Achtelfinale: Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen

3:4 - Borussia fliegt aus dem Pokal

von von Marc Basten
Pokalfight in Gladbach Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Pokalfight in Gladbach Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

In einem teilweise vogelwilden Pokalspiel unterlag Borussia Mönchengladbach am Dienstagabend Werder Bremen mit 3:4 (1:0). Die Fohlenelf ließ sich auf eine Schlacht mit offenem Visier ein und verlor.

Im Achtelfinale des DFB-Pokals musste André Schubert auf Ibrahima Traoré (muskuläre Probleme) verzichten, dazu wird Tony Jantschke (Teilriss des vorderen Kreuzbandes und Schädigung des Innenmeniskus im linken Knie) mindestens drei Monate fehlen. Dagegen stand Fabian Johnson wieder in der Startelf, wo sich auch Thorgan Hazard wiederfand.

Die Partie, die aufgrund des Verkehrschaos um das Stadion herum mit einer Viertelstunde Verspätung begann, brauchte keine lange Anlaufzeit. Es ging von Beginn an munter hin und her, da sich der Gast aus Bremen keinesfalls versteckte. Im Gegenteil: Die ersten Chancen gehörten den Norddeutschen.

Yann Sommer rettete erst mit starker Parade gegen einen Schuss von Altmeister Pizarro und auch beim Rebound von Gebre Selassie war Borussias Schlussmann auf dem Posten (10.).

Alsdann unterlief Stindl ein Ballverlust in Aufbau, in dessen Folge Clemens Fritz haarscharf flach am Tor vorbeischoss - Sommer wäre machtlos gewesen (11.).

Bremen war frech und versuchte es teilweise mit Pressing, was aber nicht so ganz funktionierte. In der 14. Minute lief Raffael - er war aus der eigenen Hälfte gestartet - nach einem Xhaka-Pass den aufgerückten Bremern auf und davon. Der Brasilianer wollte Werders Keeper Wiedwald mit einem Heber überwinden, doch an dessen Brust verhungerte der Ball.

In der Folgezeit hatte Borussia mehr vom Spiel, ohne jedoch richtig zwingend zu werden. Das änderte sich in der 32. Minute, als es eine sehenswerte Tiki-Taka-Kombination über Dahoud und Hazard gab, die Stindl mit einem trockenen Flachschuss ins Eck vollendete.

Nach dem Führungstreffer wirkte Borussias Kombinationsspiel gefestigter, allerdings versteckte sich Bremen weiterhin nicht. So mussten die Gladbacher jederzeit höllisch aufpassen.

Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Denn Werder suchte den Weg nach vorne und kam in der 52. Minute zum Ausgleich. Nach einem weiten Ball in den Strafraum konnte Korb nicht endgültig klären, Pizarro spielte zurück zum aufgerückten Sternberg, der Sommer mit einem Flachschuss ins lange Eck überwand.

Die Borussen antworteten mit wütenden Angriffen und wären fast erfolgreich gewesen. Raffael spielte einen Steckpass auf Hazard, der von halbrechts in den Strafraum lief. Der Flachschuss des Belgiers klatschte an den Innenpfosten und von dort zurück ins Feld (57.).

Im Gegenzug gab es einen - umstrittenen - Freistoß für Werder auf der linken Gladbacher Seite. Anstatt eine Flanke zu schlagen, zog Grillitsch den Ball aufs kurze Eck. Sommer konnte zwar noch retten, doch Vestergaard drückte den Rebound aus kurzer Distanz über die Linie (58.).

Das war bitter für die Borussen, die weiter anrannten. Sie kamen dabei zu Chancen, doch Hazard (59., 65.) sowie der eingewechselte Hrgota (72.) scheiterten. Derweil hatte Bremen gegen sehr offen stehende Gladbacher mehrere gute Kontergelegenheiten. Dennoch durften die Borussen kurz darauf über den Ausgleich jubeln. Nach starker Balleroberung setzte sich Raffael durch und passte auf Hrgota, der zum 2:2 ins Eck traf (73.).

Doch die Freude über den Ausgleich währte keine zwei Minuten. Xhaka verdaddelte im Mittelfeld einen Freistoß, Bremen griff über Borussias linke Seite ungehindert an und schließlich verwertete ›Opa‹ Pizarro die flache Hereingabe vom Elfmeterpunkt - durch die Hosenträger von Sommer (75.).

Noch immer waren fünfzehn Minuten zu spielen, allerdings rannten die Gladbacher nun naiv blindlings nach vorne. Ein Ballverlust von Korb hatte zur Folge, dass die Borussen völlig blank standen und Ujah ohne größere Mühe das 2:4 markieren konnte (78.).

Zwar versuchten es die Fohlen nach diesem Doppelschlag mit großer Moral weiter, doch Johnson und der eingewechselte Drmić scheiterten an Wiedwald. In der Nachspielzeit wurde ein Freistoß von Nordtveit abgefälscht, Hrgota staubte zum 3:4 ab. Doch der Treffer kam zu spät - Borussia fliegt nach einem teilweise chaotischen Spiel aus dem DFB-Pokal.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Korb (87. Elvedi), Christensen, Nordtveit, Wendt - Xhaka, Dahoud (63. Hrgota) - Hazard (87. Drmić), Johnson - Raffael, Stindl

weiter im Kader: Sippel (ETW), Brouwers, Drmić, M. Schulz, Sow, Elvedi

Werder Bremen: Wiedwald - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Sternberg - Bargfrede - Fritz (54. Garcia Lopes), Öztunali - Grillitsch (87. Garcia) - Pizarro, Ujah

Tore: 1:0 Stindl (32.), 1:1 Sternberg (52.), 1:2 Vestergaard (58.), 2:2 Hrgota (73.), 2:3 Pizarro (75.), 2:4 Ujah (78.), 3:4 Hrgota (90. +2)

Gelbe Karten: Dahoud, Stindl - Garcia Lopes

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

Zuschauer: 53.106

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