7. Spieltag: VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach

3:1! Borussia besiegt den Wolfsburg-Fluch

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Auswärtssieg! Breel Embolo brachte Borussia mit einem Fallrückzieher auf die Siegerstraße (Foto: Martin Rose / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach gewinnt zum ersten Mal seit 2003 beim VfL Wolfsburg. Nach einem Blitzstart gingen die Fohlen durch Embolo und Hofmann in Führung, für die Entscheidung sorgte Scally in der Nachspielzeit. Lars Stindl verschoss einen Elfmeter.

Borussias Trainer Adi Hütter nahm gegenüber dem Heimsieg gegen Borussia Dortmund vor einer Woche eine Veränderung in der Anfangself vor: Tony Jantschke rückte auf die Bank, dafür begann Jordan Beyer. Von der Ausrichtung her blieb es beim 3-4-2-1 System.

Die Fohlen erwischten in der Volkswagen-Arena einen Traumstart. Hofmann brachte eine Freistoßflanke fast von der Grundlinie in den Rückraum, wo Zakaria es mit einem Volleyschuss versuchte. Der Schweizer traf den Ball jedoch nicht voll, der als Aufsetzer in Richtung Fünfmeterraum flog. Embolo reagierte blitzschnell und beförderte das Leder per Fallrückzieher aus kurzer Distanz zur Gladbacher Führung in die Maschen (5.).

Fulimanter Start mit Doppelpack von Embolo und Hofmann

Es dauerte einen Moment, bis das Tor gegeben wurde – Embolo war haarscharf nicht im Abseits. Nur wenige Sekunden später behauptete sich Embolo an der Mittellinie stark gegen mehrere Wolfsburger und spielte im Fallen einen tollen Pass in den Lauf von Hofmann. Der spitzelte den Ball am heraneilenden Casteels vorbei und beförderte ihn zum 2:0 ins leere Tor (7.). Auch hier mussten die Borussen eine gewisse Zeit abwarten, bis die Überprüfung im Kölner Keller abgeschlossen war. Erneut war es ganz eng, aber auch Hofmann war nicht im Abseits.

Beide Teams mussten den fulminanten Beginn der Partie erstmal sacken lassen, ehe sich die Wolfsburger nach und nach besser zurechtfanden. Die Gastgeber forderten die Borussen mit körperlicher Härte, wobei sich die Mannen von Adi Hütter nicht scheuten, dagegenzuhalten. Dennoch mussten die Borussen in der 25. Minute den Anschlusstreffer hinnehmen. Baku tunnelte Stindl auf der rechten Seite und flankte in den Sechzehner. Dort flipperte der Ball über Ginter, einem Wolfsburger und Elvedi vor die Füße von Waldschmidt, der aus acht Metern unhaltbar für Sommer traf.

Lukebakio mit der Ausgleichschance

Nach einer halben Stunde hätten die Borussen nach einer Aktion von Mbabu im Strafraum gegen Embolo durchaus einen Elfmeter erhalten können, doch der Schiedsrichter entschied anders und der VAR meldete sich nicht. In der Folgezeit war das Spiel offen, ohne dass sich eine der beiden Mannschaften nennenswerte Tormöglichkeiten erspielen konnte. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit wurden die Angriffe der Borussen wieder konkreter. So wurde Hofmann nach Doppelpass mit Embolo im allerletzten Moment gestört (37.) und Casteels parierte die Schüsse von Embolo (39.) und Scally (45. +2).

Nach dem Seitenwechsel machten die Borussen es zunächst weiter sehr ordentlich und suchten den Weg nach vorne. Koné gab einen gefährlichen Schuss ab, nachdem er zuvor schon am Boden war, doch Casteels war erneut auf dem Posten (51.). Auf der anderen Seite herrschte kurz Verwirrung im Gladbacher Defensivverbund und plötzlich stand Lukebakio frei – Sommer konnte den unplatzierten Schuss des Ex-Düsseldorfers parieren (54.).

Stindl scheitert erneut vom Punkt – Scally trifft in der Nachspielzeit

Alsdann begann eine Phase, in der die Gastgeber ein optisches Übergewicht hatten und die Borussen tief in die eigene Hälfte gedrängt wurden. Aber die Gladbacher arbeiteten intensiv und aufmerksam, so dass Wolfsburg zu keiner echten Torchance kam. Auf der anderen Seite hätte ein Umschaltangriff die Entscheidung bringen müssen. Hofmann passte fein in den Lauf von Embolo, der im Laufduell mit Lacroix im Strafraum zu Fall kam. Der bereits verwarnte Wolfsburger sah Gelb-Rot und Stindl trat zum fälligen Elfmeter an. Doch wie schon zuletzt in Leverkusen schoss der Kapitän schwach, so dass Casteels abwehren konnte (78.). Allerdings hatte sich der Schlussmann zu früh von der Linie nach vorne bewegt - was dem VAR entgangen war.

So blieb Wolfsburg trotz Unterzahl im Spiel. Van Bommel brachte mehrere groß gewachsene Spieler und die Gastgeber hofften auf den Lucky Punch in der Schlussphase. Der war möglich, auch weil die eingewechselten Herrmann (87.) und Plea (89.) Casteels nicht überwinden konnten. So wurde Yann Sommer in der Nachspielzeit nach Abschlüssen von Ginczek und Waldschmidt gefordert – ehe Scally in der 95. Minute den Deckel drauf machte. Nach einem langen Ball von Sommer gewann Scally an der Mittellinie ein Kopfballduell und sprintete hinter dem Ball her. Arnold konnte ihm nicht folgen und der US-Boy behielt vor Casteels die Nerven und traf überlegt flach ins untere Eck.

Wie 2003 – Borussia gewinnt 3:1 und schielt nach oben

Borussia beendete damit die Horrorserie in Wolfsburg, wo man zuletzt im Jahr 2003 ebenfalls mit 3:1 gewinnen konnte. Durch den ersten Auswärtssieg der Saison gehen die Borussen mit zehn Punkten in die Länderspielpause und können wieder auf die oberen Tabellenregionen schielen.

Kurzstatistik zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Bornauw (46. Brooks), Gerhardt (46. Roussillon) - Guilavogui (79. Ginczek), Arnold, R. Baku (79. Philipp), Waldschmidt, Lukebakio (66. Nmecha) - Weghorst

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Ginter, Elvedi, Beyer – Scally, Koné (60. Kramer), Zakaria, Netz (58. Herrmann) – Hofmann, Stindl (82. Plea) – Embolo

weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Bénes, Neuhaus, Wolf, Bennetts

Tore: 0:1 Embolo (5.), 0:2 Hofmann (7.), 1:2 Waldschmidt (25.), 1:3 Scally (90. +5)

Gelbe Karten: Bornauw, Baku, Mbabu, Weghorst, Roussillon - Stindl, Zakaria, Beyer

Gelb-Rote-Karte: Lacroix (76.)

Besondere Vorkommnisse: Stindl verschießt Foulelfmeter (78.)

Schiedsrichter: Frank Willenborg

Zuschauer: 12.845

 


von Marc Basten

 

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