1. Runde DFB-Pokal: St. Pauli - Borussia Mönchengladbach 1:4 (1:0)

4:1! Borussia nimmt die Hürde St. Pauli

von von Marc Basten
Jubel um Doppeltorschützen Lars Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Jubel um Doppeltorschützen Lars Stindl (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Mit 4:1 (0:1) setzte sich Borussia Mönchengladbach am Montag in der 1. Runde des DFB Pokals beim FC St. Pauli durch. Lars Stindl (2), Ibrahima Traore und Thorgan Hazard trafen für die Fohlen nach der Pause.

Lucien Favre schickte am Millerntor wie erwartet die Youngster-Innenverteidigung mit Marvin Schulz und Andreas Christensen ins Rennen. Lars Stindl begann im defensiven Mittelfeld neben Granit Xhaka, Josip Drmić gab sein Debüt an der Seite von Raffael. Etwas überraschend rückte Fabian Johnson in die Startformation, Patrick Herrmann blieb zunächst draußen.

St. Pauli startete mit viel Schwung in die Partie, angetrieben vom Publikum und unterstützt vom Regen, der für echte Pokalatmosphäre sorgte. Die Borussen ließen sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und parierten die letztlich wenig gefährlichen Vorstöße der Lienen-Truppe gekonnt.

Nach sieben Minuten meldete sich die Fohlenelf erstmals im Hamburger Strafraum. Nach Zuspiel von Johnson probierte es Raffael von halbrechts mit einem Schuss aufs lange Eck, St. Paulis Keeper Himmelmann war zu Stelle. Auf der anderen Seite mussten die Borussen einmal kurz die Luft anhalten, als das Leder nach einem Konter der Gastgeber scharf vor das Gladbacher Tor gespielt wurde, in der Zentrale jedoch nicht verwertet werden konnte (10.).

Nach und nach verebbte die Anfangseuphorie der St. Paulianer und die Borussen nahmen das Heft des Handelns in die Hand. Sie ließen Ball und Gegner laufen und entschieden die wichtigen Zweikämpfe für sich. Was fehlte, war das Durchsetzungsvermögen am und im gegnerischen Strafraum. Ein Schuss von Drmić zentral auf den Torwart (30.) war zu wenig Ertrag.

Dummerweise brachten die Borussen die mittlerweile mehr als harmlosen Hamburger zurück ins Spiel. Und wie. Xhaka schenkte in der Vorwärtsbewegung lässig den Ball her, und obwohl reichlich Zeit war, das zu korrigieren, bekamen die Gladbacher keinen Zugriff. Xhaka verpasste es, den Passweg am Strafraum zu schließen, Stindl konnte nicht mehr eingreifen und Rzatkowski ließ Sommer mit einem platzierten Schuss aus siebzehn Metern keine Abwehrchance (33.)

Nach dem überraschenden Rückstand wirkten die Borussen leicht verunsichert, während St. Pauli mit dem Publikum im Rücken wieder Dampf machte. Es wurde hektisch, die Gastgeber kamen vor dem Pausenpfiff noch zu zwei Halbchancen. Der Pokalfight war eröffnet - genauso, wie es die Gladbacher nicht wollten.

Doch mit Wiederanpfiff rückte der VfL die Verhältnisse zurecht - auf eindrucksvolle Art und Weise. Johnson (49.) und Stindl (53.) hätten schon treffen können, ehe Stindl es im zweiten Versuch besser machte. Nach Vorarbeit des agilen Traoré landete der abgefälschte Schuss des Ex-Hannoveraners im Winkel des Hamburger Tores (54.).

Zwei Minuten später wurde die Partie komplett gedreht. Erneut war es Traoré, der über die rechte Seite startete. Er zog nach innen, Stindl legte den Ball schön auf und Traoré zirkelte ihn mit links wunderbar ins Eck. Da Drmić rechtzeitig den Kopf einzog, war das Traumtor perfekt (56.).

Borussia war total überlegen, der Zweitligist bekam kaum Luft zum Atmen. So war es nur folgerichtig, dass die Gladbacher in der 67. Minute den Sack zumachten. Nach einer Kombination über Wendt und Johnson scheiterte Raffael am Torwart, doch Stindl verwertete den Rebound aus 13 Metern überlegt zu seinem zweiten Treffer an diesem Abend.

Damit war das Spiel durch, selbst wenn St. Pauli noch fünf starke Minuten hatte. Sommer wehrte einen Schuss von Rzatkowski bravourös ab (75.), sechzig Sekunden später parierte der Schweizer einen abgefälschten Ball. Kurz darauf blockte der aufmerksame Christensen im letzten Moment einen Schuss im Strafraum (80.).

Das war es jedoch mit dem Aufbegehren der Gastgeber. Der eingewechselte Thorgan Hazard setzte den Schlusspunkt, nachdem ihn Raffael mit einem tollen Pass auf die Reise schickte. Der Belgier ballerte das Leder mit rechts wuchtig in den Giebel (86.).

Am Ende erreicht Borussia aufgrund einer sehr starken zweiten Halbzeit mehr als verdient die zweite Runde im DFB-Pokal.

Kurzstatistik zum Spiel:

St. Pauli: Himmelmann - Nehrig, Ziereis, Gonther, Buballa - Alushi, Rzatkowski - Choi (79. Litka), Maier (70. Verhoek), Sobota - Thy

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Schulz, Christensen, Wendt - Stindl, Xhaka (87. Dahoud) - Traoré (84. Herrmann), Johnson - Raffael, Drmić (77. Hazard)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Brouwers, Korb, Nordtveit

Tore: 1:0 Rzatkowski (33., 1:1 Stindl (54.), 1:2 Traoré (56.), 1:3 Stindl (67.), 1:4 Hazard (86.)

Gelbe Karten: - Xhaka

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)

Zuschauer: 28.175

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