Nachdreher aus dem Borussia-Park

»Diese Woche fühlt sich beschissen an«

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Julian Weigl mit Blickkontakt zu Nico Elvedi, der ihm mit einem Murks-Pass die Gelbe Karte 'besorgte' (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Am Dienstag das Pokal-Aus in Darmstadt, am Samstag die deutliche Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach hat eine »beschissene Woche« hinter sich, wie es Julian Weigl im Nachgang formulierte. Die Niederlage gegen Frankfurt war letztlich jedoch genauso verdient wie die in Darmstadt.

Als Schiedsrichter Daniel Siebert am Samstagabend beim Topspiel zur Pause pfiff, gab es im Borussia-Park neben staunendem Entsetzen auch eine gehörige Anzahl an Pfiffen aus dem Publikum zu vernehmen. Das 0:3, das da auf der Anzeigetafel leuchtete, war ganz gewiss nicht das, was man sich in Mönchengladbach vorgestellt hatte. »Das 0:3 zur Pause hat sich irgendwie surreal angefühlt«, sagte Borussias Coach Daniel Farke anschließend. »Eigentlich war es ein Duell auf Augenhöhe. Doch Frankfurt hat eine hohe Effektivität an den Tag gelegt, das war der Unterschied.«

»Wenn du 0:3 zur Pause hinten liegst, drückt das natürlich auf die Stimmung im Stadion«, sagte Christoph Kramer. »Trotzdem finde ich, dass wir in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht haben«. Tatsächlich agierten die Borussen nicht so konfus, wie es ein solcher Pausenstand vielleicht vermuten lassen könnte. Doch das mit dem ordentlichen Spiel und der Augenhöhe beinhaltet auch einiges an Schönfärberei. Denn die Borussen hatten kaum echte Kontrolle über das Spiel und es fehlten die Mittel, Frankfurt wirklich in Bedrängnis zu bringen. Die beiden Chancen durch Thuram (Einzelaktion) und Stindl (gute Umschaltaktion) waren die Ausnahme.

»Die Eintracht hat unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt«

Das größte Problem waren aber die Unsauberkeiten auf dem Weg nach vorne, welche Frankfurt immer wieder zu gefährlichen Kontern einluden. »Wir hatten die Ballverluste in der gegnerischen Hälfte, waren zu gierig und haben Räume aufgemacht, weil wir direkt korrigieren wollten«, sagte Farke und sprach damit den Fehlpass von Julian Weigl und dessen Verhalten vor dem 0:3 an. Weigl rückte vor, öffnete in seinem Rücken die Tür und die beiden Innenverteidiger waren gegen die schnellen Frankfurter einmal mehr auf verlorenem Posten. »Das war ein Missverständnis zwischen Lasso Plea und mir«, räumte Weigl ein. »Wir haben Frankfurt ein Stück weit eingeladen und die Eintracht hat unsere Fehler gnadenlos bestraft.«

»Das ist das, was wir uns ankreiden müssen«, ergänzte Christoph Kramer. »Wir haben viele ballsichere Spieler auf dem Platz, da müssen wir natürlich solche einfachen Ballverluste vermeiden, wenn wir im Vorwärtsgang sind«. Zwei Kontergegentore, dazu ein Gegentor nach einer Ecke - zur Pause war das Spiel durch. Danach war es ein Balanceakt, den die Borussen vernünftig erledigten. Farke verwies darauf, dass man keine verrückten Sachen machen konnte, weil Frankfurt sonst mit weiteren Kontern für ein echtes Debakel hätte sorgen können. Und fast hätte es ja noch mal einen Weg zurück ins Spiel gegeben.

»Die Spielunterbrechung hat das Momentum gekillt«

»Nach dem Anschlusstor hatte ich das Gefühl, wir könnten das Spiel vielleicht doch drehen und die Frankfurter wurden ein bisschen unsicher. Auch das Stadion war irgendwie kurz vor dem Explodieren«. Doch dann folgte die fast achtminütige Unterbrechung wegen der defekten ‘Spidercam’, deren Seil gerissen war und die auf den Rasen zu stürzen drohte. »Die Spielunterbrechung hat das Momentum gekillt«, so Farke. »Frankfurt konnte durchschnaufen, sich taktisch besprechen und das Stadion hat sich wieder beruhigt. Das war sicher nicht förderlich für uns.« Dass der Schiedsrichter nur neun Minuten Nachspielzeit gewährte, sorgte dafür, dass Farke an der Linie richtig wütend wurde.

»Ich hätte mir drei, vier Minuten mehr gewünscht«, räumte er ein. Aber entscheidend war das letztlich nicht mehr. Weder Mannschaft noch Fans konnten sich in der Schlusssequenz aufraffen, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. So steht am Ende eine verdiente Heimniederlage zum Abschluss einer englischen Woche, die man sich anders vorgestellt hatte. »Die Niederlage geht insgesamt in Ordnung«, sagte Julian Weigl. »Diese Woche fühlt sich beschissen an, mit dem Pokal-Aus am Dienstag und der Heimniederlage.« Treffender kann man es nicht ausdrücken.

 


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