Dahoud künftig in Schwarz-Gelb

»Allein das Spiel in Frankfurt zählt«

von von Marc Basten
Max Eberl verkündet Dahouds Abgang (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Max Eberl verkündet Dahouds Abgang (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Das Ende der Länderspielpause wurde in Mönchengladbach am Donnerstag mit der Bekanntgabe des Wechsels von Mo Dahoud zu Borussia Dortmund eingeleitet. Die Bundesligapartie in Frankfurt (Samstag, 18.30 Uhr) rückte kurzzeitig in den Hintergrund.

In den letzten Tagen hatten die Spekulationen um den allgemein erwarteten Abgang von Mo Dahoud zum Saisonende nochmals Fahrt aufgenommen. Am Donnerstag beendete Sportdirektor Max Eberl diese mit einer klaren Ansage: »Mo wird uns verlassen, er hat sich für Borussia Dortmund entschieden«.

Auch wenn niemand überrascht sein durfte, so war die Endgültigkeit in Eberls Worten schon von einer gewissen Bitterkeit begleitet. »Es ist schade, weil wir wieder ein großes Talent verlieren«, sagte Eberl und verwies auf ähnliche Vorgänge in den vergangenen Jahren. Doch es sei der Gladbacher Weg, Talente zu finden, sie auf ein Toplevel zu bringen, von ihnen sportlich zu profitieren und sie am Tag X ziehen zu lassen. »Das ist alternativlos«, sagte Eberl.

Keine näheren Angaben wollte der Sportdirektor über die Konditionen des Wechsels machen. Ob es die ominöse Klausel in Dahouds Vertrag, über die im On-Of-Modus immer wieder spekuliert wurde, wirklich gibt, bleibt weiter unklar. Eberl verwies auf das üblicherweise zwischen den Parteien vereinbarte Stillschweigen.

Dass Dahoud ausgerechnet nach Dortmund geht, wollte Eberl nicht groß kommentieren. »Ausland, Deutschland – wenn er uns verlässt, ist das scheiße. Aber der Spieler hat sich entschieden und wir werden sehr, sehr gutes Geld verdienen. Das werden wir investieren. Wir wissen, dass wir im Sommer eine große Herausforderung haben.«

Eberl sprach vom »weinenden und lachenden Auge« und zeigte sich erleichtert, dass nunmehr Klarheit herrscht. »Die Spekulationen sind weg, Mo kann sich komplett auf die finale Phase konzentrieren.« So sieht es auch Dieter Hecking: »Wir haben noch gemeinsame Ziele. Mo ist in dieser Saison noch ein wichtiger Spieler für uns. Es ist schade, aber er hat sich so entschieden. Da gibt es keinen Groll von mir als Trainer. Gute Spieler sind halt im Fokus von großen Vereinen.«

Natürlich richteten sich die Fragen in Richtung einer Nachfolge für Dahoud, bei denen Hecking mögliche interne Überlegungen (Benes, Hofmann) anschnitt. Dass es externe Lösungen – auch für den nach Chelsea zurückkehrenden Christensen – geben wird, steht allerdings außer Zweifel.

Doch das ist Zukunftsmusik, denn zunächst muss der Fokus auf das Topspiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag gelegt werden. Da wird Mo Dahoud noch das Trikot der richtigen Borussia tragen. Der U21-Nationalspieler hat seine muskulären Probleme überwunden. »Er hat ohne Beschwerden voll trainiert«, bestätigte Hecking. »Ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung steht.«

Auch Kapitän Lars Stindl nahm wieder am Mannschaftstraining teil, ebenso Ibo Traoré nach langer Leidenszeit. Die Nationalspieler – inklusive Thorgan Hazard nach einem Kurzeinsatz für Belgien – sind wohlbehalten wieder nach Mönchengladbach zurückgekehrt. Definitiv fehlen aus der Basiself wird demnach nur Christoph Kramer.

Ein Fragezeichen steht noch hinter Raffael, der aktuell bei seiner hochschwangeren Frau weilt. »Raffa kriegt die ganze Freiheit, das mit seiner Familie zu erleben«, sagte Hecking angesichts der anstehenden Zwillingsgeburt im Hause Raffael. Natürlich hoffen alle Beteiligten, dass der Brasilianer am Samstag dabei sein kann.«

In Frankfurt wartet eine der unangenehmsten Mannschaften der Liga, auf die man dreieinhalb Wochen später im Pokalhalbfinale nochmals trifft. »Wir wollen Frankfurt vor Aufgaben stellen, das ist unsere Herangehensweise«, kündigte Hecking an. Trotz des sehr physischen Stils der Kovac-Truppe bleibt der Trainer seiner Marschroute treu. »Wir wollen uns nicht zu sehr auf die Spielweise des Gegners einstellen, sondern unser Spiel machen.« Hecking sieht sein Team gut gerüstet für die nächsten Aufgaben. »Die Länderspielpause war willkommen. Alle konnten mal durchschnaufen und ein bisschen Abstand gewinnen. Die letzten Spiele sind an die Substanz gegangen und wir hatten am Ende ein paar Verletzungen zu viel. Jetzt hat sich Personalsituation ein bisschen entspannt.«

Frankfurt ist der Auftakt zu einer englischen Woche, in der noch Hertha und Köln warten. Das sind durchaus vorentscheidende Duelle im Hinblick auf einen möglichen Angriff auf die europäischen Plätze. Doch Max Eberl blockt ab: »Große Prognosen sind nicht zielführend. Allein das Spiel in Frankfurt zählt.«

Die WM-Arena ist am Samstag mit 51.500 Zuschauern ausverkauft. Borussia rechnet mit rund 5.000 VfL-Anhängern in Frankfurt.

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