10. Spieltag: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach

2:2! Borussia wartet weiter auf Sieg in Freiburg

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Torschützen unter sich - Alassane Plea und Philipp Lienhart (Photo by Ronald Wittek - Pool/Getty Images)

Mit 2:2 (1:1) trennten sich am Samstagnachmittag der SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach. Die Treffer von Breel Embolo und Alassane Plea reichten am Ende nur zu einem leistungsgerechten Remis im Schwarzwald.

Marco Rose nahm im Vergleich zur Niederlage in der Champions League gegen Inter Mailand am Mittwoch drei Veränderungen in der Startelf vor: Zakaria, Embolo und Wolf ersetzten Jantschke (verletzt, nicht im Kader), Lazaro und Thuram (beide Bank).

Aufgrund der Personalprobleme im Abwehrbereich spielte Kramer als Innenverteidiger neben Ginter - Zakaria begann auf der Doppelsechs neben Neuhaus. Die taktische Grundformation blieb beim gewohnten 4-2-3-1 mit Embolo als zentralem Angreifer.

Freiburg ist frischer – Höler trifft den Pfosten

Die Borussen fanden recht schleppend in die Partie, auch weil die Freiburger sehr aufmerksam arbeiteten. Sie gaben den Gladbachern nur wenig Räume und störten den Spielaufbau relativ früh, so dass sich die Fohlen sehr schwertaten, den Ball über mehrere Stationen zügig laufenzulassen.

Die Truppe von Christian Streich wirkte frischer und hatte nach einer Viertelstunde die erste Großchance. Die Borussen verloren in der gegnerischen Hälfte den Ball und Freiburg schaltete über zwei Stationen direkt um. Höler lief zentral alleine aufs Tor zu, Wendt konnte ihm nicht folgen. Hölers Schuss klatschte an den Pfosten – und den freien Rebound beförderte der Stürmer mit dem Oberschenkel über den Kasten.

Embolo trifft nach einer blitzschnellen Ballstafette - Lienhart gleicht aus

Auf der anderen Seite waren die Borussen bei ihrer ersten Torchance präziser als zuvor die Gastgeber. Ginter spielte den Ball in die gegnerische Hälfte, wo Plea direkt auf Embolo klatschen ließ. Der spielte unmittelbar weiter zu Stindl, der wiederum mit dem ersten Kontakt in den Lauf des durchstartenden Embolo passte. Freiburgs Keeper zögerte mit dem Herauslaufen und reagierte dann schlecht beim Schuss von Embolo – der aus halblinker Position im Strafraum flach ins lange Eck zur Führung für Borussia traf (23.).

Kurzzeitig sah es so aus, als ob der Treffer den Borussen Schwung verleihen konnte, doch Freiburg bekam die Sache relativ schnell wieder in den Griff. Demirovic nötigte Sommer zu einer Glanzparade mit einem Schuss durch die Beine des grätschenden Wendt (27.) und kurz darauf wehrte der Goalie einen Schuss von Grifo zur Ecke, der ziemlich unbedrängt zentral vor dem Strafraum zum Abschluss kam (30.). Aus dem folgenden Eckball resultierte der Freiburger Ausgleich: Santamaria brachte die Kugel im hinteren Teil des Strafraums per Fallrückzieher an den Fünfmeterraum, wo Lienhart frei war und vor Sommer einköpfen konnte (31.).

Grifo trifft sicher vom Punkt zur Freiburger Führung

Der Zwischenstand war für die Gastgeber durchaus verdient, denn sie waren das griffigere und im ersten Durchgang bessere und gefährlichere Team. Nach einer weiteren Ecke der Breisgauer kam Schlotterbeck am Fünfmeterraum komplett blank zum Kopfball, setzte die Kugel aber zum Glück für die Borussen am Tor vorbei (34.). Auf der anderen Seite gab es nur noch einen Kopfball von Embolo nach Lainer-Flanke zu notieren, den der Schweizer unter Bedrängnis deutlich am Freiburger Kasten vorbei setzte (40.).

Beide Teams begannen den zweiten Durchgang in unveränderter Formation und Freiburg erwischte die Gladbacher auf dem falschen Fuß. Höfler behielt am Strafraum stolpernd und stochernd gegen die zögerlichen Stindl und Wolf die Oberhand und setzte sich dann auch gegen Lainer durch. Der Österreicher setzte nach, traf Höfler dabei am Fuß und der Freiburger nahm die Einladung dankend an. Schiedsrichter Stieler entscheid auf Foulelfmeter, den Ex-Borusse Grifo sicher zum 2:1 für Freiburg verwandelte (49.).

Plea zirkelt den Ball wunderbar zum 2:2 in den Winkel

Freiburg hatte das Spiel gedreht, konnte sich darüber aber nur wenige Augenblicke freuen. Borussia antwortete eindrucksvoll: Nach einer flüssigen Kombination landete der Ball letztlich über Wolf und Neuhaus bei Plea, der das Leder aus zwanzig Metern halblinks mit einem wunderbaren Schuss zum 2:2 in den Winkel zirkelte (50.).

Das war der Startschuss zur besten Phase der Borussen, die nun endlich mit Tempo und schnellen Passfolgen kombinierten und Freiburg teilweise weit zurückdrängten. Wendt hatte nach Vorarbeit von Embolo eine Möglichkeit, konnte den Ball aber aus kurzer Distanz nicht kontrolliert aufs Tor bringen (61.). Mehrere im Ansatz gute Angriffe wurden von den Borussen nicht finalisiert, doch sie waren zu diesem Zeitpunkt die klar bessere Mannschaft.

Grifo trifft den Pfosten, Herrmann scheitert und Petersen verballert

Das änderte sich mit der Einwechslung von Petersen eine Viertelstunde vor Schluss. Freiburg schaffte es, das Spiel wieder mehr in die Gladbacher Hälfte zu verlagern und hatte die Riesenchance zur neuerlichen Führung. Günter lupfte den Ball von der rechten Gladbacher Seite auf Grifo, der im Sechzehner aus der Halbposition frei zum Abschluss kam und den Pfosten traf (78.). Es war nunmehr ein offenes Spiel, bei dem beide Kontrahenten den Sieg wollten – und beide hatten dazu die Gelegenheiten.

Nach einem wunderbaren Pass von Neuhaus aus der Tiefe lief der eingewechselte Herrmann von halbrechts aufs Tor, scheiterte mit seinem Flachschuss jedoch am Freiburger Keeper (84.). Im Gegenzug fiel Petersen der Ball am Fünfer vor die Füße, doch zum Glück für die Borussen bekam der ‚Gladbach-Schreck‘ das Leder nicht richtig unter Kontrolle und schoss aus kurzer Distanz über den Querbalken.

Sommer rettet gegen Lienhart – Herrmann vergibt Matchball

Eine Minute vor Schluss segelte eine Freistoßflanke in den Gladbacher Strafraum und Sallai wuchtete die Kugel per Kopf aufs Eck – Sommer rettete mit einer starken Parade und war auch beim Rebound zur Stelle, wobei da der Freiburger Angreifer im Abseits stand. In der Schlussminute war es dann erneut Herrmann, der für Gladbach den Siegtreffer hätte markieren können. Höfler leistete sich am eigenen Sechzehner einen bösen Schnitzer und plötzlich war Herrmann halbrechts im Strafraum blank. Diesmal scheiterte er nicht am Keeper, sondern schoss den Ball flach ganz knapp am linken Pfosten vorbei.

So wurde es erneut nichts mit einem Sieg von Mönchengladbach in Freiburg. Das Remis ist allerdings absolut leistungsgerecht, denn Borussia kam im Schwarzwaldstadion lange Zeit nicht wirklich auf Touren und verpasste es dann in der starken Phase nach dem 2:2, die Überlegenheit auszuspielen. Angesichts von zwei Pfostentreffern der Freiburger und mehreren hochkarätigen Chancen der Gastgeber müssen die Borussen den einen Zähler als positives Resultat akzeptieren.

Kurzstatistik zum Spiel:

SC Freiburg: Müller - Lienhart, Schlotterbeck, Gulde - Schmid, Santamaria, Höfler, Günter, Höler (74. Petersen), Grifo (83. Til) - Demirovic (74. Sallai)

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer (64. Lazaro), Ginter, Kramer, Wendt – Zakaria (53. Bénes), Neuhaus – Wolf (64. Thuram), Stindl, Plea (79. Herrmann) – Embolo

weiter im Kader: Sippel (ETW), Beyer, Lang, Poulsen, Traoré

Tore: 0:1 Embolo (23.), 1:1 Lienhart (32.), 2:1 Grifo (49./FE), 2:2 Plea (50.)

Gelbe Karten: Schlotterbeck - Neuhaus, Plea

Schiedsrichter: Tobias Stieler

Zuschauer: -

 


von Marc Basten

 

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