Transfercoup auf internationalem Parkett

Borussia holt Mamadou Doucouré

von von Marc Basten
Mamadou Doucouré unterschrieb für fünf Jahre. (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images)

Mamadou Doucouré unterschrieb für fünf Jahre. (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images)

Einer der interessantesten Nachwuchsspieler Frankreichs wechselt zu Borussia Mönchengladbach. Wie der Verein jetzt bestätigte, erhält Mamadou Doucouré von Paris St.-Germain einen Vertrag bis 2021.

Es sind wilde Zeiten im Profifußball. Die Ablösesummen überschlagen sich, das frische TV-Geld aus England heizt einen ohnehin brodelnden Markt so richtig auf. Das gilt nicht nur für das Segment der ‚fertigen Stars‘, sondern immer mehr auch im Bereich der Talente, die gerade mal eine Saison im Profifußball unterwegs sind. Summen, die zum Beispiel für einen Frischling wie Leroy Sané im Gespräch sind, zeigen die Entwicklung.

Doch mittlerweile wird nicht nur bei den 20-Jährigen gewildert, sondern auch in den Jahrgängen darunter werden bereits erhebliche Summen bewegt. Und zwar in Größenordnungen, bei denen viele ambitionierte Klubs von vorneherein abwinken müssen, wenn sie sich um ein vermeintliches Toptalent bemühen.

Umso erstaunlicher ist es, dass Borussia Mönchengladbach die Verpflichtung des gerade 18 Jahre alt gewordenen Mamadou Doucouré vermelden kann. Der Franzose mit senegalesischen Wurzeln gilt als einer der talentiertesten Nachwuchsverteidiger Frankreichs. Dem Linksfuß werden überdurchschnittliche technische Fähigkeiten und ein gehobenes Niveau im Aufbauspiel attestiert. Ebenso überzeugte er regelmäßige Beobachter mit einem ausgeprägt guten Stellungsspiel als Innenverteidiger.

PSG hatte es nicht besonders eilig mit Doucouré

Diese Vorschusslorbeeren riefen natürlich Scouts aus aller Herren Länder auf den Plan. Zumal Doucouré nicht gerade bei einem Wald- und Wiesenverein spielte, sondern im Schaufenster der Akademie von Paris St.-Germain. Er gewann mit der französischen U17-Nationalmannschaft im letzten Jahr die Europameisterschaft und zog als Stammspieler der Nachwuchsmannschaft von PSG ins Finale der Youth League ein.

Gleichwohl hatte es PSG nicht sonderlich eilig, mit dem Talent einen Zukunftsplan zu entwerfen. Einen Profivertrag hatte Doucouré noch nicht, was den Verantwortlichen von PSG erst (zu) spät aufging. Das von einer französischen Zeitung kolportierte Angebot für einen langfristigen Profivertrag und ein dickes Handgeld soll Doucouré abgelehnt haben.

Christensen als leuchtendes Beispiel

Stattdessen will der 1,84 Meter große Innenverteidiger die ersten Schritte im Profifußball bei Borussia Mönchengladbach machen. Trotz weitaus finanzkräftigerer Vereine hat ihn offensichtlich die sportliche Perspektive überzeugt. Mit diesem Pfund kann Borussia wahrlich wuchern: Andreas Christensen kam vor einem Jahr mit einer ähnlichen Vita aus der Nachwuchsriege von Chelsea und startete direkt durch. Eine Entwicklung, die Christensen in London niemals genommen hätte. Mamadou Doucouré wird sich an diesem Beispiel orientieren, auch wenn er noch ein Jahr jünger ist als Christensen bei seinem Wechsel an den Niederrhein.

Zudem kam Christensen aus Dänemark über London nach Gladbach, Doucouré direkt aus seiner Heimatstadt Paris und von dem Klub, bei dem er seit seinem 13. Lebensjahr kickte. Man wird ihm also eine gewisse Eingewöhnungszeit zugestehen müssen, zumal er beim Trainingsauftakt am 29. Juni noch nicht dabei sein kann. »Er hat sich leider im letzten Meisterschaftsspiel mit der U19 von PSG einen Muskelbündelriss zugezogen und wird noch ein paar Wochen ausfallen«, so Max Eberl. Eine interessante Verpflichtung ist Mamadou Doucouré allemal. Und ein echter Coup für Borussia auf dem internationalen Parkett.

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