Borussias Trainer Alexander Blessin veränderte die Startelf gegenüber dem Sieg in Stuttgart am Freitag auf fünf Positionen: Batz, Herold, Konoplia, Stöger und Hack begannen für Nicolas, Hashioka (beide angeschlagen nicht im Kader), Ullrich, Neuhaus und Mohya (alle Bank). Itakura und erstmals in dieser Saison Castrop saßen ebenfalls auf der Bank.
Die Borussen begannen die Partie mit viel Engagement, attackierten früh und waren direkt auf Betriebstemperatur. Allerdings agierten die Gladbacher in mehreren Situationen zu hektisch, was zu einigen Ballverlusten führte. Auch die Karlsruher gingen ordentlich zur Sache, es war also eine etwas wilde Anfangsphase. Sie mündete aber in der 7. Minute in den Führungstreffer für Borussia.
Sehenswerter Auftakt zur Führung
Von hinten heraus über Batz fuhren die Gladbacher einen sehenswerten Angriff, bei dem sie die Manndeckung der Karlsruher perfekt ausspielten. In der gegnerischen Hälfte spielte Machino den Ball auf den rechts durchgestarteten Scally, der ihn mustergültig querlegte, sodass Hack aus kurzer Distanz einnetzen konnte.
Kurz darauf gab Hack noch einen nicht ungefährlichen Distanzschuss ab, der über die Querlatte flog (13.). Danach beruhigte sich das Spiel, in dem die Fohlen aber alles im Griff hatten. Nach einer halben Stunde kamen die Gäste jedoch immer mehr auf, und Batz wurde zweimal gefordert und reagierte stark (35./36.). Dann folgte eine Schlüsselszene: Sander ließ sich zwanzig Meter vor dem Tor von Fukuda düpieren, der sich um ihn drehte und frei in Richtung Tor laufen wollte. Sander hielt Fukuda fest und brachte ihn zu Fall. Nach Eingriff des VAR entschied der Schiedsrichter auf Notbremse und stellte Sander vom Platz (39.).
Fünferkette und Konter
In Unterzahl mussten die Borussen noch einige kritische Momente überstehen, ehe es in die Pause ging. Zur zweiten Halbzeit kam Ullrich für Bolin, und so formierte sich eine Fünferkette mit Konoplia, Scally, Chiarodia, Herold und Ullrich. Im 5-3-1 zogen sich die Gladbacher zurück und lauerten auf Konter.
Das ging bereits in der 49. Minute auf: Ullrich lief einen Querpass von Egloff ab, stürmte mit dem Ball am Fuß nach vorne und spielte auf den mitgelaufenen Hack. Der passte im richtigen Moment zurück auf Ullrich, der den Ball in aller Konsequenz zum 2:0 unter die Latte schweißte.
Abwehrschlacht mit Galligkeit
Das war natürlich ein Treffer zum richtigen Zeitpunkt für die dezimierten Gladbacher. Sie überließen dem KSC den Ball, der am Ende auf 64 Prozent Ballbesitz und ein Torschussverhältnis von 15:4 kam. Allerdings fehlte dem Zweitligisten in letzter Instanz die Durchschlagskraft. Die Borussen verteidigten aufmerksam und mit der notwendigen Galligkeit. Wenn mal ein Karlsruher Schuss durchkam, war Batz zur Stelle. Entlastungsangriffe der Gladbacher blieben derweil bereits im Ansatz hängen, sodass sich das Geschehen zu einer reinen Abwehrschlacht entwickelte.
Doch die Elf vom Niederrhein biss sich durch und gewährte dem KSC keine ganz klare Torchance mehr. In den letzten Minuten hatten sich die Gäste dann mit der Niederlage abgefunden, und die Fohlen brachten den Sieg ungefährdet über die Zeit.
Hartes Stück Arbeit
Es war ein hartes Stück Arbeit, und man machte es sich aufgrund des unnötigen Platzverweises von Sander selbst schwer. Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch in Unterzahl gemeinschaftlich verteidigen kann. Diese Erkenntnis sollte auch Auftrieb für die Bundesliga geben – auch wenn das Pokalspiel Körner gekostet hat.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Batz - Scally, Sander, Chiarodia - Konoplia, Uno, Stöger, Herold - Bolin (46. Ullrich), Hack - Machino
weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Schweers, Castrop, Neuhaus, Danfa
Karlsruher SC: Bernat - Kobald, Franke, Tremoulet (46. Ponente-Ramirez) - Pinto Pedrosa, Civeja (60. Ben Farhat), Väänänen (69. Zor), Ofli (86. Bergh), Egloff (60.Eichinger), Wanitzek - Fukuda
Tore: 1:0 Hack (7.), 2:0 Ullrich (49.)
Gelbe Karten: -
Rote Karte: Sander (39. - Notbremse)
Schiedsrichter: Florian Lechner
Zuschauer: 43.034
von Marc Basten

