Borussia Mönchengladbach - FC St. Pauli 0:1 (0:1)

0:1! Borussia verpatzt Generalprobe gegen St. Pauli

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Kein Durchkommen für Plea & Co. gegen St. Pauli (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Eine Woche vor dem Re-Start der Bundesliga unterlag Borussia Mönchengladbach am Samstag im letzten Testspiel Zweitligist FC St. Pauli im Borussia-Park mit 0:1. Die Fohlenelf bot eine überraschend schwache Leistung und verließ berechtigterweise als Verlierer den Platz.

Borussias Trainer Daniel Farke bot eine Startelf auf, die in dieser Zusammensetzung auch für den nächsten Sonntag gegen Bayer Leverkusen vorstellbar ist. Vor Sommer bildeten Scally, Itakura, Elvedi und Bensebaini die Viererkette, davor agierten Weigl und Koné. Hofmann, Kramer und Plea spielten hinter der einzigen Spitze Thuram. Mit Ball war es das gewohnte 4-2-3-1, gegen den Ball ein 4-4-2 mit Kramer als erstem ‘Anläufer’ neben Thuram. Von der Ausrichtung her also alles wie gehabt bei der Borussia.

Die Fohlen starteten sehr schwerfällig in die Partie. Die Ballzirkulation war stockend und es fehlte sehr deutlich an Intensität mit und ohne Ball. Ganz anders beim Gast aus Hamburg, der das Testspiel sehr ernsthaft und bissig anging. So führten mehrere einfache Ballverluste der Gladbacher zu Umschaltangriffen von St. Pauli, bei denen Borussias Restverteidigung alles andere als souverän aussah. Doch in den ersten zwanzig Minuten versandeten die Angriffe der Gäste noch ohne konkreten Abschluss.

St. Pauli nutzt Borussias Ballverluste zur verdienten Führung

Das änderte sich nach einem Ballverlust von Elvedi und dem nächsten schnellen Gegenangriff des Zweitligisten. Sommer parierte einen Schuss von Daschner in höchster Not mit dem Fuß (20.). Kurz darauf verlor Hofmann an der Seitenlinie den Ball und forderte vergeblich einen Freistoßpfiff. Erneut kamen die Gäste ungehindert an und in den Gladbacher Strafraum, wo Otto per Hacke sehenswert vollendete und das verdiente 1:0 für St. Pauli erzielte (23.). Auch in der Folgezeit fanden die Borussen keinen rechten Zugang zum Spiel und den mit seriöser Ernsthaftigkeit zu Werke gehenden Gegner. Offensiv fehlte es an Tempo und Esprit, zudem erlaubten sich die Fohlen erstaunlich viele technische Unzulänglichkeiten und Abspielfehler.

Eine echte Torchance der Heimelf bekamen die Zuschauer im Borussia-Park vor dem Seitenwechsel nicht zu sehen. Dafür wurde St. Pauli noch einmal richtig gefährlich. Nach einer Ecke in den Rückraum konnte Paqarada ungestört abziehen und der Schuss wurde noch von Bensebaini tückisch abgefälscht. Sommer war jedoch reaktionsschnell zur Stelle und verhinderte den zweiten Gegentreffer. Den zweiten Durchgang begannen die Borussen in unveränderter Besetzung, erhöhten nun aber deutlich das Tempo. Nach einem fixen Angriff über Hofmann wurde dessen Hereingabe abgewehrt und landete bei Plea, der aus spitzem Winkel den Außenpfosten traf. Das war Borussias erste nennenswerte Abschlussaktion (48.).

Einfallslose Borussen finden keine Lücke in St. Paulis Abwehr

Die Viertelstunde nach Wiederanpfiff war Gladbachs beste Phase, doch aus der Überlegenheit sprang nichts heraus. In letzter Instanz blieben die Borussen zu umständlich und im gegnerischen Sechzehner fehlte jeglicher Punch. Nach einer Stunde gab es die ersten Wechsel - Lainer kam für Scally und Stindl für Weigl. Kramer rückte auf die 6er-Position und räumte vorn die Position für Stindl, der sich direkt mit einem gefährlichen Distanzschuss einführte. Diesen ließ der Torwart klatschen und Koné staubte zum vermeintlichen Ausgleich ab, doch der Assistent hatte zu Recht die Fahne gehoben, weil der Franzose bei Stindls Schuss im Abseits stand (63.). Ein guter Flachschuss von Plea aufs kurze Eck nach 70 Minuten war die nächste und letzte konkrete Möglichkeit für die Gladbacher, doch noch zum Torerfolg zu kommen.

In den letzten zwanzig Minuten gab es insgesamt acht Wechsel bei den Borussen, die zwar fast alle positionsgetreu waren, aber natürlich weder der Stabilität noch dem Spielfluss zuträglich waren. St. Pauli verteidigte in der zweiten Halbzeit bis auf wenige Ausnahmen sehr tief und den Gladbachern fiel letztlich nichts ein, um den Zweitligisten ernsthaft in Gefahr zu bringen. In der 90. Minute ergab sich noch eine überraschende Kontersituation für die Borussen, als Herrmann im zwei gegen zwei Ngoumou bediente. Der Franzose verschluderte durch eine unsaubere Ballmitnahme eine bessere Abschlussposition und brachte so aus spitzem Winkel nur einen lauen Schuss auf den Torwart zustande. So setzte die Borussia mit einer überraschend schwachen Leistung die Generalprobe vor dem Leverkusen-Match in den Sand, was den bislang guten Eindruck der Vorbereitung enorm trübt.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Scally (61. Lainer), Itakura (78. Friedrich), Elvedi (78. Jantschke), Bensebaini (78. Netz) - Weigl (61. Stindl), Koné (71. Neuhaus) - Hofmann (78. Herrmann), Kramer (86. Reitz), Plea (71. Wolf) - Thuram (71. Ngoumou)

Tore: 0:1 Otto (23.)

Gelbe Karten: Hartel

Schiedsrichter: Dr. Robin Braun

Zuschauer: 5.572 im Borussia-Park

 

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