Gladbach will weiter punkten

Borussen in der Hauptstadt

Created by von Marc Basten
Die nächsten Punkte im Blick (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Die nächsten Punkte im Blick (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Nach Berlin wollen die Borussen in dieser Saison auf jeden Fall nochmal: ins Pokalfinale im Mai. Zunächst steht aber die Dienstreise in der Bundesliga auf dem Programm. Nach dem Schalke-Doppelpack wartet die ›Alte Dame‹ Hertha.

Es bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen in diesen Tagen. Auch die Bilanz des Schalke-Doppelpacks muss schnell gezogen werden: Zwei Siege, ein Schwerverletzter (André Hahn) und einer, der Glück im Unglück hatte (Tony Jantschke).

»Tony kann möglicherweise schon nächste Woche wieder ins Training einsteigen«, gab André Schubert Entwarnung. Jantschke zog sich ›nur‹ eine schwere Kapsel-Bänderdehnung in der Schulter zu. »Wir hatten befürchtet, er hätte eine Schultereckgelenkssprengung oder einen Bänderriss«, sagte Schubert. »Zum Glück hat sich das nicht bestätigt.

Verzichten muss der ›Weiterhin-Interimscoach‹ auf Jantschke am Samstag in Berlin auf Fälle. Ansonsten sieht es so aus, als ob sowohl Álvaro Dominguez (Schubert: »Er hätte schon Mittwoch von Anfang an spielen können«) als auch Raffael (grippaler Infekt) einsatzfähig sein werden.

Borussia und Schubert benötigen in der Hauptstadt die stärkste Elf, schließlich hat sich die Hertha still und leise zu einer der Überraschungsmannschaften der Liga gemausert. »Berlin ist als Mannschaft sehr stark gewachsen und präsentiert sich als absolute Einheit«, lobt Schubert die Arbeit von Pal Dardei. »Sie spielen taktisch diszipliniert und mit unheimlich viel Herz«. Dazu spiele Hertha seit dieser Saison verstärkt auf Ballbesitz, zudem seien die Berliner bei Standards brandgefährlich. »Sie sind sicherlich nicht so leicht zu bespielen«, weiß Schubert. »Die Partie ist eine Herausforderung für uns«.

Andererseits ist auch den Berlinern klar, dass Borussia Mönchengladbach einer der Gegner ist, die man sich in diesen Wochen nun wirklich nicht wünscht. Der Lauf unter André Schubert hat sich schon fast zu einer Lawine entwickelt. Wenn man diese Borussen stoppen will, muss man schon einiges aufbieten.

Wobei die erste Halbzeit am Mittwoch in der Schalker Arena gezeigt hat, dass die Gladbacher keinen Deut nachlassen dürfen, wenn sie weiter die Erfolgswelle reiten wollen. »Da war der gesamte Spielaufbau nicht gut«, monierte Schubert. »Wir haben zu viele lange Bälle gespielt und sind den Gegner vorne nicht gut angelaufen«.

Dass die Mannschaft nach der Pause die vorgenommenen Korrekturen annahm und umsetzte, spricht wiederum für Trainer und Team. Mittlerweile ist man so gefestigt, dass man den Hebel auch im laufenden Betrieb umlegen kann.

Auf Schalke sammelte André Schubert insoweit weitere Pluspunkte bei seiner ›Echtzeitbewerbung‹. Johnson zu bringen und Hazard in die Mitte zu stellen, erwies sich als die genau richtige Maßnahme. »Mit Fabian haben wir auf der linken Mittelfeldseite mehr Stabilität bekommen und Thorgan hat es vorne zusammen mit Lars sehr gut gemacht«, sagte Schubert. »Ich glaube, er fühlt sich auf der zentralen Position deutlich wohler«.

Leidtragender war Josip Drmić, der bereits zur Pause raus musste. »Für ihn tat es mir wahnsinnig leid«, sagte Schubert. Trotz der zeitigen Auswechslung wollte er den Schweizer nicht an den Pranger stellen, sondern lobte seine Einsatzbereitschaft. »Er ist mehr als sechs Kilometer gelaufen, was für einen Stürmer eine Menge Holz ist. Das zeigt, dass er es mit aller Macht schaffen will, ein Gefühl für die Räume und unsere Defensivarbeit zu bekommen. Aber noch fehlt es an der nötigen Bindung, doch daran werden wir gemeinsam mit ihm arbeiten«.

Gegen Hertha wird Drmić wieder auf die Bank müssen. »Ich lege mich nie auf einzelne Spieler fest, aber klar ist, dass Lars und Raffa derzeit im Angriff die Nase vorne haben«, sagte Schubert.

Ob die Borussen in Berlin die Nase vorn haben werden, bleibt abzuwarten. Sollte tatsächlich der sechste Ligasieg in Folge gelingen, würde André Schubert den Startrekord von Stuttgarts Willi Entenmann einstellen. Dass ihn das »überhaupt nicht interessiert«, hat Schubert bereits mehrfach kundgetan. Doch wenn er den Rekord mitnimmt, werden weder er noch die erwarteten 7000 Borussenfans im Olympiastadion etwas dagegen haben.

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