19. Spieltag: Union Berlin - Borussia Mönchengladbach

1:1! Gerechte Punkteteilung bei Union Berlin

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Alassane Plea markierte den Ausgleichstreffer in Berlin (Foto: John MacDougal / AFP / Getty Images)

Union Berlin und Borussia Mönchengladbach trennten sich am Samstag in einem wenig spektakulären Bundesligaspiel mit 1:1. Die Führung der Gastgeber nach einem Standard vor der Pause glich Alassane Plea im zweiten Durchgang aus. Zu mehr reichte es für die Fohlen nicht.

Marco Rose veränderte die Startformation gegenüber dem Sieg im Borussen-Duell vor einer Woche auf zwei Positionen: Neuhaus und Stindl rückten zunächst auf die Bank, Thuram und Wolf begannen. Die taktische Ausrichtung war ein 4-4-2 mit Zakaria und Kramer auf der Doppelsechs, Wolf rechts und Hofmann links. Plea und Thuram bildeten das Sturmduo.

Die Borussen kamen ganz ordentlich in die Partie und fuhren bereits in der 2. Minute einen sehenswerten Angriff. Über Thuram und Plea gelangte der Ball zu Wolf, der sich gut durchsetzte und auf Kramer passte. Der wiederum leitete weiter auf Lainer, dessen Flachschuss aus spitzem Winkel von Luthe per Fußabwehr geblockt wurde.

Knoche trifft mit einem krummen Kopfball wie aus dem Nichts

Dieser flüssige und schnelle Angriff sollte jedoch eine Ausnahme bleiben. In der Folgezeit entwickelte sich eine zähe Auseinandersetzung. Union machte hinten dicht und lauerte auf Umschaltsituationen, während die Borussen die Spielgestaltung übernahmen, dabei aber deutlich die Risikovermeidung in den Fokus stellten. Insoweit ging der Plan auf beiden Seiten auf - Union stand sicher, Borussia hatte ein optisches Übergewicht und gab sich seinerseits defensiv keine Blöße.

Positiv ausgedrückt neutralisierten sich Berlin und Gladbach auf einem relativ ansprechenden Niveau. Der Unterhaltungswert hielt sich allerdings arg in Grenzen. Hofmann hätte nach einer Kopfballverlängerung von Plea fast eine Abschlusschance bekommen, aber auch in dieser Situation bekam ein Berliner im letzten Moment noch einen Fuß dazwischen (27.). Auf der anderen Seite beging Thuram im Mittelfeld ein überflüssiges taktisches Foul, was einen Freistoß für die Gastgeber zur Folge hatte. Die Freistoßflanke war lange in der Luft, doch weil Elvedi Knoche entwischen ließ, konnte dieser mit einem krummen Kopfball wie aus dem Nichts die Führung für Union erzielen (31.).

»Willst du mich verarschen?« - Rose sieht Gelb

Dumm gelaufen für die Borussen, die bis dahin überhaupt nichts zugelassen hatten, aber nun durch eine Standardsituation ins Hintertreffen gerieten. Den Berlinern spielte das natürlich in die Karten, denn sie konnten sich nun noch mehr darauf konzentrieren, mit viel Laufarbeit die eigene Hälfte zu verdichten. Die Gladbacher erhöhten marginal das Risiko, kamen aber zu keiner nennenswerten Tormöglichkeit. Bemerkenswert lediglich die Gelbe Karte für Trainer Marco Rose, der nach einer eigenartigen Entscheidung des etwas kleinlichen Schiedsrichters ein deutlich vernehmbares »willst du mich verarschen« abfeuerte und dafür prompt bestraft wurde.

Nach Wiederbeginn wurde das Spiel auf beiden Seiten etwas unruhiger. Union hatte eine Gelegenheit, als Teuchert über Gladbachs rechte Seite antrat, Ginter stehen ließ und aus spitzem Winkel aufs Tor schoss - Sommer konnte den Flachschuss per Fußabwehr klären (50.) Auf der anderen Seite spielte Wolf einen ungewollten Doppelpass mit sich selbst und steckte dann auf Thuram durch, der in aussichtsreicher Position das Leder nicht voll traf und flach am Tor vorbeischoss (52.).

Plea trifft nach Doppelpass mit Hofmann sehenswert zum Ausgleich

Borussia gelang es nun, zumindest ansatzweise das Tempo zu erhöhen und so ganz überraschend war der Ausgleichstreffer in der 59. Minute nicht. Plea spielte auf halblinks zu Hofmann, der den Ball im Fallen zurück auf Plea prallen ließ. Der Franzose zog mit rechts aus rund 17 Metern flach ab und das Leder landete punktgenau zum 1:1 im langen Eck.

Eine echte Wirkung auf das Spielgeschehen hatte dieser Treffer allerdings nicht. Union blieb weiterhin treu in der Ordnung und auch die Borussen setzten nicht alles auf eine Karte. So blieb es ein intensiver Neutralisationskampf, bei dem es den Gladbachern letztlich zu selten gelang, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Daran änderten auch die Einwechslungen von Neuhaus und Stindl nichts, wobei mit Neuhaus schon etwas mehr Zielstrebigkeit im Mittelfeld zu erkennen war. Weder Union, noch die Borussen hatten in der Schlussphase eine wirklich klare Torchance.

Eckenfestival in der Nachspielzeit bleibt erfolglos

Einen Hauch näher am Siegtreffer waren die Gladbacher, die in der sechsminütigen Nachspielzeit (Unions Keeper Luthe musste nach einem Zusammenprall mit einem Mitspieler länger behandelt und ausgewechselt werden) nochmal fünf Eckbälle in Folge hatten. Doch einen Kopfballaufsetzer von Thuram lenkte Ersatzkeeper Karius zur erneuten Ecke - nach welcher die Borussen vergeblich einen Handelfmeter forderten - und schließlich war es mit der letzten Aktion Bensebaini, der den fünften Stindl-Eckball über den Kasten köpfte. Am Ende steht ein leistungsgerechtes 1:1 in einem intensiven, aber über weite Strecken zähen Match im Stadion an der Alten Försterei.

Kurzstatistik zum Spiel:

Union Berlin: Luthe (69. Karius) - Friedrich, Knoche, N. Schlotterbeck (79. Bülter) - Ryerson, Gentner (66. Griesbeck), Andrich, Gießelmann, Teuchert (85. Dajaku), Ingvartsen - Awoniyi (79. Pohjanpalo)

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini - Kramer (58. Neuhaus), Zakaria - Wolf (90.+2 Herrmann), Hofmann (75. Stindl) - Thuram, Plea (90.+2 Embolo)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Jantschke, Wendt, Bénes

Tore: 1:0 Knoche (31.), 1:1 Plea (59.)

Gelbe Karten: Schlotterbeck - Kramer, Zakaria, Neuhaus

Schiedsrichter: Bastian Dankert

Zuschauer: -

 


von Marc Basten

 

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