borussia den Jahreswechsel auf dem Relegationsplatz.

»Wir waren auf einem guten Weg«, sagte Trainer Adi Hütter am Freitag nach dem Abschlusstraining. »Aber an den letzten vier Spieltagen haben wir uns sehr viel wieder kaputt gemacht.« Vier Niederlagen in Folge, dabei 17 Gegentore - das ist die Horrorbilanz der letzten Schreckenswochen. »Wir haben natürlich an den Niederlagen zu knabbern, keine Frage«, so Hütter. »Trotz allem ist wie bei jedem Spiel die Zuversicht da«. Der Österreicher setzt weiter auf den Faktor Besonnenheit und versucht seiner Mannschaft den Rücken zu stärken. »Das Spiel gegen Frankfurt war ja grundsätzlich in Ordnung und eine Steigerung. Wir haben aber zu viele leichte individuelle Fehler gemacht.«

Hoffenheim ist der exakte Gegenentwurf zur Verfassung der Borussia

Das darf sich gegen Hoffenheim auf keinen Fall in dieser Form wiederholen, sind die Kraichgauer doch im Moment nicht nur für Adi Hütter »die Mannschaft der Stunde«. Also exakt der Gegenentwurf zur Fohlenelf. »Wir müssen alle anpacken und zusammen helfen, ein positives Ergebnis zu erreichen«, sagte der 51-Jährige. Angesichts der Verfassung in den letzten Wochen klingt es ein wenig wie das Rufen im Walde - aber was soll Hütter auch sonst machen? Es geht darum, zumindest den Absturz auf den Relegationsplatz zu vermeiden und sich dann in der Winterpause neu zu ordnen. Hütter sagte, er befinde sich »im ständigen Austausch« mit Sportdirektor Max Eberl, was die Aufarbeitung der Hinrunde betrifft. Dass es Veränderungen im Kader geben wird, gilt mittlerweile als beschlossene Sache. Doch vorher müssen es die Spieler richten, die momentan zur Verfügung stehen.

Das ist zum einen Kapitän Lars Stindl, der nach seiner Gelbsperre wieder zurück ist. Dafür müssen die Borussen auf Manu Koné verzichten, der am Mittwoch gegen die Eintracht die 5. Gelbe Karte erhielt. Dazu wird auch Nico Elvedi weiter ausfallen - der Schweizer laboriert immer noch an einem Magen-Darm-Infekt und steht nicht zur Verfügung. Das verkompliziert für Hütter die Besetzung der Abwehr, die sich ja ohnehin als extrem anfällig gezeigt hat. Am Freitag ließ der Coach offen, ob er es bei der Dreierkette aus dem Frankfurt-Spiel belassen wird. Einerseits klappte es da mit Zakaria in der Kette nicht sonderlich gut, andererseits wäre eine Viererkette aufgrund der fehlenden Alternativen an ‘echten’ Innenverteidigern neben Ginter auch nur eine zusammen gebastelte Variante. Im Mittelfeld spricht vieles dafür, dass Christoph Kramer die Koné-Position übernehmen wird.

Wie dem auch sei - die Borussen müssen sich zusammenraufen und irgendwie etwas Zählbares aus Sinsheim mitnehmen. Direkt nach dem Spiel geht es für alle in den kurzen Weihnachtsurlaub. Noch im alten Jahr - genauer am 29. Dezember - startet die Vorbereitung auf die Rückrunde. Offen ist, mit welchem Personal Hütter dann weiter arbeiten wird. Doch zunächst sind ohnehin nur die letzten 90 Minuten des Jahres 2021 von Bedeutung. Eine fünfte Niederlage in Serie würde nicht nur die Weihnachtstage versauen.

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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