30. Spieltag: VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach

1:2! Borussia verliert in Stuttgart - Rot für Itakura

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Der erste Treffer von Julian Weigl für Borussia war zu wenig in Stuttgart (Foto: Alexander Hassenstein - Getty Images)

Mit 1:2 (0:1) verlor Borussia Mönchengladbach am Samstag die Partie beim abstiegsgefährdeten VfB Stuttgart. Gladbach gelang in einem schwachen Spiel der Ausgleich per Elfmeter durch Weigl, doch fast im Gegenzug sah Itakura Rot und Coulibaly verwandelte den fälligen Strafstoß zum verdienten Sieg für den VfB.

Borussias Trainer Daniel Farke nahm auf der ‘Baustelle Neckarstadion’ vier Veränderungen in der Startelf gegenüber der Heimniederlage gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag vor. Drei davon waren verletzungsbedingt: Thuram (Muskelfaserriss in den Adduktoren), Bensebaini (Hüfte) und Koné (Oberschenkel) fehlten und wurden durch Plea, Netz und Ngoumou ersetzt. Dazu durfte Lainer für Scally (Bank) starten.

Das Spiel begann von beiden Seiten recht verhalten, wobei die Borussen vor allem durch ihr flexibles Positionsspiel auffielen. Gegen den Ball war es ein 4-1-4-1, mit Ball schob sich Netz weit nach vorn, während Neuhaus oft auf links ging und Stindl einrückte. Es gab zudem ein Wechselspiel mit Plea und weil Hofmann überall aufkreuzte, waren die Gladbacher für die Schwaben nicht einfach auszurechnen. Was allerdings fehlte - und das zog sich durch das komplette Spiel - war der Zug zum Tor. 

Stuttgart geht umstritten, aber nicht unverdient in Führung

Wieder einmal verpuffte der Ballbesitz letztlich irgendwo im Nichts, weil die Borussen nicht in der Lage waren, wirklich Druck oder gar Gefahr zu erzeugen. So konnte der VfB relativ einfach das eigene Tor verteidigen und drückte selbst immer vehementer aufs Gaspedal. Nach einem Umschaltangriff des VfB war Omlin erstmals gefordert, als er einen Schuss von Millot zur Ecke lenkte (21.).

Wenige Augenblicke später gelang den Gastgebern der Führungstreffer. Nach einem Einwurf der Stuttgarter verteidigten die Borussen in Person von Hofmann und Neuhaus arg luftig und letztlich durfte Guirassy den Ball aus einem Meter Entfernung mit der Hacke ins Tor befördern. Allerdings wurde der Treffer überprüft, weil eine Abseitsposition vermutet wurde. Es dauerte fast zwei Minuten, ehe das Tor anerkannt wurde. Vermutlich soll Neuhaus einen kontrollierten Pass auf den im Abseits stehenden Assistgeber gespielt haben, was aber anhand der TV-Bilder nicht aufzuschlüsseln war. Die Entscheidung stand jedenfalls.

Die erste und einzige herausgespielte Torchance durch Plea

Die Borussen meldeten sich mit der ersten und einzigen herausgespielten Torchance in der 33. Minute. Da setzte sich Netz stark durch und passte auf Neuhaus, der direkt auf Plea weiterleitete. Der Franzose war halblinks acht Meter vor dem Tor und zielte aufs kurze Eck, wo Bredlow parierte. Gladbach bekam in dieser Phase etwas Oberwasser, ohne weitere Möglichkeiten zu kreieren. So war es der VfB, der die Chancen hatte: Einen Schuss von Silas fälschte Elvedi gefährlich aufs Tornetz ab (40.) und als Silas mit Lainer Katz und Maus spielte, rettete Omlin (42.).

Nach dem Seitenwechsel beschränkte sich der VfB zusehends darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten. Die Borussen hatten extrem lange Ballbesitzphasen, aber sie wussten damit nicht viel anzufangen. Die einzige nennenswerte Torannäherung gab es in der 49. Minute, als Hofmann nach einer Lainer-Hereingabe frei zum Abschluss kam, den Ball aber nicht richtig traf. Ansonsten ging den Gladbachern jeglicher Punch am und im gegnerischen Strafraum ab.

Weigl verwandelt Handelfmeter - Itakura zieht und fliegt

Stuttgart war lange Zeit sehr passiv und hatte nur nach einer Ecke eine Chance, als Zagadou sich im Kopfball gegen Elvedi durchsetzte und aufs Tornetz köpfte. In der 77. Minute schien die Zurückhaltung der Schwaben bestraft zu werden. Itakura schaltete sich mal mit nach vorne ein und versuchte es nach einem Doppelpass mit Stindl mit einem Schuss aus 18 Metern. Zagadou riss den Arm hoch und spielte damit den Ball - einen klareren Handelfmeter hat man lange nicht gesehen. Julian Weigl trat an und schoss einfach in die Mitte, während Stuttgarts Keeper abtauchte.

Der Jubel über den glücklichen Ausgleich blieb den Borussen allerdings im Halse stecken. Nur wenige Momente später gab es im Mittelfeld einen Ballverlust und der aufgerückte Elvedi fehlte hinten. Itakura musste in ein Laufduell gegen Tomás und arbeitete zu deutlich mit den Händen. Der Stuttgarter kam zwar noch zum Abschluss, aber der Schiedsrichter entschied sofort auf Elfmeter. Und nach Intervention des VAR wurde es sogar noch bitterer für Itakura, weil die Szene nachträglich als Notbremse gewertet wurde und der Japaner die Rote Karte sah.

Borussia steht mal wieder mit leeren Händen da

Coulibaly trat an und verlud Omlin - der VfB war wieder auf der Siegerstraße (83.). Diese sollten die Stuttgarter auch nicht mehr verlassen, obwohl Daniel Farke innerhalb kurzer Zeit fünf Wechsel vollzog. Die Borussen versuchten es zwar nochmals in Unterzahl, doch wirklich gefährlich war nur ein wuchtiger Distanzschuss von Telalovic (90.+5), den Bredlo parierte. Auf der anderen Seite hatte der VfB einige Kontermöglichkeiten, doch Omlin verhinderte u. a. gegen Coulibaly den dritten Gegentreffer. Aber auch so standen die Borussen am Ende wieder einmal mit leeren Händen da - und das war nach einer insgesamt schlappen Vorstellung verdient.

 

Kurzstatistik zum Spiel:

VfB Stuttgart: Bredlow - Mavropanos, Anton, Zagadou - Vagnoman, Karazor, W. Endo, Sosa, Millot (72. Führich), Silas (72. Coulibaly) - Guirassy (56. Tiago Tomás)

Borussia Mönchengladbach: Omlin - Lainer (87. Herrmann), Itakura, Elvedi, Netz (86. Wolf) - Weigl, Neuhaus (87. Telalovic) - Ngoumou, Hofmann, Stindl (86. Fraulo) Plea (86. Friedrich)

weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Jantschke, Scally, Kramer

Tore: 1:0 Guirassy (22.), 1:1 Weigl (78./HE), 2:1 Coulibaly (83./FE)

Schiedsrichter: Tobias Welz

Gelbe Karten: Zagadou, Karazor - Weigl, Lainer

Rote Karte: Itakura (83./ Notbremse)

Zuschauer: 47.700 (ausverkauft)

 


von Marc Basten

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