Vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund

Endet die Gladbacher Horrorserie gegen den BVB?

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Marco Rose hat bislang dreimal in der Liga mit Gladbach gegen Dortmund verloren. (Foto: Sascha Steinbach / Pool / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach trifft am Freitagabend (20.30 Uhr / live im ZDF) zum Rückrundenauftakt auf Borussia Dortmund. Der BVB gewann die letzten elf Bundesligaspiele gegen die Fohlenelf. Endet die Horrorserie endlich?

Es ist eine schreckliche Bilanz, die über dem Borussenduell schwebt und es ist wirklich an der Zeit, dass diese Horrorserie endet. Und da beim BVB nach dem Rauswurf von Lucien Favre unter Nachfolger Edin Terzić noch einiges im Argen liegt, scheint der Zeitpunkt günstig. Wären da nicht die hausgemachten Probleme bei den Fohlen.

Das große Thema ist nach wie vor die diffuse Geschichte um Breel Embolo und seinen nächtlichen Ausflug nach Essen. Der Schweizer hält nach wie vor an seiner Version fest, nicht auf der fraglichen Party gewesen und nur zufällig in den Polizeieinsatz geraten zu sein. Die Polizei Essen wiederum gibt gegenüber DPA und SID Details bekannt, die dieser Darstellung widersprechen. Auch wenn es offenkundig bislang keinen Beweis gibt, dass Embolo Partygast und dass er derjenige war, der über das Dach des Gebäudes geflüchtet ist, so lassen die Indizien Embolos Version der Geschichte dennoch sehr fragwürdig erscheinen.

»Die Position zu unserem Spieler hat sich nicht verändert«

Bei Borussia schenkt man den Aussagen des 23-Jährigen weiterhin Vertrauen. »Wir glauben Breel«, sagte Trainer Marco Rose am Donnerstag und bestätigte, dass der Schweizer - nachdem die turnusmäßigen Corona-Tests negativ ausgefallen sind - im Aufgebot für das Dortmundspiel steht. »Er hat die Situation, so wie sie ist, grundsätzlich zu verantworten«, sagte Rose. »Das ist nicht gut für uns, weil wir uns gern auf Fußball konzentrieren wollen. Die Position zu unserem Spieler hat sich aber nicht verändert.«

Wie es aussehen würde, wenn sich im weiteren Verlauf herausstellen sollte, dass Embolo nicht die Wahrheit sagt, wollte Rose nicht kommentieren. »Was wäre, wenn es nicht so wäre? Das sind zwei Konjunktive«. Doch Rose stellte auch klar, dass ein Vertrauensvorschuss grundsätzlich keine Einbahnstraße ist. »Vertrauen ist natürlich ein wichtiger Faktor in der täglichen Zusammenarbeit«, so der 44-Jährige. »Und jeder Vertrauensbruch bedeutet dann Auswirkungen auf das Miteinander.«

Marcus Thuram kehrt nach Sperre zurück

Da sich die Polizei Essen mit ihren öffentlichen Stellungnahmen sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat und Embolo wohl - so wie es Marco Rose andeutet - rechtlich beraten lässt, dürfte die Sache für alle Beteiligten noch nicht ausgestanden sein. Im Moment sieht es jedenfalls so aus, als ob Breel Embolo am Freitagabend seinem Beruf nachgehen wird.

Wenn er denn zum Einsatz kommen sollte, wird Embolo sicher ganz froh darüber sein, dass das Borussenduell vor leeren Rängen stattfindet. Ähnlich dürfte sich auch Marcus Thuram fühlen, der nach seiner Sperre wieder mitwirken darf. Die zu erwartenden Reaktionen der Gästefans bleiben den ›Sündern‹ erspart. Thuram hat dennoch einiges mitgenommen aus den letzten Wochen. »Ihm hat die Geschichte zugesetzt und wir haben auch gesagt, dass es da nichts schönzureden gibt«, erklärte Rose. »Es tut ihm immer noch leid und ich hoffe, dass er daraus lernen wird. Das ist für so einen jungen Kerl das Wichtigste.«

»Thuram muss ranklotzen, um sich dauerhaft wieder als Stammspieler im Team einzufinden«

Aber Rose fordert auch eine Reaktion von Thuram auf dem Platz. »Ich erwarte von ihm, dass er sich reinhaut und hoffe, dass er gut Fußball spielt und sich den Kredit, den er zweifelsfrei verloren hat, wieder zurückholt. Wir unterstützen ihn dabei.« Wobei Rose auch nochmals deutlich machte, dass Thuram keineswegs automatisch gesetzt ist. »Er weiß, dass wir ohne ihn erfolgreiche Spiele bestritten haben. Er muss ranklotzen, um sich dauerhaft wieder als Stammspieler im Team einzufinden.«

Mit Thuram und Embolo hat Rose in der Offensive wieder die dringend benötigen Alternativen, dazu wird auch Zakaria im Mittelfeld eine Option sein. Der Schweizer war gegen Bremen in der Schlussphase leicht angeschlagen, aber Rose konnte Entwarnung geben. So fehlt neben Youngster Rocco Reitz nur Valentino Lazaro. Borussias Trainer will den guten Lauf seiner Mannschaft auch gegen den BVB nutzen. »Wir haben in 2021 zehn Punkte aus vier Spielen geholt und sind in einer guten Verfassung. Wir können und wollen uns oben festsetzen. Die Jungs machen einen guten Eindruck, aber wir müssen es natürlich auch auf den Platz bringen. Morgen können wir auch tabellarisch wieder in Regionen stoßen, wo wir gerne hinwollen«. Und endlich diese Horrorserie beenden.

 


von Marc Basten

 

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