VON WEGEN STARTSCHUSS ZUR AUFHOLJAGD

Zu mehr reicht es nicht

von von Marc Basten

Thorgan Hazard ist ratlos nach dem torlosen Remis in Mainz (Foto: Simon Hofmann / Bongarts / Getty Images)

Ein Sieg in Mainz sollte der Startschuss zur Aufholjagd von Borussia Mönchengladbach in Richtung Europa werden. Das torlose Remis war eher ein Rohrkrepierer, auch wenn man der Mannschaft wenig vorwerfen kann.

Die Erkenntnis ist nicht neu, doch sie wurde am Ostersonntag nochmal ausdrücklich untermauert: Borussia Mönchengladbach ist Mittelmaß. Zu mehr reicht es nicht, auch nicht bei den Mainzern, die nach wie vor auf dem Relegationsplatz stehen.

Dass Borussia in diesem Jahr punktemäßig neben der Spur ist, bestreitet mittlerweile niemand mehr. Damit einher geht jedoch ein deutlicher Substanzverlust in Bezug auf die spielerische Klasse, die es in der Vorrunde zumindest phasenweise gab. Es bereitet schon fast körperliche Schmerzen dabei zuzusehen, wie Hazard, Raffael, Stindl & Co krampfhaft versuchen, Fußball zu spielen.

In Mainz kann man weder Mannschaft noch Trainer viel vorwerfen. Sowohl Aufstellung als auch Spielsystem waren unter den gegebenen Umständen nachvollziehbar. Die Spieler hängten sich rein, nahmen die physische Herangehensweise der Gastgeber an und hielten dagegen. Aber Tempo und Spielwitz auf dem Weg nach vorne gab es kaum. Ließ ein Borusse mal etwas Aufblitzen, war der Ball spätestens bei der nächsten Station wieder weg.

Ein formschwaches Mittelklasseteam

Es sah so aus, wie es aussieht, wenn ein formschwaches Mittelklasseteam bei einem Abstiegskandidaten aufläuft. Genau das ist Borussia Mönchengladbach in diesem Frühjahr und es verfestigt sich der Eindruck, dass dies nicht nur eine temporäre Verfassung ist.

Natürlich gibt es Gründe, warum die Mannschaft so weit davon entfernt ist, ihr Potenzial auszuschöpfen. Vieles ist zusammengekommen in den letzten Monaten, was schon zigfach durchgekaut wurde. Momentan muss viel Flickschusterei betrieben werden, weil es die Umstände erfordern. Die vielen Krisenherde machen gleichzeitig deutlich, dass es nicht damit getan ist, auf die Rückkehr der Verletzten zu hoffen, und dann davon auszugehen, dass alles wieder gut wird.

Es darf nicht vergessen werden, dass auch in der punktemäßig ordentlichen Hinrunde bei Weitem nicht alles gut war. Deshalb muss in der Saisonanalyse wirklich jeder Stein umgedreht und die Gesamtentwicklung hinterfragt werden, ohne sich wieder selbst Sand in die Augen zu streuen.

von Marc Basten

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