12. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig

0:0! Borussia erkämpft sich ein Remis gegen Leipzig

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Franck Honorat trifft, stand aber zuvor eine Fußspitze im Abseits (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig trennten sich am Freitagabend in einem intensiven, aber wenig spektakulären Bundesligaspiel torlos. Die Borussen verdienten sich den Punkt durch eine geschlossene und disziplinierte Mannschaftsleistung.

Borussias Trainer Eugen Polanski nahm in der Startelf keine Änderung gegenüber dem Auswärtssieg in Heidenheim vor einer Woche vor. Auch die Bankbesetzung blieb unverändert.

Vor der Partie wurde Alassane Plea offiziell verabschiedet – der Franzose war sichtlich ergriffen und verdrückte ein paar Tränen. Danach war zunächst einmal Ruhe angesagt, denn die Fan-Proteste angesichts der bevorstehenden Innenministerkonferenz finden auch an diesem Spieltag statt.

Intensives Spiel ohne Risiko

In der Ruhe des Borussia-Parks entwickelte sich ein Spiel, das seinen Charakter über die volle Distanz mehr oder weniger beibehalten sollte. Beide Teams gingen sehr intensiv zu Werke, mit der obersten Prämisse, dem Gegner nichts anzubieten.

So wurde es ein Abnutzungskampf, bei dem niemand voll ins Risiko gehen wollte. Die Borussen hatten nach rund einer Viertelstunde einige gute Angriffsaktionen, zeigten im Strafraum (Honorat, Neuhaus) jedoch keine gute Entscheidungsfindung.

Mit zunehmender Dauer wurde RB dann etwas stärker, ohne allerdings wirklich gefährlich in Erscheinung treten zu können. Ein Distanzschuss von Harder, der einen Meter am Tor vorbeiflog, war die einzig erwähnenswerte Situation der Gäste vor der Pause (35.).

Disziplin in der Defensive

Für die Borussen war bis zur Halbzeit überhaupt keine ernsthafte Torchance zu notieren. Die Disziplin, mit der die Fohlen geschlossen verteidigten, und die Tatsache, dass sie sich nicht locken ließen, waren jedoch lobenswert.

Nach dem Seitenwechsel ging es plötzlich rund und das Stadion feierte das vermeintliche 1:0. Neuhaus spielte einen langen Ball auf Reitz, der mit einem gefühlvollen Zuspiel Honorat in Szene setzte.

Dessen Schuss wurde so abgefälscht, dass der Ball unhaltbar für Gulácsi im Tor landete. Die Jubelszenen waren bereits beendet, da meldete sich der VAR: Honorat stand beim Pass von Reitz wohl um eine Fußspitze im Abseits, und so wurde der Treffer wieder einkassiert.

Bittere Abseitsentscheidungen

Das war natürlich bitter für die Borussen, die sich kurz darauf erneut mit einer weiteren Abseitsposition herumschlagen mussten. Selbst wenn Tabaković oder Diks die Doppelchance nach einer Freistoßflanke von Reitz genutzt hätten, wäre der Treffer wegen Abseits nicht anerkannt worden (53.).

Ein klein wenig mehr als die Fußspitze, die Honorat kurz zuvor in der strafbaren Zone hatte, fehlte dem Franzosen in der 54. Minute, als er nach einem Flachpass von Reitz knapp zu spät kam. Danach kam das Gladbacher Angriffsspiel allerdings weitestgehend zum Erliegen.

Leipzig hatte nun deutlich mehr Ballbesitz und kam am Ende auf 69 Prozent, während es zur Pause noch ausgeglichene Werte gewesen waren. Die Borussen arbeiteten weiterhin sehr konzentriert gegen den Ball – mittlerweile in einer klaren Fünferkette –, taten sich aber bei den Entlastungsangriffen äußerst schwer.

VAR-Eingriff als Dämpfer

Eng wurde es für die Gladbacher in der 71. Minute, als Harder von der linken Strafraumgrenze abzog und Nicolas den Ball mit einer starken Parade um den Pfosten lenkte. Kurz darauf brachte Polanski Machino und Reyna für Tabaković und Neuhaus.

Bei seiner ersten Aktion kam Machino im Strafraum zu Fall – Orban hatte ihm in die Hacken getreten. Schiedsrichter Gerach entschied zunächst auf Elfmeter, was heftige Diskussionen auslöste.

Die TV-Bilder zeigten, dass Orban Machino zwar trifft, zuvor aber den Ball spielt. Der VAR beorderte Gerach an den Bildschirm, und der nahm daraufhin seine Entscheidung zurück – insgesamt vertretbar, für die Gladbacher aber dennoch ein gefühlter Dämpfer (74.).

Leipzig drückt, Borussia hält stand

Die Schlusssequenz gehörte ganz eindeutig den Leipzigern. Nach einem Aufbaufehler von Engelhardt wurde es über Borussias rechte Seite gefährlich, Nationalspieler Raum nagelte den Ball ans linke Lattenkreuz (80.).

Da hatten die Fohlen das Glück des Tüchtigen. In den folgenden Minuten war ausschließlich Defensivarbeit angesagt, die die Mannschaft geschlossen und aufopferungsvoll erledigte und auch die siebenminütige Nachspielzeit überstand.

Leipzig war zwar latent am Drücker, ohne sich aber noch eine klare Torchance zu erarbeiten. So steht am Ende ein torloses Remis, das als leistungsgerecht bezeichnet werden kann und mit dem die Borussen gut leben können.

 

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Scally, Elvedi, Diks - Castrop (83. Friedrich), Reitz, Engelhardt, Neuhaus (73. Reyna), Netz - Honorat (90. Kleindienst), Tabaković (73. Machino)

weiter im Kader: Pereira Cardoso (ETW), Ullrich, Fraulo, Hack, Stöger

RB Leipzig: Gulacsi – Baku (90.+1 Klostermann), Orban, Lukeba, Raum – Seiwald, Schlager (66. Banzuzi), Baumgartner – Diomande, Harder (82. Gomis), Nusa (66. Bakayoko)

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: - Baumgartner, Baku, Schlager

Schiedsrichter: Timo Gerach 

Zuschauer: 50.029

 

von Marc Basten

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