Vor dem Spiel gegen Hoffenheim

»Die Balance finden« – Borussia geht dezimiert ins Kellerduell

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Heimspielpremiere für Alexander Blessin (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach empfängt am Sonntag (17.30 Uhr) als Tabellenletzter der Bundesliga den Vorletzten Hoffenheim zum Kellerduell. In seinem ersten Heimspiel muss Trainer Alexander Blessin weitere Ausfälle kompensieren.

Dass Borussia Mönchengladbach nach wie vor punktlos auf dem letzten Tabellenplatz steht, hat verschiedene Gründe. Einer ist die Verletzungsmisere, die sich seit Beginn der Vorbereitung durchzieht und auch in dieser Woche wieder neue bittere Früchte trägt. Jan Leszczyński hat sich im Training eine Kniestauchung zugezogen und fällt damit mindestens für das Spiel gegen Hoffenheim aus. Fritz Fleck, der mit seinem frechen Debüt im Derby auf sich aufmerksam gemacht hat, muss wegen einer schweren Zerrung pausieren.

Tim Kleindienst, dessen Comeback eigentlich eingeplant war, hat einen weiteren Muskelfaserriss erlitten. »Es ist an einer anderen Stelle passiert, etwas höher«, sagte Alexander Blessin am Freitag bei der Pressekonferenz. Wie lange der Kapitän ausfallen wird, ist nicht klar. Auf der Ausfallliste für den Sonntag stehen ebenfalls Franck Honorat und Ko Itakura, die beide noch nicht so weit sind. Positive Nachrichten gab es immerhin bei Niklas Kühn, der zwei volle Trainingseinheiten mitgemacht hat. Blessin und sein Trainerteam wollen »abwägen«, ob sie Kühn schon gegen Hoffenheim in den Kader nehmen werden. »Spätestens nächste Woche ist er dabei«, sagte der Trainer.

Lichtblicke im Lazarett

Auch Jens Castrop ist nach seiner Schulter-OP wieder auf dem Sprung. Der 23-Jährige steigt nächste Woche wieder komplett ins Teamtraining ein und sollte alsbald die erhoffte Alternative fürs defensive Mittelfeld werden. Doch vor der Partie gegen Hoffenheim ist und bleibt die Personalsituation sehr angespannt. Wie zu erfahren war, wird Iaia Manco Danfa (19) zum Spieltagskader gehören. Weitere Einzelheiten hinsichtlich Aufgebot und Startelf waren nicht zu erfahren – auch Alexander Blessin ist kein Trainer, der sich im Vorfeld der Partie in die Karten schauen lässt.

Immerhin ließ er durchblicken, dass er grundsätzlich einer Formation ohne »echten« Mittelstürmer nicht abgeneigt gegenüberstehe, es am Sonntag aber eher nicht der Fall sein wird. Damit dürfte Isac Lidberg als Kleindienst-Vertreter die nächste Bewährungschance erhalten. Zudem bestätigte Blessin, dass es am Sonntag zu einem Startelfdebüt kommen könnte. Das dürfte Zento Uno betreffen, der als zweiter Sechser neben Sander starten wird. In die Abwehrkette ist durch den Ausfall von Leszczyński mit Fabio Chiarodia zu rechnen. Die Flügelverteidiger – von denen Blessin weiterhin eine sehr offensive Interpretation ihrer Rolle verlangt – sollten Ullrich und Scally die Nase vorn haben. Bleiben noch die zwei offensiven Positionen hinter Lidberg, für die sich Hack, Bolin und Mohya bewerben.

Klartext nach dem Derby

Natürlich sind auch Überraschungen nicht auszuschließen – noch ist Alexander Blessin diesbezüglich nicht einzuschätzen. Dagegen ist bereits nach der kurzen Zeit zu erkennen, dass der neue Trainer seine Aufgabe mit Klarheit und auch einer gewissen Kompromisslosigkeit angeht. »Unverblümt« sei die Aufarbeitung der Derby-Niederlage gewesen. Die Inaktivität nach der Pause und fehlende Cleverness beim Herausverteidigen waren die Kernthemen. Allerdings stellte Blessin auch klar, dass die Leistung im Derby kein Rückschlag war. »Wir sind auf dem richtigen Weg«, bestätigte er.

Unter der Woche wurde konzeptionell daran gearbeitet, in klarere Abschlusssituationen zu kommen. Daneben geht es auch darum, die Spieler körperlich auf »ein höheres Level zu bringen«. Blessin will zwar »keine Themenfelder aufmachen« und sagte, dass »vorher nicht alles schlecht« gewesen sei – aber die Quintessenz liegt auf der Hand: Im physischen Bereich war der Ist-Zustand bei seiner Amtsübernahme nicht ausreichend. Den Trainer »fuchst« es, dass sich Muskelverletzungen häufen. »Eine andere Intensität kann zu Problemen führen. Aber das betrifft direkt meine Trainingssteuerung.« Sein Ziel sei es, »strukturelle Muskelverletzungen Richtung null zu reduzieren.«

Zwischen heißem Herz und kühlem Kopf

Zunächst geht es darum, am Sonntag gegen Hoffenheim die ersten Punkte der Saison einzufahren, um nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Die Kraichgauer haben den Ligaauftakt ebenfalls in den Sand gesetzt und mussten auch in der Europa League zwei bittere Niederlagen hinnehmen. »Sie haben ihre Probleme«, sagte Blessin. »Aber wir wissen ihre Stärken richtig einzuordnen.« Bissigkeit, viel Tempo und gefährliche Umschaltmomente sind die Markenzeichen der TSG. Blessin fordert daher Wachsamkeit, eine klare Kommunikation und die notwendige Galligkeit ein. Überdrehen sollen seine Spieler aber auch nicht: »Es geht darum, die Balance zu finden zwischen heißem Herz und kühlem Kopf.«

 


von Redaktion TORfabrik.de

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