Corona-Krise

Die Liga verharrt in der Corona-Warteschleife

von Corona-Krise

Bis 31. August sind Geisterspiele - wenn überhaupt - die einzige Lösung (Foto: TORfabrik.de)

Der ›Corona-Gipfel‹ der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch (15. April) brachte für den deutschen Fußball keine neuen Erkenntnisse. Die Liga verharrt in der Warteschleife - und einigen Vereinen droht der Kollaps.

Vier Stunden dauerte die Debatte der führenden deutschen Politiker, bei der es um die schrittweise Lockerung der aktuellen Restriktionen des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie ging. Erkenntnisse für den Profifußball gab es an diesem Tag nicht - mit einer Ausnahme.

Es wurde entschieden, dass in Deutschland flächendeckend Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten sind. Das betrifft auch Bundesligaspiele - vor Publikum. Ob die anvisierten ›Geisterspiele‹ - die DFL hatte den 9. Mai für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ohne Zuschauer ins Auge gefasst - durchgeführt werden dürfen, bleibt offen. »Die Bundesliga war heute kein Thema«, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder am Mittwoch.

Klar ist, dass Geisterspiele nur unter strikten Hygieneauflagen durchgeführt werden könnten. Experten sprechen davon, dass die Beteiligten in kurzen Abständen getestet werden und nach Möglichkeit isoliert werden müssten. Neben dem Umstand, dass die Testkapazitäten nach wie vor dünn gesät sind, dürfte eine durchgängige Isolation der Profis über mehrere Wochen oder Monate kaum praktikabel sein.

Wenn die DFL die Saison tatsächlich beenden will, muss sie ein ganzheitliches Konzept präsentieren, bei dem es viele Fallstricke auszuklammern gilt. Die Liga soll mit Nachdruck daran arbeiten und hat zuletzt die Vereinsvertreter aufgerufen, die Situation nicht durch öffentliche Spekulationen zu erschweren. Doch viele Stimmen der Experten - auch aus anderen Ländern und Ligen - versehen sämtliche Wiederaufnahmeszenarien mit großen Fragezeichen.

Derweil zeichnet sich immer deutlicher ab, dass ein weiterer Aufschub die finanzielle Situation vieler Bundesligisten existenzbedrohend verschärfen würde. Am Mittwoch meldete der ›kicker‹, dass Schalke 04 - wenig überraschend - schon Anfang Mai der Kollaps droht, wenn die vierte Rate der TV-Gelder für diese Saison nicht gezahlt wird. Insgesamt 13 der 36 Profivereine soll im Zeitraum Mai/Juni die Insolvenz drohen.

Die Lage ist prekär, doch die Liga und die Vereine müssen zwangsweise weiter in der Warteschleife verharren. Die DFL hat die ursprünglich für Freitag (17. April) angesetzte Ligaversammlung, auf der konkrete Modelle zur Fortführung des Spielbetriebs erwartet wurden, auf den nächsten Donnerstag (23. April) verschoben.

 


von Redaktion TORfabrik

 

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