Nachdreher zum Spiel bei RB Leipzig

»In der ersten Halbzeit ein phantastisches Auswärtsspiel«

von Nachdreher zum Spiel bei RB Leipzig
Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig - TORfabrik.de

Die Gladbacher Borussen jubeln über die Führung in Leipzig.

Die Diskussionen um den Platzverweis für Alassane Plea überlagerten im Nachlauf des Topspiels in Leipzig die wirklich wichtigen Erkenntnisse: Borussia Mönchengladbach machte ein ganz starkes Auswärtsspiel.

Nach dem Schlusspfiff wussten die Gladbacher Borussen nicht so wirklich, wie sie diesen Abend in Leipzig einordnen sollten. Einen Punkt mitzunehmen, hätte im Vorfeld wahrscheinlich jeder unterschrieben. Doch angesichts des Spielverlaufs und des späten Ausgleichs ärgerten sich die Gladbacher sichtlich über zwei verlorene Zähler.

Die Borussen waren fast eine Stunde lang klar Herr im Leipziger Haus. Die taktische Ausrichtung im 3-4-3 System - oder im 5-2-2-1, wie es Jonas Hofmann bezeichnete - war ein Volltreffer. »Das hat perfekt auf Leipzig gepasst«, bestätigte Stephan Lainer. »Überall hatten wir Zugriff und Überzahl«. »Wir haben mutig verteidigt und das System war eine gute Lösung, vor allem im Anlaufen«, bestätigte Hofmann.

»Die erste Halbzeit war überragend«

»In der ersten Halbzeit war es ein phantastisches Auswärtsspiel«, lobte Sportdirektor Max Eberl. »Wir haben Leipzig keine Torchance ermöglicht, machen selbst zwei Tore und hatten auch noch den dritten und vierten Treffer auf dem Fuß. Das war bärenstark.« »Die erste Halbzeit war überragend«, befand Stephan Lainer. »Wir hätten auch noch mehr als die beiden Tore machen können, dann wäre der Sack wahrscheinlich zu gewesen.«

So konnten sich die Leipziger in der Pause sammeln und Trainer Nagelsmann stellte um. »Nach der Einwechslung von Schick und Poulsen war klar, dass es ein etwas anderes Spiel werden würde und sie viel über lange Bälle kommen werden«, sagte Eberl. »Aber bis zu dem Tor war nicht viel zu sehen.« Der Anschlusstreffer durch das ¾-Eigentor war extrem bitter.

»Yann hat uns schon oft genug den Hintern gerettet«

»Das war wirklich ein Unglück«, so Eberl. Niemand wollte auch nur annäherend einen Vorwurf in Richtung Yann Sommer formulieren. »Yann hat uns schon oft genug den Hintern gerettet«, sagte Hofmann. »Danach war es klar, dass es spannend werden würde«, so Eberl. »Doch dann kommt die Gelb-Rote Karte, die das Spiel ein völlig anderes werden lässt«.

Für Jonas Hofmann war die pedantische Regelauslegung von Tobias Stieler »der Knackpunkt« im Spiel. »Das war viel zu hart. Ein bisschen Fingerspitzengefühl sollte man schon mitbringen.« Max Eberl konnte seinen Ärger nur schwer im Zaum halten. »Plea hat nichts gesagt und hat abgewunken«, so Eberl. »Da muss man gegen einen Spieler, der ein Foul gegen sich nicht gepfiffen bekommt und eine Gelbe Karte sieht, nicht zwölf Sekunden später eine zweite Gelbe ziehen. Man muss sich schon noch ein bisschen regen dürfen«.

»Es ist nicht so, dass Leipzig uns ausgespielt hat«

»Ich sage nicht, dass wir deswegen nicht gewonnen haben«, so Eberl weiter. »Aber das Spiel war dadurch ein anderes.« Die Borussen wurden zurückgedrängt und blieben in Unterzahl nahezu vollständig ohne Entlastung. Die sich durch den zunehmenden Leipziger Druck zwangsläufig ergebenden Räume für Konter mussten die Borussen ungenutzt lassen, weil sie nicht mehr konsequent nachrücken konnten.

Die Gladbacher fighteten aufopferungsvoll und ließen trotz des klaren optischen Übergewichts von RB in der letzten halben Stunde nur wenige Großchancen zu. »Es ist nicht so, dass Leipzig uns ausgespielt hat«, sagte Eberl. Am Ende musste ein Gewaltschuss herhalten, damit RB noch einen Punkt einfahren konnte. »In der 89. Minute einen Sonntagsschuss zu kassieren, ist wirklich sehr ärgerlich«, sagte Hofmann.

Die Fohlen haben mehr als nur eine Duftmarke hinterlassen

So haderten die Borussen anschließend doch ein wenig mit dem Schicksal, dem der pedantische Schiedsrichter den Weg geebnet hatte. Trotzdem haben die Fohlen mehr als nur eine Duftmarke hinterlassen. Borussia Mönchengladbach bleibt im Rennen ganz oben dabei und nach diesem Auftritt gibt es an der Berechtigung wohl keinen Zweifel.

 


von Marc Basten und Jan van Leeuwen

 

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