Nachdreher zur Niederlage gegen Hertha BSC

»Es ist eine andere Situation als vor zwei, drei Wochen«

von Nachdreher zur Niederlage gegen Hertha BSC

Dieter Hecking und seine Mannen standen gegen Hertha BSC etwas im Regen (Foto: TORfabrik.de)

Letztlich war das 0:3 gegen Hertha BSC eine Niederlage mit Ankündigung. Neben einem unglücklichen Spielverlauf hatten auch die Schlagzeilen der vergangenen Wochen ihren Anteil. In den entscheidenden Situationen waren die Borussen nicht bei der Sache.

Es ließ sich sehr ordentlich an im Borussia-Park gegen Hertha BSC. Die Berliner suchten noch nach einer stabilen Grundordnung, während die Borussen sich relativ mühelos durch die Räume bewegten und in gefährliche Abschlusssituationen kamen. »In den ersten 25 Minuten waren wir richtig gut im Spiel«, sagte Dieter Hecking anschließend. »Wir haben es aber verpasst, in dieser Phase das Tor zu machen. Da waren zwei, drei klasse Möglichkeiten, die wir besser zum Abschluss bringen müssen.«

Statt der frühen Führung für die Gastgeber gewann Berlin immer mehr an Sicherheit. Die Abwehr stand sicher, im defensiven Mittelfeld wurde hart und kompromisslos gegen Ball und Mann gearbeitet und nach und nach spielten Kalou und Selke ihre Qualitäten in der Offensive aus. Das 0:1 war die Folge, wobei die Borussen Kalou das Solo durch eine unerklärliche Passivität sehr leicht machten.

Das 0:2 war ein bis unters Tribünendach zu spürender Wirkungstreffer

Der erste Gegentreffer des Jahres war ein spürbarer Rückschlag, die kurz darauf vollzogene verletzungsbedingte Auswechslung von Jonas Hofmann ebenfalls. Es gab einen deutlichen Bruch im Gefüge, der eingewechselte Cuisance stiftete mehr Verwirrung innerhalb der eigenen Reihen, als dass er die Berliner forderte. »Wir haben uns in Räumen aufgehalten, wo es für Hertha leichter wurde, zu verteidigen«, sagte Hecking. »Mit dem 0:1 hat man die Ungeduld gespürt, wir waren nicht mehr so diszipliniert vom Pass- und Positionsspiel her.«

Nach der Pause nahmen die Berliner den Borussen den Wind aus den Segeln. Zum einen durch eine sehr bissige Defensivarbeit, zum anderen durch äußert gradliniges Konterspiel. Mit welcher körperlichen Wucht sich Selke im Anschluss an den Cuisance-Fehlpass vor dem 0:2 gegen Ginter durchsetzte, war schon Klasse - auch wenn Ginter sich dabei anfängerhaft düpieren ließ. Das war ein bis unters Tribünendach spürbarer Wirkungstreffer, von dem sich die Mannschaft nicht mehr erholen sollte. Trotz eines offensiven Wechsels und der Umstellung auf Dreierkette.

»Und plötzlich macht dich jeder zum Dortmund-Jäger ...«

»Wir hatten noch so ein paar Halbchancen, aber auch da hat man gesehen, dass die letzte Konzentration und Entschlossenheit gefehlt hat«, sagte Hecking. »Zudem haben wir Hertha durch unnötige Fehlpässe im Aufbau, wo wir mit sechs, sieben Mann vor dem Ball stehen, auch noch eingeladen. Das sind Dinge, die müssen und können wir besser machen. Die Niederlage ist absolut verdient.«

Hecking musste nicht nur die erste Niederlage 2019 akzeptieren, sondern auch eingestehen, dass die Mannschaft die äußeren Einflüsse eben doch nicht abschütteln konnte. »Wenn du dich ranrobbst und plötzlich macht dich jeder zum Dortmund-Jäger und du hast junge Spieler, die meinen, jetzt sind wir soweit - das hat heute etwas mit reingespielt. Für uns und die Mannschaft ist es eine andere Situation, als vor zwei, drei Wochen. Das muss man lernen, damit umzugehen. Heute haben wir das nicht hinbekommen, aber das ist für mich ein ganz normaler Effekt. Es sollte nicht passieren, aber es sollte uns eine Erfahrung sein für die nächsten Wochen und Monate.« 

 


von Marc Basten

 

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