Borussia Mönchengladbach - FC St. Pauli 4:4 (1:1)

4:4 im Test gegen St. Pauli

von von Marc Basten
Patrick Herrmann traf am Ende zum 4:4 (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Patrick Herrmann traf am Ende zum 4:4 (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Acht Tore gab es am Freitag im Testspiel von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zu sehen. Die Borussen lagen zwischenzeitlich mit 1:4 zurück, konnten kurz vor Schluss aber noch ausgleichen.

Dieter Hecking konnte auf dem Fohlenplatz auch ohne die Nationalspieler und die Rekonvaleszenten eine konkurrenzfähige Truppe ins Rennen schicken. Vor Torwart Sippel bildeten Korb, Jantschke, Kolo und Nico Schulz die Viererabwehrkette. Auf der Doppelsechs agierten Strobl und Hofmann, Herrmann und Hahn bekleideten die Außenpositionen. Vorne teilten sich Simakala und Raffael den Raum.

Für Julian Korb, Kolo und Nico Schulz war das Spiel die Gelegenheit, sich unter Wettkampfbedingungen zeigen zu können, nachdem sie bislang unter Dieter Hecking nur wenige Einsatzminuten hatten. Tony Jantschke bewies derweil wieder einmal seine Vielseitigkeit: Etatmäßig als Rechtsverteidiger unterwegs, half er gegen die Bayern zuletzt im defensiven Mittelfeld aus und spielte nun Innenverteidiger.

Jonas Hofmann als zweiter Sechser, quasi in der Dahoud-Rolle, war in der ersten Viertelstunde der auffälligste Borusse. St. Pauli ließ die Gladbacher in Ruhe aufbauen und Hofmann gefiel als Ballschlepper und Spielgestalter. Die Fohlenelf war klar tonangebend, ließ Ball und Gegner laufen. Ein Simakala-Flachschuss aus der Distanz strich knapp vorbei (6.), nach einer feinen Kombination über Strobl und Raffael kam Schulz auf links frei zum Abschluss, doch sein Schuss wurde im kurzen Eck von Paulis Keeper abgewehrt (10.).

Im Anschluss an eine erste Konterchance stellte die Truppe von Ewald Lienen um auf Offensivpressing. Damit kamen die Borussen nicht gut zurecht. Der Spielfluss war dahin, es gab viele Ballverluste und wenig Kontrolle. St. Pauli machte es nicht schlecht, konnte allerdings auch kein Kapital aus dem strapaziösen Spiel ziehen.

Nach knapp einer halben Stunde zog sich der Zweitligist wieder etwas zurück und fing sich prompt den Gegentreffer. Borussia spielte sich an und in den Strafraum der St. Paulianer, so richtig zwingend wirkte es aber nicht. Doch dann nahm Simakala den Ball 14 Meter halbrechts an und zielte flach und trocken ins kurze Eck, womit er den Torwart auf dem falschen Fuß erwischte (30.).

Sechs Minuten später hätten die Borussen erhöhen können. Herrmann schaltete nach einem Ballverlust der Hamburger schnell und bediente Hahn, der von der Strafraumgrenze flach ganz knapp am Tor vorbei zielte (36.).

Auf der anderen Seite verteidigten die Borussen etwas luftig und wurden prompt bestraft. Schulz ging nicht richtig hin gegen Sobota, der aus 17 Metern unhaltbar für Sippel zum Ausgleich ins Eck traf (40.).

Apropos luftig verteidigen: Das war das Motto der Gladbacher Borussen in der Viertelstunde nach der Pause. Zwei Wechsel hatte es gegeben - der 'ewige Testspiel-Kader-Auffüller' Nico Brandenburger kam für Strobl, Heimeroth für Sippel. Heimeroths erste Aktion war es, den Ball aus dem Tor zu holen. Eine hohe Flanke von Gladbachs rechter Seite nahm Nehrig im Strafraum sehenswert volley ab und traf zum 1:2 ins lange Eck (50.).

Borussia war unsortiert und fing sich kurz darauf den dritten Gegentreffer. Jantschke trat nach einer weiten Hereingabe in den Sechzehner am Ball vorbei, Schneider überlupfte den desorientierten Heimeroth und es stand 1:3 (58.). Keine zwei Minuten später wurde es fast schon peinlich: Heimeroth verschätzte sich bei einer Ecke und Zierig köpfte locker zum vierten Treffer für St. Pauli ein (60.).

Immerhin fühlten sich die Borussen, bei denen die Youngster Nkansah (für Jantschke), Yeboah (für Raffael) und Feigenspann (für Simakala) in die Partie kamen, an der Ehre gepackt. Einen Distanzknaller von Kolo lenkte der Keeper noch über den Querbalken (65.), gegen Hofmanns Schuss zum 2:4 aus kurzer Distanz nach schönem Herrmann-Zuspiel hatte er keine Chance (77.).

Fünf Minuten später lief Yeboah bei einem Konter alleine aufs Tor der Gäste zu, ließ sich nicht beirren und traf sicher zum 3:4 (82.). Die Borussen wollten jetzt den Ausgleich und in der 88. Minute war es tatsächlich soweit. Ein hoher Ball in den Strafraum in Richtung Hahn wurde abgewehrt, doch 17 Meter vor dem Kasten lauerte Herrmann. Der nahm das Leder mit rechts und mit einer schönen Flugbahn flog es zum 4:4 in den Winkel.

Ein versöhnliches Ende eines insgesamt unterhaltsamen Testspiels auf dem Fohlenplatz. Neben vielen Toren konnte man die Erkenntnis mitnehmen, dass sich weder Korb, Schulz noch Kolo nachhaltig für mehr Einsatzzeit empfehlen konnten.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sippel - Korb, Jantschke (61. Nikansah), Kolo, N. Schulz - Strobl (46. Brandenburger), Hofmann - Herrmann, Hahn - Simakala (69. Feigenspann), Raffael (61. Yeboah)

Tore: 1:0 Simakala (30.), 1:1 Subota (40.), 1:2 Nehrig (50.), 1:3 Schneider (58.), 1:4 Zierig (60.), 2:4 Hofmann (77.), 3:4 Yeboah (82.), 4:4 Herrmann (88.)

Schiedsrichter: Dr. Martin Tomsen

Zuschauer: 977 auf dem Fohlenplatz

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