ZWISCHEN ÄRGER UND ZUFRIEDENHEIT

Schwierige Einordnung

von Marc Basten

Ein umkämpftes Spiel in der Schalker Halle (Foto: Leon Kuegeler / AFP / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach holt auf Schalke einen Punkt. War das zu wenig, angesichts Führung und langer Überzahl? Oder ist es letztlich ein Zähler, mit dem man leben kann? Die Einordnung ist schwierig.

Würde man das Gladbacher Spiel in der Schalker Halle nach 45 Minuten bewerten, wäre das eine einfache Sache: Die Fohlenelf zeigte ein sehr gutes Auswärtsspiel, führte verdient durch ein toll herauskombiniertes Tor und spielte die Überzahl gegen Schalke geschickt aus. Ein Wermutstropfen war bis dahin nur die verletzungsbedingte Auswechslung von Lars Stindl.

Doch dann traf Borussia der Bann des Videoschiedsrichters. Die erste Wahrnehmung von Schiedsrichter Osmers beim Handspiel von Kramer wurde aus dem Kölner Keller angezweifelt, obwohl nun wahrlich keine krasse Fehlentscheidung vorlag. Die Intervention des Videoschiedsrichters war genauso übertrieben, wie den ›Schlag‹ von Bentaleb gegen Stindl als Tätlichkeit zu bewerten.

Noch ist fast alles Kaffeesatzleserei

So stand es zur Pause nur 1:1, was angesichts der guten ersten Halbzeit aus Gladbacher Sicht schon etwas ärgerlich war. Nach dem Wechsel stellten sich die Borussen dann weniger geschickt an, als im ersten Durchgang. Schalke hatte es relativ einfach, mit Mann und Maus zu verteidigen und fuhr sogar gelegentlich gefährliche Konter. Zwar hatten die Schalker den Sieg nicht eher verdient als die Borussen - wie es Leon Goretzka und ›HB-Männchen‹ Domenico Tedesco nachher behaupteten -, aber den Gladbachern fehlte letztlich der Punch, aus dem vielen Ballbesitz den zweiten Treffer zu machen.

Dennoch war es unter dem Strich ein vernünftiges Auswärtsspiel - Borussia ist dem Tabellenzweiten und künftigen Champions-League-Teilnehmer auf Augenhöhe begegnet. Wie der Punkt letztlich einzuordnen ist, bleibt schwierig. Einerseits könnte es mit Blick auf Rang 7 zu wenig sein, andererseits hat man im vermeintlich schwersten der drei restlichen Spiele Boden auf Frankfurt gutgemacht.

Da es am letzten Spieltag für den wiederbelebten HSV vermutlich um Alles oder Nichts gehen wird und auch das Heimspiel gegen Freiburg noch lange nicht gewonnen ist, ist es ohnehin fast alles Kaffeesatzleserei. Klar ist nur, dass für Borussia auf Schalke mehr drin war. Doch diese Erkenntnis ist ja nicht neu - sie taugt vielmehr als Überschrift für die gesamte Saison.

von Marc Basten

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