Favre will nicht mehr in Deutschland arbeiten

Lucien Favre wird nicht Trainer bei Borussia!

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Sportdirektor Roland Virkus bei der Mitgliederversammlung im Borussia-Park (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Auf der Mitgliederversammlung von Borussia Mönchengladbach gab Sportdirektor Roland Virkus bekannt, dass Lucien Favre nicht der neue Trainer von Borussia Mönchengladbach wird. Wer der neue Mann sein wird, bleibt offen. Wie so vieles.

Es war die spannende Frage an diesem Montagabend, an dem Borussia Mönchengladbach die Mitgliederversammlung abgehalten hat: Gibt es endlich eine Ansage zum neuen Trainer? Seit der Trennung von Adi Hütter nach dem letzten Spieltag herrschte offiziell ‘Schweigen im Walde’, aber es gab Hinweise und Gerüchte, die in Richtung eines Comebacks von Lucien Favre gingen.

Im offiziellen Teil der Versammlung blieben neue Erkenntnisse zunächst aus. Roland Virkus war in seiner Saisonanalyse zwar sehr deutlich, musste aber in Bezug auf die Planungen für die neue Spielzeit kräftig auf die Bremse treten. Bei der Trainerfrage verwies er zunächst darauf, dass man in den »letzten zwei Jahren keine guten Entscheidungen« getroffen habe und es diesmal richtig machen wolle. Man sei, so Virkus, in »Gesprächen mit mehreren Trainerkandidaten« mit dem Ziel, das schnellstmöglich zu finalisieren.

»Er hat gesagt, dass er Borussia im Herzen hat, aber nicht mehr in Deutschland arbeiten möchte«

Unter dem Tagesordnungspunkt ‘Aussprache’ wurde schließlich aber doch noch über den Namen Lucien Favre gesprochen. Und da wurde Virkus konkret - leider nicht so, wie es wohl der Großteil der Borussia-Fans erwartet hat. Man habe sich natürlich mit Lucien Favre beschäftigt und auch »alles dafür getan«, dass es eine Rückkehr des Schweizers geben könnte. Doch Favre hat Virkus eine Absage erteilt: »Er hat gesagt, dass er Borussia im Herzen hat, aber nicht mehr in Deutschland arbeiten möchte«.

Damit wird also wieder alles auf Null gestellt. Und auch in Sachen Kaderplanung gab es nichts zu vermelden. Virkus machte - wie bereits bei früheren Gelegenheiten - sehr deutlich klar, dass man den Irrweg des RB-geprägten Stils verlassen und sich wieder auf den ‘Borussia-Weg’ zurückbesinnen wollte. Er nannte das 3-Säulenmodell (Strukturspieler, nationale und internationale Toptalente, Eigengewächse) als die Basis. Doch in der Praxis herrscht weiterhin Stillstand.

Borussia hat das Heft des Handelns nicht in der Hand

Man habe in den letzten Wochen »sehr viele gute Gespräche geführt«, sagte Virkus. Aber er verwies darauf, dass dem Klub in gewisser Weise die Hände gebunden sind. »Wir müssen auf den Transfermarkt reagieren und schauen, wer uns verlässt«. Ohne nennenswerte Verkäufe sind die finanziellen Mittel extrem eingeschränkt. Zudem laufen nächstes Jahr gleich zwölf Verträge aus. »Höchste Priorität«, so Virkus, habe das Ziel, dass es keine ablösefreien Abgänge gibt. Doch ganz so einfach wird es nicht. Einige Spieler hätten gesagt, unter ‘gewissen Voraussetzungen’ bleiben zu wollen, andere wollen aber auch gehen.

Am Ende des Tages bleibt die schmerzliche Erkenntnis, dass Lucien Favre den Weg zurück nach Mönchengladbach nicht gehen wird. Alles andere ist und bleibt in der Schwebe - und sieht nicht besonders verlockend aus. Das Heft des Handelns hat Borussia in vielen Bereichen der Kaderzusammenstellung nicht in der Hand - und weiterhin auch keinen neuen Trainer.

 


von Marc Basten

 

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