AC Florenz - Borussia Mönchengladbach

4:2! Wahnsinnsspiel in Florenz!

Created by von Marc Basten
Lars Stindl mit Hattrick (Foto: Vincenzo Pinto / AFP / Getty Images)

Lars Stindl mit Hattrick (Foto: Vincenzo Pinto / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach steht im Achtelfinale der Europa League. Nach einem 0:2 Rückstand drehten die Borussen in Florenz das Spiel durch einen Dreierpack von Lars Stindl und einen Treffer von Andreas Christensen. Ein Wahnsinnsspiel.

Dieter Hecking nahm gegenüber dem Bundesligaspiel am Sonntag gegen Leipzig zwei Veränderungen in der Startelf vor: Jonas Hofmann und Patrick Herrmann rückten ins Team, dafür nahmen Fabian Johnson und André Hahn zunächst auf der Bank Platz. Dort saß auch Raffael nach überstandenen Oberschenkelproblemen.

Aus dem 22-Mann-Kader, der mit in die Toskana geflogen war, wurden Heimeroth, Nico Schulz, Nico Elvedi und Julian Korb gestrichen.

Die Borussen kamen gut in die Partie und waren in der Anfangsphase das bessere Team im Stadio Artemio Franchi. Sie setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest, pressten und drängten die Italiener zurück. Und sie kamen zur ersten Chance: Hofmann spielte Doppelpass mit Hazard, doch seinem Abschluss in die Arme des Keepers fehlte Schwung und Präzision (4.).

Nach einer abgewehrten kurzen Ecke bekam Wendt kurz darauf eine zweite Möglichkeit für eine Flanke. Vestergaard rauschte in den Ball und köpfte ihn an den linken Pfosten (7.). Welch ein Pech für die Borussen, die auch in den nächsten Minuten am Drücker bleiben.

Doch dann wurden sie eiskalt erwischt, nachdem Dahoud kurz hinter der Mittellinie einen Zweikampf verlor und Florenz blitzschnell umschaltete. Die Borussen verteidigten es nicht gut, Bernadeschi bediente Kalinic, der mit präzisem Schuss ins lange Eck traf (15.).

Durch dieses Tor aus dem Nichts veränderte sich die Gemengelage schlagartig. Die Fiorentina war plötzlich obenauf, während die Borussen deutlich am Gegentreffer zu knabbern hatten. Nach einer ungeschickten Abwehraktion von Vestergaard musste Sommer zweimal gegen Chiesa klären (23.), ehe Dahoud nach einer flachen Hereingabe von Herrmann über das Tor der Italiener schoss (25.).

Kurz darauf musste Hazard mit einer Muskelverletzung vom Platz, Drmić kam für ihn. Der Schweizer war noch nicht lange auf dem Feld, da musste er mit ansehen, wie sich sein Kollege Vestergaard den Platz in sämtlichen Jahresrückblicken sicherte. Einen Rückpass von Hofmann wollte der Däne - völlig unbedrängt - von der eigenen Strafraumgrenze nach vorne schlagen. Doch er trat über den Ball und fiel dabei hin - das hatte was von Slapstick. Bora Velaero profitierte und netzte gegen Sommer zum 2:0 ein (29.).

Damit war das Spiel so gut wie gelaufen, denn Borussia musste nun drei Tore für ein Weiterkommen erzielen. Das erschien, auch angesichts der deutlich geschockten Gladbacher, nicht vorstellbar. Doch zum Ende der ersten Halbzeit fingen sich die Fohlen etwas und eine Minute vor dem Pausenpfiff gab es einen Hoffnungsschimmer. Nach einer Hofmann-Flanke wurde Herrmann im Strafraum von Olivera gehalten und der Referee entschied auf Elfmeter. Lars Stindl verwandelte sicher zum Anschlusstreffer (44.).

Was dann in der Viertelstunde nach der Pause passierte, ist kaum in Worte zu fassen. Es begann in der 47. Minute, als Hofmann eine Ecke schlug. Christensen beförderte einen Kopfball eher unfreiwillig Richtung Tor, Drmić scheiterte aus Nahdistanz am Keeper, doch Stindl verwertete den Rebound durch die Beine eines Gegners zum Ausgleich.

Auf der anderen Seite verhinderte Sommer mit starker Reaktion gegen Kalinic den neuerlichen Rückstand (50.), fünf Minuten später hatten die Borussen das Spiel komplett gedreht. Hofmann spielte einen Freistoß von rechts flach quer, Stindl schoss aus 16 Metern trocken ins rechte Eck (55.) - der Dreierpack des Kapitäns war perfekt.

Und es sollte noch besser kommen. Christensen trat energisch an, spielte Doppelpass mit Drmić und sein abgefälschter Schuss landete auf dem Tornetz. Die anschließende Ecke führte Hofmann kurz auf Herrmann aus, der zurück zu Hofmann spielte. Der Ex-Dortmunder zog in den Strafraum und flankte butterweich in die Mitte, wo Christensen den Ball zum 4:2 per Kopf ins Netz wuchtete (60.).

Unglaublich aber wahr - die Borussia war obenauf und Florenz musste nun seinerseits zwei Tore erzielen. Das schafften die Gastgeber nicht. Am nächsten dran war der eingewechselte Ilicic, der einen Freistoß aus zwanzig Metern an die Latte hämmerte (67.). Doch mehr bekam Florenz nicht zustande, die Borussen verteidigten aufmerksam und mit Leidenschaft und brachten das Ergebnis über die Zeit.

Am Ende konnten sich die Gladbacher verdientermaßen ausgiebig von den begeisterten Borussenfans feiern lassen. Diese Europacupreise hat sich definitiv gelohnt.

Kurzstatistik zum Spiel:

AC Florenz: Tatarusanu - Sanchez, Rodriguez, Astori - Chiesa, Badelj, Vecino, Olivera - Borja Valero, Bernardeschi (72. Ilicic) - Kalinic

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud (80. Strobl) - Herrmann, Hofmann (72. Johnson)- Hazard (27. Drmić), Stindl

weiter im Kader: Sippel (ETW), Raffael, Kolo, Hahn

Tore: 1:0 Kalinic (15.), 2:0 Borja Valero (29.) 2:1 Stindl (44./FE), 2:2 Stindl (47.) , 2:3 Stndl (55.), 2:4 Christensen (60.)

Gelbe Karten: Vecino, Olivera - Kramer, Stindl

Schiedsrichter: Artur Manuel Ribeiro Soares Dias (Portugal)

Zuschauer: 24.712

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