Borussias Trainer Eugen Polanski nahm gegenüber dem Remis bei Werder Bremen vor einer Woche vier Veränderungen in der Startelf vor: Für Scally, Neuhaus, Machino (alle Bank) und Netz (verkauft) begannen Castrop, Stöger, Diks und Ullrich. Neuzugang Hugo Bolin nahm zunächst auf der Bank Platz.
Die Borussen starteten sehr forsch in die Partie, pressten hoch und sorgten für einige Verwirrung bei den Gästen aus Leverkusen. Durch bissige Zweikämpfe setzten sie Bayer unter Druck. Folgerichtig waren es auch die Borussen, die den ersten Torschuss abgaben. Ein Distanzversuch von Stöger stellte jedoch kein ernsthaftes Problem für Blaswich im Kasten der Werkself dar (7.).
Engelhardt trifft nach zehn Minuten
Der Ex-Borusse war es dann, der den Gladbacher Treffer in der 10. Minute einleitete. Er spielte auf Garcia, der vor dem eigenen Strafraum von Engelhardt unter Druck gesetzt wurde und den Ball verlor. Engelhardt passte auf Reitz, der wiederum Tabaković anspielte. Dessen Flachschuss wehrte Blaswich zwar ab, doch der durchgestartete Engelhardt verwertete den Abpraller aus kurzer Distanz zur Führung.
In der Folgezeit ließen sich die Borussen zwar etwas tiefer fallen, blieben jedoch stets hochkonzentriert in den Zweikämpfen und gewährten Leverkusen keine Torchance. Auf der anderen Seite gab es mehrere gute Kombinationen und schnell vorgetragene Gegenangriffe, die zwar in letzter Instanz nicht gefährlich abgeschlossen werden konnten, aber dennoch gut herausgespielt waren.
Ganz unglückliches Eigentor von Sander
Die Borussen waren präsent und zeigten die beste Halbzeit in diesem Kalenderjahr. Umso ärgerlicher, dass in der 45. Minute der Ausgleich für die Werkself fiel. Die Gladbacher bekamen den Ball einmal nicht sauber geklärt, Arthur behauptete sich auf der linken Seite und legte auf Tilman ab. Der spielte auf Garcia, der es zentral mit einem Schlenzer versuchte, der aber kein Problem für Nicolas gewesen wäre. Doch Sander wollte den Ball sechs Meter vor dem Tor klären, schoss ihn jedoch höchst unglücklich ins eigene Netz.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte Leverkusen um und erhöhte das Tempo. Die Borussen hatten nun deutlich mehr Mühe, in die Zweikämpfe zu kommen. Und es schlichen sich Fehler ein – so wie beim Ballverlust von Reitz vor dem eigenen Strafraum, von dem Schick profitierte. Der Schuss des Mittelstürmers aus achtzehn Metern landete am Lattenkreuz.
Nur wenig Entlastung für Borussia
Bayer war nun deutlich spielbestimmend, während die Borussen kaum noch für Entlastung sorgen konnten. Die Arbeit gegen den Ball stimmte weiterhin, doch gefühlt wurde es immer enger für die Fohlenelf. Immerhin gab es nach rund einer Stunde ein paar Phasen, in denen man etwas mehr Kontrolle hatte und auch mal in der gegnerischen Hälfte auftauchte. Nach einem Pass von Honorat nahm Castrop den Ball gut mit und schoss Richtung kurzes Eck – Blaswich war zur Stelle (59.).
Polanski vollzog mehrere Wechsel, brachte u.a. Sarco für Tabaković und später Bolin für Stöger. Leverkusen blieb weiterhin tonangebend, ohne aber zu ganz klaren Chancen zu kommen. Ein paar Mal mussten die Borussenfans zwar die Luft anhalten, wenn der Ball durch den Gladbacher Strafraum segelte, aber in letzter Konsequenz bekamen die Gladbacher es verteidigt. In der Schlussphase meldeten sich die Borussen dann auch noch mal im gegnerischen Strafraum, ihnen gelang letztlich jedoch kein klarer Abschluss mehr. So blieb es am Ende bei einem unter dem Strich gerechten Remis im Borussia-Park.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks – Castrop (79. Scally), Reitz, Engelhardt, Stöger (79. Bolin), Ullrich (88. Chiarodia) - Honorat (88. Machino), Tabaković (69. Sarco)
weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Takai, Mohya, Neuhaus
Bayer Leverkusen: Blaswich – Quansah, Badé (46. Poku), Tapsoba – Arthur, E. Fernandez (65. Palacios), Aleix Garcia (88. Andrich), Grimaldo, Hofmann (80. Terrier), M. Tillman – Schick (80.)
Tore: 1:0 Engelhardt (10.), 1:1 Sander (45. / ET)
Gelbe Karten: Diks, Stöger, Polanski - Palacios, Hjulmand, Schick, Terrier
Schiedsrichter: Christian Dingert
Zuschauer: 47.599
von Marc Basten

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