Halbfinale: Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt

Aus in der Elfer-Lotterie

von von Marc Basten
Es reichte nicht für Stindl und Borussia  (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Es reichte nicht für Stindl und Borussia (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach hat den Einzug ins Pokalfinale verpasst. Am Dienstagabend unterlag die Fohlenelf Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten stand es 1:1, im Shoot-Out scheiterten Christensen und Sow. Hrgota schoss Frankfurt nach Berlin.

Dieter Hecking schickte die gleichen elf Spieler ins Rennen, die am Samstag Borussia Dortmund unterlagen. Einzige Veränderung im Kader war die Nominierung von Sow für den verletzten Drmić.

Im ausverkauften Borussia-Park sorgten die Frankfurt-Fans mit einer Menge Pyro für einen dichten Rauchteppich, der anscheinend die Gladbacher Borussen vernebelte. Denn die Fohlenelf startete verunsichert in die Partie und ließ sich von den aggressiven Frankfurtern den Schneid abkaufen.

Schon in der zweiten Minute rettete Sommer gegen Hrgota, Wendt pennte beim Nachschuss von Fabian, der knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Keine sechzig Sekunden später rutschte Hrgota haarscharf an einer Hereingabe an den Gladbacher Fünfmeterraum vorbei.

Die Borussen fingen sich zwar etwas, doch Frankfurt war deutlich besser im Spiel. Die Führung der Gäste nach einer Viertelstunde entsprach dem Spielverlauf. Eine Flanke von Chandler von Gladbachs linker Seite rutschte in der Mitte durch, Elvedi ließ Tawatha gewähren, der den Ball per Außenrist via Innenpfosten ins kurze Eck beförderte (15.).

Borussia antwortete zwar mit einem Direktschuss von Dahoud, mit dem Hradecky kleinere Probleme hatte, aber der Treffer hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Die Borussen standen gemeinschaftlich neben den Schuhen und ließen sich von den bissigen Frankfurtern regelrecht abkochen.

Fast jeder zweite Ball landete bei einem Rot-Schwarzen, die das Gladbacher Mittelfeld ohne Probleme überbrückten. Zum Glück für die Fohlenelf stellten sie sich am und im Strafraum nicht wirklich geschickt an. Ein Flachschuss von Rebic war die beste Chance nach dem Führungstreffer (17.).

Den Borussen gelang weiter so gut wie gar nichts. Wendt, der bereits Gelb gesehen hatte, wurde in der 40. Minute gegen Nico Schulz ausgetauscht. Die Gladbacher taumelten, doch sie gaben in den letzten Minuten der ersten Halbzeit doch noch Lebenszeichen von sich. Nach einem langen Abschlag von Sommer verschätzten sich zwei Frankfurter und Hofmann versuchte den Ball an dem aus seinem Tor eilenden Hradecky vorbeizulegen - doch die Kugel flog auch am Tor vorbei (42.).

In der zweiten Minute der Nachspielzeit machte es Hofmann besser. Eine Flanke von Traoré von der linken Seite segelte in den Strafraum, Hahn verlängerte per Kopf vors Tor, wo Hofmann das Leder über die Linie zum 1:1 drückte.

Der Ausgleich war angesichts des Spielverlaufs glücklich, doch mit Wiederbeginn machten sich die Borussen dran, sich das Resultat nachträglich zu verdienen. Die Gladbacher waren nun aktiver, gingen mit mehr Mumm zur Sache und übernahmen das Kommando im Borussia-Park. Frankfurt hatte einzig einen Schuss von Fabian zu bieten, den Sommer sicher parierte (50.). Ansonsten spielten nur noch die Gastgeber, die aus ihrer Überlegenheit allerdings zu wenig klare Chancen erspielten. Ein Flachschuss von Stindl, den Hradecky parierte, war die beste Gelegenheit der Gladbacher (74.).

So ging es in die Verlängerung, wobei die Borussen deutlich Rückenwind hatten. Die Frankfurter zollten dem Aufwand der ersten Halbzeit Tribut - mehrere Spieler schleppten sich nur noch übers Feld. Borussia war klar tonangebend, machte aber weiter zu wenig aus der Dominanz. Ein geblockter Hahn-Schuss (98.), Elvedi freistehend in die Arme von Hradecky (108.) und ein abgefälschter Stindl-Schuss (110.) waren letztlich zu wenig, um dem Elfmeterschießen zu entgehen.

Der Shoot-Out geriet zum echten Krimi, weil sich zunächst kein Schütze eine Blöße gab. Die Gladbacher verwandelten wuchtig und eiskalt, die Frankfurter guckten Sommer aus. Andreas Christensen war der siebte Gladbacher Schütze - er scheiterte an Hradecky. Doch nun parierte auch Sommer gegen Varela, aber der eingewechselte Sow fand in Hradecky seinen Meister. Für Frankfurt trat dann - welch bittere Ironie - Branimir Hrgota an und schoss die Eintracht nach Berlin.

Borussia fliegt in der Elfer-Lotterie raus, was zu vermeiden gewesen wäre, wenn man nach katastrophaler erster Halbzeit die Überlegenheit im zweiten Durchgang und der Verlängerung zum zweiten Tor genutzt hätte.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi, Christensen, Vestergaard, Wendt (40. N. Schulz)- Strobl, Dahoud (80. Bénes) - Traoré (91. Herrmann), Hofmann (111. Sow) - Stindl, Hahn

weiter im Kader: Sippel (ETW), Kolo, Korb

Eintracht Frankfurt: Hradecky - Chandler, Abraham, Hector, Oczipka - Mascarell (59. Wolf (71. Varela)) - Gacinovic - Tawatha (103. Russ), Fabian, Rebic (75. Seferovic)- Hrgota

Tore: 0:1 Tawatha (15.), 1:1 Hofmann (45.+2)

Elfmeterschießen: Stindl 2:1, Oczipka 2:2, Herrmann 3:2, Hector 3:3, Hahn 4:3, Gacinovic 4:4, Strobl 5:4, Fabian 5:5, Bénes 6:5, Russ 6:6, Vestergaard 7:6, Severovic 7:7, Christensen scheitert an Hradecky, Varela scheitert an Sommer, Sow scheitert an Hradecky, Hrgota trifft zum 8:7

Gelbe Karten: Wendt, Schulz, Hahn - Fabian, Varela

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberaspach)

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