Eugen Polanski nahm in seinem ersten Pflichtspiel als Borussia-Trainer im Vergleich zur Startelf seines Vorgängers Gerardo Seoane gegen Bremen vier Änderungen vor: Für Hack (Innenmeniskusriss), Honorat (Adduktorenprobleme), Sander und Reyna (beide Bank) rückten Scally, Engelhardt, Castrop und Stöger ins Team. Die taktische Ausrichtung war ein 5-4-1 gegen den Ball, bei eigenem Ballbesitz formierte sich die Elf zu einem 3-4-2-1.
Die Anfangsphase gehörte klar den Gastgebern, die viel Ballbesitz hatten und früh zu Chancen kamen. Tapsoba probierte es aus der Distanz (3.), doch Nicolas war auf dem Posten. Sechs Minuten später segelte eine Freistoßflanke von Grimaldo in den Gladbacher Fünfmeterraum, wo Schick frei zum Kopfball kam. Mit einem starken Reflex bewahrte Nicolas seine Mannschaft vor einem frühen Rückstand.
Castrops Traumtor zählt nicht
In der 13. Minute meldete sich auch die Borussia erstmals vor dem gegnerischen Tor – Stöger brachte allerdings nur einen harmlosen Abschluss zustande. Kurz darauf wurde es gefährlicher: Stöger spielte auf Machino, dessen Schuss jedoch in den Armen von Flekken landete (16.). Wenig später passte Stöger auf die linke Seite zu Scally, der den Ball scharf vors Tor zog. Machino verpasste, Vasquez lenkte den Ball fast ins eigene Tor, klärte aber zur Ecke. Diese brachte ebenfalls Gefahr, doch der von Diks am ersten Pfosten verlängerte Ball fand keinen Mitspieler (18.).
In der 23. Minute jubelten die Borussen über das vermeintliche erste Saisontor: Reitz schickte Castrop, der den Ball sehenswert aus 18 Metern in den Winkel hämmerte. Doch der Treffer zählte nach VAR-Überprüfung wegen knappen Abseits nicht.
Gladbach auf Augenhöhe
Das Spiel blieb intensiv, doch die Borussia präsentierte sich weiter konzentriert und zweikampfstark. Maza prüfte Nicolas mit einem Kopfball (37.), auf der Gegenseite zwang Scally nach feinem Zuspiel von Castrop Flekken zu einer Parade (40.). Kurz vor der Pause parierte Nicolas auch noch einen Schuss von Ben Seghir.
Nach Wiederanpfiff verteidigten die Borussen aufmerksam und setzten immer wieder Nadelstiche nach vorne. Stöger verzog aus 17 Metern knapp (60.), kurze Zeit später köpfte Machino nach einer Flanke von Stöger zu unplatziert in die Arme von Flekken. Leverkusen meldete sich erstmals nach der Pause in der 62. Minute durch einen Distanzschuss von Ben Seghir, den Nicolas mühelos hielt.
Leverkusen geht in Führung
Ab der 60. Minute erhöhten die Gastgeber den Druck. Chiarodia verlor auf seiner Seite den Ball, Ullrich konnte Poku nicht stoppen. Dessen Hereingabe verpasste zwar Schick, doch dahinter stand Tillman frei und schoss zum 1:0 ein (70.). Polanski reagierte sofort, brachte Neuhaus für Castrop und stellte offensiver um. Dadurch boten sich Leverkusen Kontermöglichkeiten, die aber ungenutzt blieben.
Die Fohlen gaben nicht auf, blieben vorne jedoch zunächst ungefährlich. Stöger scheiterte mit einem schwachen Abschluss aus bester Position (73.), und kurz darauf setzte sich Scally stark gegen Grimaldo durch, schob den Ball aber direkt in die Arme von Flekken (77.). Polanski brachte schließlich Tabaković, Reyna und Debütant Charles Herrmann für die Schlussoffensive.
Tabaković rettet den Punkt
In der Nachspielzeit holte Herrmann eine Ecke heraus, die er selbst ausführte. Seine Flanke fand Tabaković, der am Fünfmeterraum hochstieg und zum 1:1 einköpfte. Damit sicherte sich die Borussia ihr erstes Saisontor und einen verdienten Punkt in der BayArena – von den mitgereisten Fans gefeiert wie ein Sieg.
Kurzstatistik zum Spiel
Bayer 04 Leverkusen: Flekken – Quansah, Badé (63. Tape), Tapsoba – Vazquez (63. Poku), M. Tillman, Aleix Garcia, Grimaldo, Maza (84. Hofmann), Ben Seghir (76. Echeverri) - Schick (76. Kofane)
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Diks, Elvedi, Chiarodia (86. Ranos) – Scally, Reitz (86. Herrmann), Engelhardt, Ullrich - Stöger (80. Reyna), Castrop (72. Neuhaus) – Machino (80. Tabaković)
weiter im Kader: Omlin (ETW), Friedrich, Netz, Sander,
Tore: 1:0 M. Tillman (70.), 1:1 Tabaković (90.+2)
Gelbe Karten: Badé, Quansah, Ben Seghir, Grimaldo, Hofmann – Ullrich, Scally, Elvedi, Diks, Ranos
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Zuschauer: 30.200 (ausverkauft)
von Marc Basten

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