Vor dem Spiel gegen Bayern München

»Man muss auch mit Rückschlägen umgehen können«

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Marco Rose und die Borussen empfangen den FC Bayern (Foto: Stuart Franklin / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach trifft am Freitagabend (20.30 Uhr) im leeren Borussia-Park auf Bayern München. Wie befürchtet wird Valentino Lazaro nicht zur Verfügung stehen – der Österreicher hat sich eine »strukturelle Muskelverletzung« zugezogen.

Stellt euch vor, die Bayern kommen und keiner geht hin. Erstmals in der coronabedingten Geisterspielära gibt sich der Rekordmeister die Ehre, im Borussia-Park aufzulaufen. In jenem Stadion, wo er in den letzten Jahren einige Male ins Stolpern geriet bei einer Mannschaft, die sich – ganz zaghaft – sogar als Angstgegner der Münchener bezeichnen lassen darf. Sofern es für die Titel-Abräumer aus Bayern überhaupt so etwas geben kann. Jedenfalls wird den Gladbachern am Freitagabend die Unterstützung der Fans abgehen und damit gerade in dieser Partie ein Faustpfand fehlen. Dass der Heimvorteil in Zeiten von leeren Stadien kein solcher mehr ist, lässt sich mittlerweile auch statistisch belegen.

Der 12. Mann fehlt den Borussen im Traditionsduell und auch Leihspieler Valentino Lazaro wird gegen die Bayern keine Unterstützung bringen können. Der Österreicher, der sich beim Aufwärmen in Bielefeld verletzt hatte, wird der Borussia länger fehlen. »Wir haben jetzt nochmal eine Untersuchung gemacht und eine strukturelle Verletzung festgestellt«, erklärte Trainer Marco Rose am Mittwoch. »Da muss man sehen, wie lange das dauert«. Zum zweiten Mal setzt Lazaro eine Muskelverletzung außer Gefecht. »Das ist natürlich sehr schade für den Jungen und auch für uns«, so Rose. »Weil Tino schon einen großen Mehrwert für uns haben könnte.«

Zakaria »könnte uns natürlich auch gegen Bayern München viel geben«

Einen Mehrwert hat ohne Zweifel auch Alassane Plea, der in den letzten beiden Pflichtspielen des alten Jahres fehlte und in Bielefeld im zweiten Durchgang eingewechselt wurde. »Lasso ist definitiv ein Kandidat für die Startelf«, sagte Rose. »Er hat jetzt wieder Rhythmus aufgenommen.« Erste Gehversuche auf der Alm machte auch Ramy Bensebaini nach überstandener Covid-19-Erkrankung. »Ramy ist noch kein Thema für 90 Minuten«, stellte Rose klar. »Jetzt müssen wir sehen, wie wir es angehen: Lassen wir ihn sich austoben und schauen, wie er lange er kann oder lassen wir Oscar Wendt anfangen und bringen Ramy hinten raus?« Die »Qualität, Dynamik und Kopfballstärke« des Algeriers könnte - je nach Spielverlauf – ein wichtiges Puzzleteil werden.

Fest für die Anfangself ist Jonas Hofmann eingeplant, der in Bielefeld ein starkes Comeback in der Liga hinlegte. Denis Zakaria musste dagegen nach seiner langen Verletzung weiter behutsam aufgebaut werden. Doch der Schweizer ist auf einem guten Weg. »Natürlich ist es mir wichtig, Zak auf den Platz zu bekommen«, erklärte Rose. »Wir alle kennen seine Wichtigkeit und Qualität. Wir müssen nur sehen, wann, wie, wo und in welcher Konstellation wir ihn bringen. Er könnte uns natürlich auch gegen Bayern München viel geben.«

Es braucht Überzeugung über 90 Minuten

Es gibt also durchaus einige Variationsmöglichkeiten für Marco Rose. Um gegen die Bayern etwas zu holen, muss viel von dem aufgehen, was man sich vornimmt. »Du brauchst einen richtig guten Tag und vor allen Dingen die Überzeugung, dass du es tatsächlich schaffen kannst. Und das nicht nur in den ersten fünf Minuten, bis dann vielleicht was passiert auf dem Platz. Sondern über 90 Minuten. Man muss auch mit Rückschlägen umgehen können.«

Die Münchener sind in dieser Saison relativ anfällig für Gegentore, entwickeln andererseits aber auch gewaltigen Druck. »Wir schauen natürlich in der Analyse, wo sich Räume ergeben, die wir nutzen können«, so Rose. »Es ist ja bekannt, dass die Bayern sehr gerne hoch verteidigen, weil es ihnen hilft, ihre Dominanz mit dem Ball zu unterstreichen. Das verursacht in anderen Räumen natürlich die Chance, dort als Gegner reinzustoßen.« Das wird eine knifflige Aufgabe. »Wir wollen das Spiel offen gestalten und unsere Chancen suchen, so lange es geht. Aber wir wissen, dass wir gegen den FC Bayern München spielen.« Und das auch noch ohne Fans im Rücken.

 


von Marc Basten

 

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