Borussias Trainer Eugen Polanski nahm drei Veränderungen in der Startelf gegenüber der Niederlage in Freiburg vor: Für Takai (verletzt), Ullrich und Bolin (beide Bank) begannen Reitz (nach Gelbsperre), Mohya (Startelfpremiere) und Castrop. Defensiv agierte man in der gewohnten Dreier- bzw. Fünferkette, und auch in der Offensive blieb die Positionierung wie gewohnt.
Das Spiel entwickelte sich von Beginn an in die erwartete Richtung. Die Borussen hatten Ballbesitz und Spielkontrolle, während sich die Gäste aus Berlin zurückzogen und auf die Verteidigung der eigenen Hälfte beschränkten. Quasi ab der ersten Minute spielte Union auf Zeit und versuchte auf die bekannte Art und Weise, jeglichen Spielrhythmus des Gegners zu brechen.
Diks vergibt die Riesenchance vor der Pause
Die Gladbacher bemühten sich und hatten nach einem schönen Pass von Reitz auf den kreuzenden Castrop eine erste Gelegenheit. Castrop nahm den Ball gut mit der Brust an und schoss von halbrechts in Richtung Tor, aber Trimmel grätschte noch so gerade dazwischen (7.). Fünf Minuten später schoss Mohya nach einer Kopfballablage von Scally in Rücklage über das Tor, kurz darauf lenkte Rönnow einen Kopfball von Tabaković nach einer Ecke über die Latte. Noch in der gleichen Minute war es Diks, der nach einem Eckball in die Arme des Unioner Keepers köpfte (16.).
Auch danach waren die Borussen das spielbestimmende Team, erspielten sich aber keine weiteren Torchancen. Union fand offensiv weiterhin nicht statt, kam aber kurz vor dem Pausenpfiff doch noch zu einer Gelegenheit, als Nicolas im Anschluss an einen abgewehrten Freistoß vor Khedira klärte (44.). Kurz vor Ablauf der Nachspielzeit gab es dann aber doch noch die Riesengelegenheit zur Gladbacher Führung: Sander zog aus der Distanz ab, Rönnow wehrte den Ball ab – direkt auf Diks, der jedoch aus kurzer Distanz über das Tor köpfte.
Führungstor wird einkassiert
Nach dem Seitenwechsel erwischte Union den besseren Start und beschäftigte die Gladbacher Defensive einige Minuten durchaus intensiv. Nachdem Sander einen Flachschuss am Tor vorbeigezielt hatte (56.), übernahmen die Borussen wieder das Kommando. Nun war endlich auch das Stadion richtig da, und der Mannschaft gelang es, echte Drucksituationen aufzubauen. Dies schien belohnt zu werden, als Diks nach einer schwungvollen Kombination den Ball unter die Latte hämmerte (65.). Der Borussia-Park eskalierte – doch dann folgte die Ernüchterung. In der Entstehung soll Reitz hauchdünn im Abseits gewesen sein, das Tor wurde aberkannt.
Das war ein Wirkungstreffer für die Borussen, die sich jedoch berappelten und sich auch von den immer ekliger agierenden Berlinern nicht vom Kurs abbringen ließen. Doch weiterhin fehlte im letzten Drittel der Punch – auch der eingewechselte Bolin zirkelte den Ball am langen Pfosten vorbei (80.). Sechs Minuten später hatte Rönnow große Probleme mit einem abgefälschten Schuss von Reitz, doch Machino konnte den Rebound nicht verwerten, und auch Engelhardt verzog im Nachschuss. So sah alles danach aus, als würde Union mit reinem Zerstörungsfußball einen Punkt mitnehmen.
Diks behält die Nerven
Doch tief in der Nachspielzeit foulte Nsoki Bolin auf der Strafraumlinie, und der schwache Schiedsrichter Jöllenbeck entschied zunächst auf Freistoß. Doch der VAR griff ein und korrigierte die Entscheidung – es gab Elfmeter für die Borussia. Kevin Diks, der vor dem Pausenpfiff die Megachance vergeben hatte und dessen Tor später aberkannt worden war, behielt nun die Nerven und verwandelte sicher zum 1:0 (90.+4). Damit war das Spiel aber noch nicht durch, denn der Schiedsrichter verlängerte die Nachspielzeit äußerst großzügig und alle Unioner stürmten nach vorne. Es wurde noch einmal richtig gefährlich, aber am Ende reichte es zum überlebenswichtigen und verdienten Heimsieg.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Sander, Elvedi, Diks - Scally, Reitz (90.+5 Stöger), Engelhardt, Castrop - Mohya (72. Bolin), Honorat (81. Machino) - Tabaković
weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Chiarodia, Ullrich, Neuhaus, Reyna, Sarco
Union Berlin: Rönnow – Doekhi, Querfeld, Nsoki (90.+5 Bogdanov) – Trimmel (46. Haberer), R. Khedira, Kemlein (71. Kral), Köhn, Schäfer, Jeong (71. Burcu) – Burke (81. Ansah)
Tore: 1:0 Diks (90.+4 / FE)
Gelbe Karten: Reitz, Scally, Engelhardt, Stöger – Trimmel, Haberer, Khedira, Burcu, Amnsah
Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck
Zuschauer: 52.488

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