Vor dem Spiel gegen den FC Augsburg

Hütter: »Natürlich blicken wir der Realität ins Auge«

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Adi Hütter - positiv bleiben im Abstiegskampf (Foto: Lukas Schulze / Getty Images)

Vor dem Sechs-Punkte-Spiel gegen den FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) ist sich Borussias Trainer Adi Hütter der Bedeutung der Aufgabe bewusst. Doch noch meidet der Österreicher das Wort ‘Abstiegskampf’ - er will zuversichtlich und positiv bleiben. Viel mehr bleibt ihm auch nicht.

Der Blick auf die Tabelle lässt im Moment keine zwei Meinungen zu. Borussia Mönchengladbach steckt mitten im Abstiegskampf. Die Lage ist bedrohlich, aber natürlich nicht hoffnungslos. Nachdem sich die Mannschaft zuletzt stabiler präsentierte, gibt es durchaus Anlass zur Annahme, dass sie Mittel und Wege finden wird, den Super-Gau zu verhindern. Doch dazu braucht es langsam aber sicher Erfolgserlebnisse, die sich nachhaltig auf dem Punktekonto bemerkbar machen.

Von daher ist das Gastspiel des FC Augsburg im Borussia-Park tatsächlich besonders wichtig. Die Fuggerstädter stehen einen Zähler hinter den Fohlen - auf dem Relegationsplatz. Mit dem bitter nötigen zweiten Sieg in der Rückrunde könnten die Gladbacher den Gegner distanzieren und angesichts des folgenden Auswärtsspiels in Dortmund Selbstvertrauen tanken. Die Gefahr, dass man im Falle einer neuerlichen Heimniederlage am Ende des Spieltags selbst auf dem Relegationsplatz landet, ist jedoch allgegenwärtig.

»Es ist in unserer Situation ohne Frage ein ganz wichtiges und bedeutsames Spiel«

Für Adi Hütter geht es also darum, seiner Mannschaft die Bedeutung der Partie einzutrichtern, sie gleichzeitig aber nicht zu überfrachten und das ohnehin so fragile Gebilde durch Panikmache noch instabiler werden zu lassen. Deshalb vermeidet es der 51-Jährige weiterhin, das Wort ‘Abstiegskampf’ zu benutzen. »Natürlich blicken wir der Realität ins Auge«, sagte er am Donnerstag bei der turnusmäßigen Pressekonferenz vor einem Bundesligaspiel. »Aber wir bewahren dennoch die Ruhe. Es ist trotz der schwierigen Situation wichtig, zuversichtlich und positiv zu bleiben.«

»Es ist in unserer Situation ohne Frage ein ganz wichtiges und bedeutsames Spiel«, so Hütter weiter. »Es wird sicherlich sehr kampfbetont, auch weil Augsburg das anbietet. Diesen Kampf müssen wir annehmen und dann mit unserer spielerischen Klasse den Bock umstoßen.« Dieses Vorhaben soll aller Voraussicht nach mit dem gleichen Personal umgesetzt werden, das am letzten Wochenende auf der Bielefelder Alm Remis gespielt hat. Zumal Hütter an seinem nicht unumstrittenen System mit Dreierkette festhalten will.

»Wir haben im Moment auf der Sechs nur wenige Alternativen«

Die letzten beiden Spiele brachten eine »gewisse defensive Stabilität« nach der vorherigen Gegentorflut. Die will der Trainer nicht riskieren, um irgendwelche personellen oder taktischen Experimente einzugehen. Im defensiven Mittelfeld wird erneut Florian Neuhaus erste Wahl sein. Hütter lobte Neuhaus für seine Einstellung und wie er die Herausforderung annimmt. Aber das muss er auch. »Wir haben im Moment auf der Sechs nur wenige Alternativen«, sagt Hütter. Zakaria spielt und trifft mittlerweile für Juve und Kramer hat sich nach einem langwierigen grippalen Infekt letzte Woche mit Corona infiziert. Kramer gehe es zwar gut, so Hütter, doch noch seien die Tests positiv. Für Samstag dürfte es daher nicht reichen - schon gar nicht für die Startelf.

Auf der ‘Doppelzehn’ ist Jonas Hofmann gesetzt, dazu überzeugte Alassane Plea auf der Alm in dieser Rolle. Ganz vorne bleibt es wohl bei Breel Embolo, auch wenn dessen ‘Knipser-Qualitäten’ überschaubar sind. Als weitere Option könnte Marcus Thuram mal dort eingesetzt werden, doch nach den Eindrücken der letzten Monate sind Zweifel angebracht. Auch wenn Hütter den Franzosen in Schutz nimmt und seine Trainingsarbeit lobt. »Ihm kommt unsere aktuelle Grundordnung nicht unbedingt zugute, dennoch ist er auf dem richtigen Weg.« Ob auch Borussia auf dem richtigen Weg ist, wird sich am Samstag ab 15.30 Uhr zeigen. »Es wäre sehr wichtig, mal selbst in Führung zu gehen«, so Hütter. »Ich könnte mir vorstellen, dass dann der Knoten aufgeht.«

 


von Marc Basten

 

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