9. Spieltag: Hertha BSC Berlin - Borussia Mönchengladbach

0:1! Harmlose Borussen lassen sich von Hertha düpieren

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Niederlage für Scally & Co in einem Kampf- und Krampfspiel in Berlin (Foto: Matthias Kern / Getty Images)

Mit 0:1 unterlag Borussia Mönchengladbach am Samstagabend bei Hertha BSC Berlin. Trotz deutlicher Überlegenheit im ersten Durchgang blieben die Gladbacher in der Offensive extrem harmlos und ließen sich letztlich von Berlin düpieren.

Borussias Trainer Adi Hütter musste im Olympiastadion kurzfristig auf Matthias Ginter verzichten, der aufgrund einer Erkältung nicht mit in die Hauptstadt gereist war. Für den Nationalspieler rückte Ramy Bensebaini in die Anfangself – es war der erste Einsatz des Algeriers seit der Niederlage bei Union Berlin am dritten Spieltag Ende August. Bensebaini spielte links in der Dreierkette, Beyer rückte auf die rechte Seite. Ansonsten blieb die Startformation unverändert.

Die Borussen übernahmen von Beginn an die Spielkontrolle und setzten die Gastgeber früh unter Druck. Die Berliner kamen über weite Strecken der ersten Halbzeit überhaupt nicht aus ihrer Hälfte heraus. Die Gladbacher waren aggressiv und hatten ein klares Übergewicht. Die erste Torchance verzeichnete Elvedi, der nach einer Netz-Flanke von rechts einen Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei setzte (5.).

Der Schiedsrichter nimmt Elfmeter für Gladbach zurück

Kurz darauf setzte Scally im Strafraum gut nach und kam zu Fall – der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Doch dann griff der VAR ein und schließlich schaute der Unparteiische sich die Szene am Monitor an – und revidierte seine Entscheidung. Das war vertretbar, weil allenfalls ein minimaler Kontakt vorgelegen hatte. Die Gladbacher ärgerten sich nur kurz und blieben ihrer Linie mit der aggressiven Herangehensweise treu.

Die Herthaner hatten weiterhin erhebliche Mühe und brachten den Ball kaum einmal für längere Passagen unter Kontrolle. Das Problem der Borussen war derweil, dass sie sich für den Aufwand nicht belohnten. Nicht nur das überfällige Tor fehlte – es gab auch keine richtigen Torchancen. Die Ausnahme bildete die 18. Minute, als am Ende einer starken Kombination ein Doppelpass zwischen Embolo und Stindl erfolgte – und Embolo den Ball aus sieben Metern halbrechts in den Berliner Abendhimmel ballerte.

Richter trifft aus dem Nichts

Ansonsten machten die Borussen zu wenig aus ihrer Überlegenheit – auch die Standards verpufften. Eine nennenswerte Möglichkeit nach einer Hofmann-Ecke hatte Elvedi, dessen Kopfballwischer am zweiten Pfosten vorbei flog (38.). Von der Hertha war weiterhin nichts zu sehen – bis zur 40. Minute. Da brachte Plattenhart eine ‚Einwurf-Flanke‘ in den Gladbacher Strafraum. Richter verlängerte per Kopf, Netz blockte einen Piatek-Versuch, doch der Ball flipperte zu Richter zurück. Der beförderte das Leder per Seitfallzieher als Aufsetzer über Sommer hinweg zur Berliner Führung.

Das war angesichts des Spielverlaufs ein schlechter Witz, doch das Tor gab Berlin Rückenwind und verunsicherte die Gladbacher deutlich. So hatte Dardai nach Freistoßflanke von Plattenhart in der Nachspielzeit sogar noch eine gute Kopfballmöglichkeit, doch Sommer war zur Stelle. Zur Pause wechselte Adi Hütter gleich zweimal – Netz und Stindl blieben draußen, Neuhaus und Plea kamen. Neuhaus spielte zentral, während Hofmann auf die linke Seite rückte. Die Wechsel taten der Statik des Gladbacher Spiels allerdings nicht gut. Spielerisch wurde es arg dünn und kämpferisch hatten die Berliner längst gleichgezogen und mittlerweile sogar Oberwasser.

Die Wechsel verpuffen – nach der Pause viel Gewürge

Die einzige echte Torchance der Borussen hatte Plea nach einer Hofmann-Ecke, als sein Kopfball am ersten Pfosten am Tor vorbeistrich (48.). Ansonsten versandeten sämtliche Bemühungen der Gladbacher. Einmal lag der Ball nach einem Schuss von Plea tatsächlich im Tor, doch zuvor stand Embolo im Abseits (71.). Der eingewechselte Herrmann traf nach einem Crossball von Scally ans Außennetz, als eine Hereingabe auf Hofmann die bessere Option gewesen wäre (84.).

Den Borussen fehlte weiterhin jegliche Klarheit im Offensivspiel und mit zunehmender Spieldauer erhöhte sich die Zahl der Fehler rapide und von der Selbstverständlichkeit aus der ersten Halbzeit war nichts mehr zu sehen. Es war ein echtes Gewürge im kalten Olympiastadion, auch weil die Berliner mit dem Raum, den ihnen die Gladbacher zwangsläufig ließen, nichts anzufangen wussten. Doch weil die Borussen sich auch in der fünfminütigen Nachspielzeit ziemlich ungeschickt selbst im Weg standen, brachten die Berliner den Vorsprung über die Zeit. Derweil schlichen die Borussen ziemlich bedröppelt von dannen.

Kurzstatistik zum Spiel:

Hertha BSC: Schwolow - Pekarik, Boyata, Dardai (80. Tousart), Plattenhardt - Ascacibar, Serdar (80. Gechter) - Richter 61. Ekkelenkamp), Darida (61. Maolida), Mittelstädt - Piatek (74. Selke)

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Beyer, Elvedi, Bensebaini - Scally, Zakaria, Koné (74. Herrmann), Netz (46. Neuhaus) - Hofmann, Stindl (46. Plea) - Embolo

weiter im Kader: Sippel (ETW), Jantschke, Wolf, Bénes, Noß, Bennetts

Tore: 1:0 Richter (40.)

Gelbe Karten: Darida - Beyer, Scally

Schiedsrichter: Benjamin Cortus

Zuschauer: 25.000 (ausverkauft)

 


von Marc Basten

 

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