Nachdreher zum Spiel gegen Mainz05

»Das war nicht einfach für den Kopf«

von Nachdreher zum Spiel gegen Mainz05
Florian Neuhaus und Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach

Florian Neuhaus und Patrick Herrmann bejubeln den Treffer zum 3:1 gegen Mainz (Foto: TORfabrik.de)

Aufatmen bei Borussia Mönchengladbach nach dem Heimsieg über Mainz 05. In einem komplizierten Spiel behielten die Fohlen die Punkte verdient im Borussia-Park und verkürzten den Rückstand auf Tabellenführer Leipzig.

Auch für Borussia Mönchengladbach hat die Rückrunde jetzt richtig begonnen. Nachdem man am letzten Wochenende auf Schalke noch ein wenig im Winterpausen-Modus hängengeblieben war, ging es mit dem Heimsieg gegen Mainz zurück in die Spur. »Es ist immer harte Arbeit, in der Bundesliga ein Spiel zu gewinnen«, sagte Kapitän Lars Stindl anschließend.

Er war einer von vier neuen Spielern, die Trainer Marco Rose gegenüber der Vorwoche in die Startformation befördert hatte. »Ich habe mich heute so entschieden, dass Lars, der zwischen den Linien arbeitet, auf der 10 spielt«, erklärte Rose. »Dazu Chris Kramer als zweiten Sechser, der die ersten und zweiten Bälle, die von Mainz oft gespielt werden, mit einer defensiven Stabilität gut verteidigt.«

»Ich weiß, dass Flo gut drauf ist und dass er heute in die erste Elf gehört hätte«

Dass die Aufstellung nicht bei allen Profis auf Begeisterung gestoßen ist, erklärt sich von selbst. Florian Neuhaus unterstrich nach dem Match, dass er schon damit gerechnet habe, in der Anfangsformation zu stehen. »Ich weiß, dass Flo gut drauf ist und dass er heute in die erste Elf gehört hätte«, sagte Rose. »Das habe ich ihm auch so gesagt. Dasselbe gilt für Jonas Hofmann, der kein schlechtes Spiel auf Schalke gemacht hat. Genauso können wir noch über andere Spieler reden. Jeder weiß, wie die Konstellation bei uns im Mittelfeld ist und dass das nicht leicht ist.«

Gegen Mainz hinterließ die neuformierte Fohlenelf zunächst einen ordentlichen Eindruck. »Wir haben gut reingefunden«, bestätigte Lars Stindl. »Dann kriegen wir mit der ersten Unachtsamkeit das Gegentor.«

»Wir sind cool geblieben und haben weitergemacht«

Die Gladbacher wurden von den Mainzern kalt erwischt. »Das war nicht einfach für den Kopf«, sagte Yann Sommer. »Wir haben eine schwierige Niederlage auf Schalke erlebt und dann kommt relativ schnell der Rückschlag. Das ist schwierig, aber wir haben es uns nicht anmerken lassen. Wir sind cool geblieben und haben weitergemacht.« Diese Reaktion der Mannschaft stellte auch Marco Rose anschließend als äußerst positiv heraus.

Zumal sich die Zeit für mögliche Selbstzweifel auf zwölf Minuten beschränkte. Dann schenkte Mainz den Gladbachern den Ausgleich, als man Plea bei der Freistoßflanke von Wendt sträflich alleine ließ. Natürlich musste der Franzose das Tor erstmal machen - kurz vor der Pause trat er in guter Position ein Luftloch - doch das war wirklich nicht allzuschwer. Mit dem Ausgleich im Rücken stabilisierten sich die Borussen weiter und zogen ihr Spiel durch.

»Wir waren in der einen oder anderen Situation etwas unaufmerksam und haben leichte Fehler gemacht«

Das war gegen eine extrem defensive Mainzer Mannschaft weiterhin kein Zuckerschlecken. »Wir haben versucht, fußballerische Lösungen zu finden gegen einen sehr stabilen Block«, sagte Rose. Mehrfach gab es vielversprechende Ansätze, die jedoch nicht finalisiert werden konnten. Auf der anderen Seite gewährte man den Mainzern einige Chancen zu viel. »Es ist uns nicht komplett gelungen, das Umschalten von Mainz zu verteidigen«, musste Rose zugeben.

»Wir waren in der einen oder anderen Situation etwas unaufmerksam und haben leichte Fehler gemacht«, bestätigte Lars Stindl. »Zum Glück haben wir einen super Keeper«. Yann Sommer parierte herausragend beim Schuss von Brosinski und in der Schlussphase beim Kopfball von Onisiwo und dem Fast-Eigentor von Elvedi. Die Borussen hatten sich die zwischenzeitliche Führung durch den zweiten Treffer von Plea, bei dem die Mainzer ebenfalls nicht aufmerksam verteidigten, zwar verdient, dennoch wurde es eine Zitterpartie.

»Das ganze Stadion hat ihm zugerufen, dass er drauf schießen soll«

»Wir haben es uns selber etwas schwer gemacht, dass wir den Deckel nicht früher drauf gemacht haben«, sagte Sommer. Doch dann kam Florian Neuhaus und sorgte mit seinem Kunstschuss für die Entscheidung. »Im Training hat er schon mal so ein Tor gemacht«, erinnerte sich Lars Stindl. »Das ganze Stadion hat ihm zugerufen, dass er drauf schießen soll. Glücklicherweise ging er rein.« Mit diesem Paukenschlag war die Partie gelaufen und die Borussen konnten durchatmen.

»Nach hinten raus war der Sieg zwar hart erkämpft, aber verdient«, so Stindl. »Es war eine sehr gute und geschlossene Mannschaftsleistung«, lobte Marco Rose. Das Thema ›Rückrundenflatter‹ ist zumindest vorläufig nicht mehr aktuell. Wobei am nächsten Wochenende in Leipzig eine echte Bewährungsprobe wartet. »Wir freuen uns auf das Spiel«, sagte Rose. »Und gehen es auch hoffentlich so an.«

 


von Nadine Basten und Marc Basten

 

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