Nachdreher aus dem Westfalenstadion

»Die Szene hätte man sich nochmal anschauen können«

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Marco Rose sah eine Gladbacher Borussia »auf Augenhöhe« mit der aus Dortmund (Foto: TORfabrik.de)

Borussia Mönchengladbach unterliegt klar in Dortmund, doch so eindeutig war die Sache nicht. Am Ende waren es neben der fehlenden Durchschlagskraft Kleinigkeiten, die gefehlt haben.

Dass die Dienstreisen von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund mit einem gewissen Frustpotential verbunden sind, ist keine Neuigkeit. Innerhalb eines Jahres traten die Fohlen dreimal im Westfalenstadion an, dreimal verließen sie geschlagen den Platz. Das 0:3 am Samstagabend war dabei vom Resultat her die klarste Niederlage, doch faktisch waren die Kräfteverhältnisse nicht anders als bei den Partien zuletzt. »Eigentlich können wir uns nicht viel vorwerfen«, sagte Christoph Kramer. »Wie in den letzten Spielen war eigentlich wieder deutlich mehr drin.«

Auch Trainer Marco Rose sah seine Mannen »über das gesamte Spiel auf Augenhöhe« mit dem BVB. »Die Niederlage ist unglücklich für uns«, sagte der Coach. »Es war ein ausgeglichenes Spiel, in der Summe gab es auf beiden Seiten nicht sehr viele Torschüsse. Das Ergebnis klingt dann aber sehr deutlich.« Zu deutlich, denn Dortmund war keinesfalls drei Tore besser als die Gladbacher.

»Das war eher so ein Ping-Pong-Tor«

Beide Teams spiegelten das System des Gegners und neutralisierten sich weitestgehend. Sowohl Dortmund als auch Gladbach fehlte zunächst die Durchschlagskraft in der Offensive. Doch während Hofmann eine richtig gute Gelegenheit nicht nutzen konnte, gelang dem BVB der Führungstreffer, der wahrlich nicht in der Luft gelegen hatte. »Für mich war das eigentlich gar keine richtige Chance«, so Kramer. »Das war eher so ein Ping-Pong-Tor«.

Marco Rose legte derweil den Finger in die Wunde: »Beim ersten Gegentor haben wir auf diesem Niveau nicht aktiv genug in den Räumen vorher die Zweikämpfe geführt«. Die Folge war eine zu einfache Hereingabe der Dortmunder in den Strafraum, ein misslungener Klärungsversuch von Elvedi und zwei Youngster des BVB, die die Einladung ohne mit der Wimper zu zucken annahmen.

»Letztendlich war Dortmund in der Box effektiver und besser als wir«

»Letztendlich war Dortmund in der Box effektiver und besser als wir«, musste Marco Rose einräumen. Tatsächlich machte genau das an diesem Abend den Unterschied aus. Dortmund nutzte eiskalt das aus, was ihnen die Gladbacher anboten. Das war nicht viel, doch selbst kleine Unachtsamkeiten reichten. So beim Konter vor der Elfmetersituation, als Bensebaini hinter Reyna herlief und mit einer Grätsche retten wollte, was letztlich misslang.

Natürlich war der Elfmeter ein Aufreger, weil die Wahrnehmung von Dr. Brych, weiterlaufen zu lassen, keine eindeutige Fehlentscheidung war und deshalb ein Eingreifen des VAR im Regelwerk nicht vorgesehen ist. Doch wenn der Videoschiedsrichter schon interveniert und Bensebainis Kontakt als elfmeterreif gewertet wird, so hätte auch die Aktion von Hummels gegen Thuram nach einer Stunde ein Eingreifen aus dem Kölner Keller erforderlich gemacht. »Marcus Thuram wird getroffen und das hätte man sich auf jeden Fall nochmal anschauen können«, monierte Christoph Kramer.

»Das ist keine Sache, an der wir uns hochziehen wollen«

So sah es auch Marco Rose: »Bei der Grätsche von Ramy, die zum Elfmeter geführt hat, gab es wohl einen Kontakt. Aber den gab es auch später auf der anderen Seite von Hummels gegen Thuram«. »Das passte dann irgendwie auch zu diesem Abend«, ergänzte Kramer. Ein Fass wollte deswegen allerdings niemand auf Seiten der Elf vom Niederrhein aufmachen. »Das ist keine Sache, an der wir uns hochziehen wollen«, sagte Kramer. »Das gehört zum Fußball dazu«. Zu Gladbacher Spielen gegen Dortmund ohnehin.

 


von Redaktion TORfabrik.de

 

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