Einzelkritik: Greuther Fürth - Borussia Mönchengladbach 0:2 (0:2)

Gegen Fürth reichte Borussia eine gute Halbzeit

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Alassane Plea war der Garant für den Sieg in Fürth (Foto: Daniel Kopatsch - Getty Images)

Borussia Mönchengladbach hat die Hausaufgaben gemacht und sich mit dem Sieg in Fürth der Abstiegssorgen entledigt. Letztlich reichte den Borussen eine solide Vorstellung gegen einen qualitativ unterlegenen Gegner. Die Einzelkritik:

Yann Sommer: Borussias Held der Vorwoche brauchte diesmal keine übermenschlichen Reaktionen, um seinen Kasten sauber zu halten. Erst weit in der zweiten Halbzeit gab es einen ersten Schuss auf sein Tor, der für den Schweizer keine wirkliche Herausforderung darstellte. Zuvor war er bei zwei flachen Hereingaben von den Seiten zur Stelle. Als mitspielender Torwart agierte der 33-Jährige gewohnt sicher und für ein etwas riskantes, aber gelungenes und letztlich schön anzusehendes Dribbling gegen zwei Fürther erhielt er Szenenapplaus. Note 2,5.

Matthias Ginter: Rechts in der Dreierkette wartete der Nationalspieler mit einer weitestgehend unauffälligen Leistung auf. Er agierte sehr positionsgetreu, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. So schaltete sich der 28-Jährige offensiv nur dann ein, wenn es Sinn ergab und erledigte defensiv seinen Job und gewann die Mehrzahl seiner Zweikämpfe. Im Aufbauspiel mit wenig Streuung - nur zwei oder drei Versuche, den langen Pass zu spielen, missrieten. Note 3,0.

Nico Elvedi: Als zentraler Mann in der Kette spielte er in der Anfangsphase mehrere gute Vertikalpässe in der Spieleröffnung. Defensiv war der Schweizer bei den überschaubaren Ansätzen der Fürther zunächst auf der Höhe. Bei der besten Chance der Gastgeber nach einem Eckball sah Elvedi allerdings schlecht aus, als er Griesbeck ungehindert zum Kopfball kommen ließ. Danach hatte er einen dieser ‘Schlaf-Momente’ und spielte im Aufbau unbedrängt einen krassen Fehlpass, der folgenlos blieb. Als Fürth nach der Pause offensiv aktiver wurde, war der 25-Jährige in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Auch im Laufduell gegen Leweling behielt er die Oberhand. Note 3,0.

Jordan Beyer: Lieferte links in der Dreierkette eine konzentrierte Vorstellung ab. Der 21-Jährige war klar in den Zweikämpfen, im Positionsspiel fast durchweg auf der Höhe und im Passspiel sicher. In der 37. Minute gelang ihm eine wichtige Klärungsaktion gegen Leweling. Nach der Pause zeigte sich Beyer sehr stabil in zwei Situationen gegen Hrgota, als es gefährlich hätte werden können. In der 77. Minute hatte er nach Freistoßhereingabe von Stindl die Chance auf sein erstes Bundesligator, doch der Flachschuss von der Strafraumgrenze flog knapp am Tor vorbei. Note 2,5.

Stefan Lainer: War sehr emsig auf der rechten Seite und suchte vor allem in der Anfangsphase vehement den Weg nach vorne. Seinen Flanken oder flachen Hereingaben fehlte zwar die letzte Präzision, doch der Österreicher beschäftigte die Fürther sehr ordentlich. Den Elfmeter holte Lainer mit einem mutigen Dribbling heraus - die Intervention des VAR war korrekt. In der Folgezeit war vom 29-Jährigen weniger zu sehen. Am Ball leistete er sich die eine oder andere ‘unrunde’ Aktion, was aber folgenlos blieb. Nach hinten raus wirkte Lainer etwas müde. Note 3,0.

Manu Koné: Leitete mit seinem Zuspiel auf Plea den Angriff zum 1:0 ein und war darüber hinaus an mehreren der guten Aktionen in der Anfangsphase beteiligt. Der Franzose überzeugte mit seiner Ballkontrolle, die er auch dann bewahrte, wenn ihn zwei Gegenspieler beharkten. In der 28. Minute hatte Koné die Chance auf das 2:0 - sein Schuss nach Doppelpass mit Thuram strich - noch leicht abgefälscht - äußerst knapp am Tor vorbei. Ein Abspiel auf den freien Lainer wäre in dieser Situation auch eine Option gewesen. Nach dem Seitenwechsel war der 20-Jährige weniger präsent, blieb aber auf einem ordentlichen Niveau. Note 3,0.

Florian Neuhaus: Startete sehr auffällig mit vielen Offensivaktionen und guten Laufwegen. Neuhaus hatte bereits in der 2. Minute eine erste Chance und kurz danach wurde sein Versuch im Anschluss an eine Kopfballablage von Thuram geblockt. Stark, wie Neuhaus mit seinem Zuspiel per Hacke die Elfmetersituation von Lainer vorbereitete. Nach der gelugenen Anfangsphase tauchte der 25-Jährige allerdings zusehends ab. Er leistete sich mehrere Ballverluste und sein Passspiel wurde unsauber. Neuhaus kam - trotz hohem Laufaufwand - nicht richtig in die Defensivzweikämpfe, was auch an seinem teilweise schlechten Positionsspiel lag. Der Nationalspieler erzielte in der 73. Minute mit einer überlegten Aktion das vermeintliche 3:0 und ärgerte sich anschließend, dass der Treffer aufgrund eines unnötigen Foulspiels von Thuram wieder einkassiert wurde. Zwei Minuten später machte er Platz für Kramer. Note 3,5.

Joe Scally: Ersetzte den angeschlagenen Bensebaini auf der linken Bahn. Der US-Amerikaner hatte zu Beginn ein paar ‘wilde’ Offensivläufe im Repertoire, mit denen er die Fürther allerdings nicht nachhaltig beeindrucken konnte. Im weiteren Verlauf der Partie hielt er sich zurück. Sein Passspiel war ordentlich und kleinere Wackler machte der 19-Jährige mit viel Einsatzwillen wieder wett. In der 63. Minute war er als Doppelpasspartner von Plea an der ersten Chance nach der Pause beteiligt. Note 3,5.

Breel Embolo: Nachdem er gegen Mainz in der Spitze spielte, rückte der Schweizer nun eine Position zurück und agierte neben Plea und hinter Thuram. Embolo ließ sich mehrfach sehr tief fallen. Die Ballaktionen und das Passspiel des Schweizers waren weitestgehend in Ordnung, aber wirkliche Impulse konnte er dem Gladbacher Offensivspiel nicht geben. Nach der Auswechslung von Thuram rückte Embolo für die letzten Minuten ganz nach vorne. Der 25-Jährige war läuferisch engagierter als zuletzt - diesmal knackte er die 10 Kilometer-Marke. Note 4,0.

Alassane Plea: War wieder der offensive Fixpunkt im Gladbacher Spiel. Der Franzose war an nahezu allen gefährlichen Aktionen beteiligt - zumeist mit einem intelligenten Zuspiel. Und auch wenn der eine oder andere Pass von Plea abgefangen wurde, so war die gute Idee dahinter stets erkennbar. Der 29-Jährige gab mit seinem Steckpass auf Thuram den Assist zum Führungstor und die Elfmetersituation bereitete er mit seinem Zuspiel auf Neuhaus vor. Beim Strafstoß übernahm Plea die Verantwortung und verwandelte sicher. Auch nach der Pause, als Borussia insgesamt deutlich schwächer spielte, war Plea an den wenigen nennenswerten Offensivaktionen beteiligt. So gab er nach Doppelpass mit Scally den ersten Torschuss nach dem Wechsel ab und leitete eine Thuram-Chance mit einem feinen Zuspiel ein. Eine Viertelstunde vor Schluss wurde Franzose durch Stindl ersetzt. Note 2,0.

Marcus Thuram: Übernahm nach überstandener Verletzung die Rolle des zentralen Stürmers. Thuram war zu Beginn sehr präsent, versuchte sich mit einem Flugkopfball und hatte kurz darauf Pech, dass er nach einem Dribbling im Strafraum aus kurzer Distanz am Fürther Keeper scheiterte. Mit einer klugen Kopfballablage bediente Thuram Neuhaus, dessen Schuss allerdings geblockt wurde. Kurz darauf startete der 24-Jährige nach Plea-Pass im richtigen Moment und erzielte überlegt den Führungstreffer. Als Doppelpasspartner für Koné trat Thuram ebenso in Erscheinung, wie nach der Pause bei seiner Schusschance in der 68. Minute, die der Fürther Keeper per Fußabwehr zunichte machte. Vor dem vermeintlichen 3:0 durch Neuhaus riss Thuram unnötigerweise abseits des Balles seinen Gegenspieler um, was zur Aberkennung des Treffers führte. In der 82. Minute machte Thuram Platz für Hofmann. Note 2,5.

Lars Stindl (75. Minute für Plea): Ersetzte Plea positionsgetreu, fiel aber nicht mehr sonderlich auf, weil das Spiel in der Schlussviertelstunde von beiden Seiten nur noch abgewickelt wurde. Ohne Note.

Christoph Kramer (75. Minute für Neuhaus): Übernahm die Rolle von Neuhaus, ohne sich dabei großartig aufdrängen zu können. Ein paar Pässe waren zu lasch und Kramer machte noch eine schmerzhafte Begegnung mit einem Gegenspieler. Ohne Note.

Jonas Hofmann (82. Minute für Thuram): Spielte auf der Embolo-Position, der in den Schlussminuten nach vorne rückte. Ein Antritt des Nationalspielers über rechts war zu notieren, ansonsten gab das Spiel für den 29-Jährigen nicht mehr viel her. Ohne Note.

Patrick Herrmann (88. Minute für Lainer): Sortierte sich auf der rechten Seite ein und hatte noch zwei Ballkontakte. Ohne Note.

Laszlo Bénes (88. Minute für Koné): Auch der 24-Jährige durfte noch zweimal den Ball berühren. Ohne Note.

 


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