Nachdreher aus Mainz

»Wir hatten das Momentum auf unserer Seite«

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Breel Embolo holte den Freistoß vor dem Ausgleich heraus und erzielte den Siegtreffer in Mainz (Foto: Christian Kaspar-Bartke / Bongarts / Getty Images)

Nach dem Auswärtssieg in Mainz war die Freude auf Seiten der Borussen groß, die Einordnung des Erfolgs gleichwohl klar: Nach einem schwierigen Kampf-Spiel auf Augenhöhe hatten die Fohlen mit dem Doppelschlag das Momentum auf ihrer Seite.

Es war ein heißer Nachmittag und manch ein Zuschauer wird in Form eines Sonnenbrandes noch länger etwas vom Besuch im Mainzer Stadion haben. Unter diesen Bedingungen war es natürlich auch für die Spieler nicht einfach. »Wir haben heute leiden müssen«, gestand Matthias Ginter anschließend. Der Nationalspieler wirkte auch weit nach Abpfiff ziemlich platt. »Viele Körner waren nicht mehr drin«, sagte er mit rotem Kopf. »Es war wirklich ein schwerer Kampf.«

Beide Teams agierten in identischer Grundordnung und sie bearbeiteten sich auf engstem Raum. »Mainz hat uns früh gestört, sie waren richtig hart in den Zweikämpfen und sehr energisch«, sagte Yann Sommer. Seine Kollegen ließen sich davon - anders als in der Vergangenheit - nicht beeindrucken und hielten dagegen. Daran änderte auch der Rückstand nichts, den sich die Borussen in einer Phase einfingen, als sie eigentlich die Spielkontrolle übernommen hatten. Ein unnötiges Foul an der Außenlinie von Lainer - wobei der Schiedsrichter auch Ginters Einsteigen hätte abpfeifen können - führte zu einer gefährlichen Freistoßhereingabe von Brosinski.

»Wer den Ball hatte, war manchmal ziemlich alleine«

»Wir standen in der Situation vielleicht einen Tick zu tief«, meinte Sommer. »Aber der Ball war unglaublich gut reingeschlagen«. So reichte eine leichte Berührung durch Quaison, dass die Kugel hinter Sommer einschlug. »Dass wir relativ schnell den Ausgleich machen, war natürlich wichtig für uns«, sagte Ginter. Auch diesem Treffer ging eine Standardsituation voraus, an deren Ende Stefan Lainer energisch und humorlos vollstreckte. Im weiteren Verlauf neutralisierten sich beide Teams mit viel Engagement, aber auf einem fußballerisch sehr überschaubaren Niveau.

Yann Sommer rettete seiner Mannschaft das Remis in die Pause, als er im Anschluss an einen Ballverlust von Lainer gegen Onisiwo parierte und auch nach dem Seitenwechsel war Mainz für rund zehn Minuten das bessere Team. Danach kam Borussia wieder etwas auf, wobei vieles Stückwerk blieb. »Wir hätten es uns heute viel leichter machen können, wenn wir uns auch unter diesen schwierigen Bedingungen besser ohne Ball bewegt hätten«, monierte Marco Rose. »Wer den Ball hatte, war manchmal ziemlich alleine. Die Mannschaft hat Qualität, sich aus Drucksituationen spielerisch zu befreien, was wir heute zu selten geschafft haben.«

»Wir haben im richtigen Moment das zweite Tor gemacht«

So entschied schließlich der Glücksgriff des Trainers bzw. die individuelle Qualität von der Bank das Spiel. »Wir haben im richtigen Moment das zweite Tor gemacht in einer Phase, wo das Spiel insgesamt sehr verflacht ist«, sagte Rose. »Wir konnten Breel bringen, der diesen Freistoß herausgeholt hat und dann das 3:2 gemacht hat.« Die Führung erzielte Alassane Plea mit einem indirekten Freistoß - und der Beihilfe des Mainzer Torwarts. Dass die Borussen nach Ewigkeiten mal wieder aus einem Freistoß zentral vor dem Tor Kapital schlagen konnten, lässt hoffen. »Es ist schon länger her, dass wir so ein Tor gemacht haben«, sagte Sommer. »Es war eine neue Variante und der Ball war für den Torwart schwer zu sehen.«

Mit dem 3:1 - dem einzigen herausgespielten Treffer des Tages über die Stationen Lainer, Ginter, Embolo, Neuhaus, Plea und wieder Embolo - kürte sich Breel Embolo zum Matchwinner. »Er hat die Bälle vorne gut gehalten und damit Räume freigemacht. Danach hat er sich mit dem Tor selbst belohnt«, lobte Sommer seinen Landsmann. Am Ende brachten die Borussen den Vorsprung relativ gefahrlos über die Zeit. Marco Rose fasste anschließend sachlich zusammen: »Der Sieg ist sehr wichtig für uns. In Summe war es ein ganz schwieriges Spiel zweier Mannschaften, die sich bekämpft und bearbeitet haben. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und wir hatten das Momentum auf unserer Seite.«

 


von Redaktion TORfabrik

 

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