Nachdreher aus Frankfurt

Rose: »Die Jungs hatten Bock auf Fußball«

von Nachdreher aus Frankfurt

Keine Fans, Schutzmasken und fünf Wechsel - doch am Ende siegt Borussia (Foto: Poolfotos/Dirk Päffgen)

Borussia Mönchengladbach hat sich mit einem souveränen Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt im Spielbetrieb zurückgemeldet. Dass es für die Fohlenelf so unerwartet rund lief, hatte vor allem mit dem Traumstart zu tun.

Ein wenig musste man sich schon die Augen reiben, als die Fohlen da direkt nach dem Anpfiff in Frankfurt loslegten wie die Feuerwehr. Ein blitzsauberer Angriff, ein gelungener Abschluss und nach 36 Sekunden stand es 1:0. Und nur sechs Minuten später leuchtete auf dem Videowürfel in der leeren Arena das Zwischenergebnis von 0:2 - Marcus Thuram hatte dem Führungstor durch Alassane Plea einen weiteren Treffer folgen lassen.

»Es hilft dir natürlich, so früh in Führung zu gehen und noch einen nachzulegen«, sagte Borussias Trainer Marco Rose nach der Partie. »Dann hast du schon einen großen und wichtigen Schritt gemacht.« Während sein Frankfurter Kollege Adi Hütter noch rätselte, »wieso wir die Anfangsphase komplett verschlafen haben«, spielten die Gladbacher mit einer Selbstverständlichkeit, als ob es die lange Zwangspause nie gegeben hätte.

»Es geht schlussendlich darum, was auf dem Platz passiert«

»Die ersten zehn Minuten waren überragend«, freute sich Yann Sommer. Bevor der Keeper den ersten Ball zu halten bekam, durfte er sich schon zweimal über die Volltreffer seiner Mitspieler freuen. »Es war wichtig, dass wir nach einer langen, ziellosen Pause so reinkommen. Wir haben die Situation richtig gut angenommen.«

Mit der Führung im Rücken agierten die Borussen äußerst souverän und blieben auch in den Phasen fokussiert, in denen sich beide Teams neutralisierten. »Es ist eine schwierige Situation für alle«, sagte Sommer. »Wir wollten das Drumherum ausblenden. Es geht schlussendlich darum, was auf dem Platz passiert - um das Spiel und die Leistung.« Das setzten die Gladbacher mit erstaunlich breiter Brust um. »Die Mannschaften, die sich am besten auf das konzentrieren was wichtig ist, werden erfolgreich sein«, erklärte Sommer.

»Hinten heraus haben wir nochmal ein bisschen gezittert«

Auch nach dem Seitenwechsel, als Frankfurt zumindest ansatzweise zulegen konnte, hatten die Borussen alles im Griff. Das 3:0 durch das Elfmetertor von Bensebaini war mehr als nur eine Vorentscheidung, auch wenn es nach dem Frankfurter Anschlusstreffer neun Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kurzzeitig unruhig wurde. Da spielte es den Gladbachern sicher auch etwas in die Karten, dass keine Fans im Stadion waren, um die Eintracht in den Schlussminuten zu pushen.

»Hinten heraus haben wir nochmal ein bisschen gezittert«, sagte Marco Rose. »Aber unter den Bedingungen war es eine gute Leistung meiner Mannschaft und wir hatten noch gute Möglichkeiten, den Sieg höher zu gestalten.« Am Ende waren die Gladbacher sehr zufrieden mit dem gelungenen Comeback. »Wir sind glücklich heute«, sagte Rose. »Niemand wusste, wo wir stehen. Wir sind 117 Kilometer gelaufen, sind auf einem guten Niveau. Das Spiel hilft uns natürlich auch, wieder in den Rhythmus zu kommen.«

»Wir haben versucht, es als so normal wie möglich zu nehmen«

Doch auch der Sieg konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es kein herkömmliches Bundesligaspiel war. »Wir haben versucht, es als so normal wie möglich zu nehmen«, sagte Rose. »Die Jungs hatten Bock auf Fußball, auch wenn er ohne Fans gespielt wird. Das wollten wir nach außen tragen und ich denke, dass man das in bestimmten Phasen gesehen hat. Wir wollten den Moment so nehmen, wie er ist, und einfach Gas geben.«

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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