Einzelkritik - 2. Pokalrunde

Mit Teamwork eine Runde weiter im Pokal

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Gemeinsam eine Runde weiter (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach besiegte den Karlsruher SC trotz rund 50 Minuten Unterzahl letztlich verdient mit 2:0. Schön herausgespielte Tore zum richtigen Zeitpunkt, Intensität und mannschaftliche Geschlossenheit waren die Zutaten für den Einzug in die nächste Pokalrunde. Die Einzelkritik:

Daniel Batz: Gab sein Pflichtspieldebüt für die Borussia und sicherte sich gleichzeitig die erste weiße Weste der Saison. Der 35-Jährige reagierte überragend bei der Chance von Fukuda und dem anschließenden Nachschuss von Egloff aus dem Rückraum. Hier wurde zwar auf Abseits entschieden, aber die TV-Bilder lassen den Schluss zu, dass es nicht so war. Auch die weiteren Prüfungen bestand Batz ohne Fehl und Tadel. Einen diagonalen Flachschuss hielt er fest, einen harten Distanzschuss entschärfte er. Zweimal pflückte er im Pulk den Ball sicher herunter. Nach Sanders Platzverweis übernahm er die Kapitänsbinde. Batz strahlte Ruhe und Souveränität aus und wartete mit einem mehr als ordentlichen Passspiel auf. Note 2,0.

Joe Scally: Der Personalmangel gepaart mit Scallys Vielseitigkeit führte dazu, dass der US-Amerikaner wieder in die Dreierkette rückte und dort die Rolle des rechten Innenverteidigers übernahm. Dennoch suchte er auch den Weg nach vorne und war entscheidend am Führungstreffer beteiligt. Zunächst spielte er einen direkten Pass auf Bolin, dann brachte er sich mit einem Sprint die Linie entlang in Position für das Zuspiel von Machino, ehe er in vollem Tempo den Ball punktgenau für Hack in die Mitte brachte. Darüber hinaus gab es keine nennenswerten Offensivaktionen des 23-Jährigen, der spätestens nach dem Platzverweis für Sander nur noch mit Defensivaufgaben beschäftigt war. Das machte er ordentlich, wenn auch nicht fehlerfrei. Wie er sich einmal ganz einfach nahe der Torauslinie umspielen ließ, war sehr schwach. Note 3,0.

Philipp Sander: Als Kapitän in zentraler Rolle in der Dreierkette aufgeboten. Er agierte unauffällig, aber sehr passsicher. In der Phase, als der KSC aufkam, hatte er kleinere Probleme im Stellungsspiel, ohne dass dies Folgen hatte. Das änderte sich bei der Aktion gegen Fukuda, als er zu spät reagierte und seinen Fehler korrigieren wollte, indem er seinen Ex-Kollegen auf Kosten eines Freistoßes und einer Gelben Karte herunterzog. Doch nach Intervention des VAR wurde daraus ein vertretbarer Platzverweis für eine Notbremse. Die Mannschaft spielte fortan in Unterzahl, und Sander verpasste nicht nur das restliche Spiel gegen den KSC, sondern muss auch in den nächsten zwei Pokalspielen gesperrt zuschauen. Note 4,5.

Fabio Chiarodia: Kam nicht gut in die Partie, leistete sich einige Ballverluste und spielte mehrere schwache Pässe. Auch im Stellungsspiel hatte der italienische Nationalspieler seine Probleme – so bei der Fukuda-Chance aus vermeintlicher Abseitsposition. Nach der Pause rückte er auf Sanders Position in die Mitte der Kette und blühte dort unerwartet auf. Er mutierte plötzlich zum Chef-Abräumer, blockte vieles ab, dirigierte die Nebenleute und pöhlte die Bälle auch mal schmucklos auf die Tribüne, wenn es angebracht war. Das alles hatte eine gewisse »stranzlerische« Kompromisslosigkeit. Note 3,5.

Yukhym Konoplia: Stand wie Batz zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für Borussia von Beginn an auf dem Platz. In einigen Situationen deutete der Ukrainer an, dass er über ein gutes Spielverständnis verfügt. So war er in der Entstehung des Führungstores mit seinem Laufweg und dem folgenden perfekten öffnenden Pass auf Machino ursächlich beteiligt. Aber dem 27-Jährigen unterliefen auch mehrere einfache Fehlpässe und Stockfehler – seine Ballbehandlung ließ mehrfach zu wünschen übrig. In Unterzahl arbeitete er als rechter Mann in der Fünferkette eifrig in der Defensive mit und langte das eine oder andere Mal ordentlich hin. Konoplia hatte etwas Glück, dass er ohne Verwarnung davonkam. Note 4,0.

Zento Uno: War umtriebig und holte sich mehrere abfallende Bälle. Der Japaner lief die Gegner aggressiv an und zwang sie zu Fehlern. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als er sich an der Schulter verletzt zu haben schien, aber er konnte zum Glück weiterspielen. Bei zwei aussichtsreichen Umschaltaktionen missglückte dem 22-Jährigen der Pass, worüber er sich sichtlich ärgerte. Nach der Pause im 5-3-1 spielte er auf der rechten Achterposition und verdiente sich durch unermüdliche Laufarbeit mehrere Fleißkärtchen. Nach 72 Minuten machte er Platz für Nguefack. Note 3,0.

Kevin Stöger: Kam zu seinem ersten Einsatz unter dem neuen Trainer und ließ sich unmittelbar nach dem Anstoß leichtfertig den Ball klauen, was folgenlos blieb. Danach wechselten sich in seinen Aktionen und seinem Spielaufbau Licht und Schatten ab. Es gab neben Ungenauigkeiten auch einen überraschenden öffnenden Pass von links quer in die Mitte. Einige gut gemeinte Ideen des 33-Jährigen, wie ein schnell ausgeführter Freistoß, verpufften, weil er die Manöver zu fahrig ausführte. Hervorzuheben war die Situation, als Stöger zweimal richtig gut nachsetzte und den Ball eroberte. Da zeigte er, dass auch er verstanden hat, was Blessin sehen möchte. Nach der Pause war Stöger bis zu Itakuras Einwechslung der alleinige Sechser. Note 4,0.

David Herold: Bekam die Chance als linker »Jolly«, wie Blessin die Außenverteidiger in der Fünferkette bezeichnet. Herold konnte dabei gegen seinen vorherigen Arbeitgeber keine wirklichen Pluspunkte sammeln. Er war engagiert und probierte auch etwas, doch es wollte ihm nur wenig gelingen. Mehrere Pässe des 23-Jährigen missrieten mit Ansage. In der zweiten Halbzeit rückte Herold mangels Alternativen als linker Innenverteidiger in die Abwehrkette. In dieser Rolle machte er es im Rahmen seiner Möglichkeiten ordentlich, wobei deutlich zu erkennen war, dass dies nur eine Notlösung war. Note 4,5.

Hugo Bolin: Der Schwede hatte nicht wenige Ballkontakte und wartete mit einer Passquote von 94 Prozent auf, jedoch waren das allesamt eher unauffällige Aktionen. Bei der Kombination zum 1:0 war er mit einem klugen Laufweg aus dem Halbfeld und der direkten Ablage auf Konoplia beteiligt. Ansonsten fehlten aber seine mutigen Dribblings und die überraschenden Momente, sodass er kaum ein Faktor war. Zur Halbzeit wurde er aufgrund der vorzunehmenden Umstellungen in Unterzahl ausgewechselt. Note 4,0.

Robin Hack: Lief beim Angriff zum ersten Tor in der Mittelstürmerposition mit und lauerte auf das Abspiel von Scally, das er problemlos zum 1:0 verwertete. Anschließend gab er noch einen Distanzschuss ab, konnte sich aber zunächst nicht mehr in Position bringen. Hack arbeitete mit nach hinten, auch wenn ihm unter anderem beim Pass auf Fukuda vor dem Platzverweis hier und da die Aufmerksamkeit fehlte. Nach der Pause beschleunigte er den Konter zum 2:0 und spielte perfekt in den Lauf von Ullrich. Im weiteren Verlauf war viel Laufarbeit in der Defensive angesagt, was der 28-Jährige fleißig erledigte. Nach der Auswechslung von Machino übernahm Hack dessen Position. Note 2,5.

Shuto Machino: War auch gegen den KSC der nominelle Mittelstürmer, aber dass Machino nicht der klassische Zielspieler ist, dürfte mittlerweile klar sein. Dafür ließ er sich vor dem 1:0 geschickt zurückfallen und schickte Scally auf die Reise. Darüber hinaus konnte der Japaner mit seinem großen läuferischen Aufwand punkten. Anders als bei früheren Einsätzen ging er engagiert zu Werke und attackierte unermüdlich die Gegenspieler. Das wirkte vor allem in Unterzahl wie brotlose Kunst, war aber ungemein wichtig, um das Aufbauspiel der Karlsruher zu beeinträchtigen. Nach 77 Minuten machte er deutlich entkräftet Platz für Landsmann Itakura. Note 3,5.

Lukas Ullrich (46. Minute für Bolin): Obwohl er schon nach der Roten Karte am Spielfeldrand bereitstand, wurde Ullrich erst nach der Pause eingewechselt. Er übernahm seine gewohnte Rolle auf links, während Herold eine Position nach innen rückte. Mit seiner starken Balleroberung und dem energischen Antritt bereitete er seinen Treffer selbst vor. Der Abschluss war kompromisslos – so schließt man einen Konter richtig ab. Auch danach wirkte Ullrich sehr fokussiert. Er scheint vom Vertrauen zu profitieren, das ihm Blessin entgegenbringt, und setzt gleichzeitig vieles um, was der Trainer fordert. Note 2,5.

Mathieu Nguefack (72. Minute für Uno): Lief ebenso eifrig wie Uno die Räume zu. Bei einem Entlastungsangriff wurde er abgedrängt, bei einem Konter setzte er sich dann elegant durch, spielte aber zu durchsichtig ab, sodass der Ball einfach von einem Karlsruher abgefangen werden konnte. Ohne Note.

Ko Itakura (77. Minute für Machino): Übernahm bei seinem Comeback die 6er-Position, eroberte in der 85. Minute weit vorne gut den Ball und gab noch einen letztlich eher harmlosen Torschuss ab. Ohne Note.

Wael Mohya (86. Minute für Hack): Ein paar Minuten als Stürmer für den Youngster in einem Spiel, das zu diesem Zeitpunkt entschieden war. Ohne Note.

 


von Marc Basten

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