Michael Cuisance bekleidet nur eine Nebenrolle

»Mika ist Mika! Er will immer spielen«

von Michael Cuisance

Bislang war Michael Cuisance oft nur Zuschauer (Foto: TORfabrik.de)

Michael Cuisance war der Senkrechtstarter der vergangenen Saison und wurde sogar zum Spieler des Jahres gekürt. Doch im Moment bekleidet der 19-jährige nur eine Nebenrolle bei Borussia.

Als Michael Cuisance im letzten Sommer nach Mönchengladbach kam, war er zarte 17 Jahre alt. Angekündigt wurde er als ein Talent, das behutsam an den Erwachsenenfußball herangeführt werden sollte. Doch der freche Franzose startete gleich so richtig durch bei der Fohlenelf.

Die Verletzungsmisere bei Borussia spülte den Youngster schneller in die erste Mannschaft, als es alle Beteiligten erwartet hatten. Und da Borussias Spielweise in dieser Zeit ohnehin sehr schwerfällig wirkte, eroberte Cuisance mit seiner klasse Technik, viel Finesse und einer großen Portion Unbeschwertheit die Herzen der Borussen-Fans im Sturm.

26 Einsätze bei den Profis standen zum Abschluss seiner ersten Saison in der Vita des jungen Franzosen, Borussias Fans wählten ihn sogar zum ›Spieler der Saison‹. Doch schon im Frühjahr zeichnete sich ab, dass der zweite Schritt auch für einen so talentierten Spieler wie Michael Cuisance oft schwerer ist als der erste.

Einiges, was Cuisance auf dem Platz misslang, ließ man unter dem Aspekt des ›Welpenschutzes‹ durchgehen. Dennoch fehlte ein wenig Ernsthaftigkeit im Spiel des Youngsters. Als nun mit Beginn der Sommervorbereitung die Karten in Mönchengladbach neu gemischt wurden, geriet der Aufsteiger des letzten Jahres unverschuldet ins Hintertreffen. Aufgrund der U19 Europameisterschaft mit Frankreich verpasste er den Großteil der Vorbereitung.

»Nach der EM war er so ein bisschen im Loch«

Das war ausgerechnet in diesem Jahr ein Nachteil, weil das neue 4-3-3 einstudiert wurde und sich in Abwesenheit von Cuisance die Konkurrenten positionieren konnten. Als der Franzose ins Training einstieg war der Zug mit Blick auf die ersten Saisonspiele schon abgefahren. »Nach der EM war er so ein bisschen im Loch«, erklärt Dieter Hecking. »Und er musste das veränderte Spielsystem verinnerlichen.«

Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, weil die Rolle als ›Achter‹ ungewohnt ist für Cuisance. Dass sich gerade dort die Konkurrenz ›knubbelt‹, macht die Sache für ihn nicht einfacher. Bislang hat es in dieser Saison nur zu drei Kurzeinsätzen gereicht. In Wolfsburg am letzten Wochenende waren es 16 Minuten, in denen er aber auch eher zentral spielte, weil aus dem ursprünglichen 4-3-3 ein 4-4-2 geworden war.

Körperlich hat Michael Cuisance in den letzten Monaten zugelegt - er hat sichtlich Muskelmasse aufgebaut. Nicht nur in Wolfsburg wirkte es jedoch so, als ob ihm damit ein wenig die Spritzigkeit abhandengekommen ist. Vielleicht war es aber auch nur die fehlende Leichtigkeit, weil er sich in den wenigen Minuten mit zu viel Verbissenheit zeigen wollte.

So richtig angekommen ist Cuisance in dieser Saison und dem veränderten System noch nicht. Er selbst übt sich öffentlich artig in Geduld, sein Trainer bleibt zurückhaltend und verweist auf die Leistungsdichte im Mittelfeld bei Borussia. »Mika ist Mika - er will immer spielen«, so Hecking. Doch vermutlich wird das zunächst weiter nur über Kurzeinsätze gehen.


von Marc Basten

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