Zum Abschluss der ersten Trainingswoche trat Borussia am Samstag zum ersten Testspiel der Vorbereitungsphase an. Im Stadion am Zoo ging es gegen den Wuppertaler SV, aktuell Oberligist. Trainer Eugen Polanski ließ in beiden Halbzeiten unterschiedliche Teams im 4-2-3-1-System auflaufen.
Die Systemfrage spielte allerdings nur eine Nebenrolle. Vor 4.600 Zuschauern entwickelte sich wie erwartet ein einseitiges Spiel. Längere Defensivphasen gab es für die Borussia praktisch nicht. Nathan Ngoumou agierte als Rechtsverteidiger nur auf dem Papier und schob konsequent weit nach vorn.
Frühe Dominanz und Ullrich-Schreckmoment
Auch über links sollte viel Druck entstehen, doch Lukas Ullrich wurde früh gestoppt. Nach einem unterlaufenen Kopfballduell landete er unglücklich auf dem Rasen und musste benommen mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden. Für ihn kam der 17-jährige Edin Biber.
Gladbach spielte von Beginn an zielstrebig nach vorn. Die Neuzugänge Enzo Leobold und Isac Lidberg standen in der Startelf, und nach mehreren frühen Chancen fiel in der 8. Minute das 1:0: Mohya legte von der Grundlinie zurück, Bolin vollendete. Nur sieben Minuten später traf der Schwede erneut, nachdem ihn Mohya im Strafraum bedient hatte.
Chancenwucher nach der Pause
In der Folge ließ Borussia weitere Möglichkeiten liegen. Fritz Fleck vergab nach starker Vorarbeit von Lidberg eine hundertprozentige Chance (17.), danach verlor das Spiel etwas an Tempo. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal hektisch: Nach Vorlage von Stöger scheiterten Bolin und Mohya innerhalb weniger Sekunden jeweils am rechten Pfosten (41.).
Zur zweiten Halbzeit debütierten Daniel Batz, Yukhym Konoplia, Jan Leszczyński und David Herold im Borussia-Trikot. Am Spielbild änderte sich wenig: Gladbach blieb klar überlegen, ließ zunächst aber mehrere hochkarätige Chancen ungenutzt. Allein Florian Neuhaus vergab gleich drei exzellente Möglichkeiten.
Sander als Taktgeber
Nach 61 Minuten sorgte Franck Honorat schließlich für das 3:0. Er verarbeitete einen langen Ball von Sander stark und schloss präzise ab. Der Vorlagengeber war ohnehin der auffälligste Gladbacher: Sander dirigierte das Spiel, trug die Kapitänsbinde und setzte immer wieder kluge Tiefenpässe.
Vier Minuten nach dem dritten Treffer erhöhte Robin Hack per Elfmeter auf 4:0, nachdem Danfa im Strafraum gefoult worden war. In der 76. Minute leitete erneut Sander stark ein, Honorat vollendete zum 5:0 ins lange Eck.
Standesgemäß, aber ohne große Aussagekraft
Den Schlusspunkt setzte Danfa in der 83. Minute nach Vorarbeit von Sander und Honorat. Am Ende stand ein standesgemäßes 6:0 gegen einen unterklassigen Gegner.
Die Aussagekraft eines solchen Tests bleibt naturgemäß begrenzt – sowohl mit Blick auf das Ergebnis als auch auf Einzelleistungen. Erste Eindrücke lassen sich dennoch festhalten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, welche Ansätze tragen und wo noch nachjustiert werden muss.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach HZ 1: Nicolas – Ngoumou, Diks, Chiarodia, Ullrich (6. Biber) – Stöger, Leopold – Fleck, Bolin, Mohya – Lidberg
Borussia Mönchengladbach HZ2: Batz – Konoplia, Schweers, Leszczyński, Herold – Nguefack, Sander – Honorat, Neuhaus, Hack - Danfa
Tore: 0:1 Bolin (8.), 0:2 Bolin (15.), 0:3 Honorat (61.), 0:4 Hack (65., FE), 0:5 Honorat (76.), 0:6 Danfa (83.)
Zuschauer: 4.600
von Marc Basten

