Eine unglaubliche Saison

Respekt verdient

von von Marc Basten
Jubel nach dem Tor zum 2:1 (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Jubel nach dem Tor zum 2:1 (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach wird die Saison als Tabellenvierter abschließen und die Qualifikationsspiele zur Champions League bestreiten. Es ist das Ergebnis einer verrückten Spielzeit, für das alle Beteiligten Respekt verdienen.

Es ist geschafft! Eine Energieleistung gegen Bayer Leverkusen und die gleichzeitigen Stolperer der Konkurrenz sorgen dafür, dass Borussia Mönchengladbach die Saison auf dem vierten Tabellenplatz beenden wird.

Dass dieses Ergebnis alles andere als selbstverständlich ist, zeigt der Blick auf den VfB Stuttgart. Die Schwaben starteten, wie Borussia, mit fünf Niederlagen in die Saison. Sie arbeiteten sich heran, schienen das Gröbste überstanden zu haben und werden nun doch den Gang in die Zweite Liga antreten müssen. Während die Gladbacher aus der gleichen Ausgangslage heraus die Möglichkeit haben, nächstes Jahr in der Champions League zu spielen.

Natürlich hat Borussia von der phantastischen Serie nach der Amtsübernahme von André Schubert gezehrt. Dieses Polster verhinderte auch in eher wackeligen Phasen während der Rückrunde einen Absturz. Gleichzeitig entwickelte die Mannschaft eine großartige Mentalität, mit der sie sich immer wieder zurückmeldete und einen sich andeutenden Negativtrend umkehrte.

Ebenso profitierte die Fohlenelf auch in diesem Jahr von der Schwäche der Konkurrenz. Es ist ein Armutszeugnis für die Bundesliga, wie die millionenschwere Söldnertruppe aus Wolfsburg vom Bayernjäger zur Lachnummer verkümmerte. Oder Schalke, das nach wie vor exorbitante Gehälter für eine lächerliche Gegenleistung zahlt. Dass neben Gladbach noch Hertha BSC und Mainz 05 bis zum vorletzten Spieltag Aussicht auf Rang 4 hatten, sagt alles über die angeblich so starke Bundesliga aus.

Borussia hat die Gunst der Stunde erneut genutzt und dafür haben alle Respekt verdient. Angefangen mit André Schubert, dem nach wie vor mit einer Grundskepsis begegnet wird. Auch von den Fans. Oder kann sich jemand an ›André-Schubert-Sprechchöre‹ erinnern? Der Trainer hat sich in den Monaten in Gladbach entwickelt, was im überzeichneten Schatten von Lucien Favre alles andere als einfach war und ist.

Gleichermaßen hat Max Eberl in dieser Saison sein Profil weiter geschärft. Er hat sich nach dem ›Favre-Schock‹ kurz geschüttelt und mit seinem besonnenen Krisen-Management dafür gesorgt, dass es nicht zum totalen Kollaps gekommen ist. In der Kaderplanung bestätigte Eberl das hohe Niveau der Vorjahre: Christensen, Elvedi und Stindl avancierten zu festen Größen, die endgültige Verpflichtung von Hazard entpuppte sich als gelungener Schachzug. Die Borussen können von Glück sagen, dass Max Eberl die Interessen der Raute vertritt, wenn der Transfermarkt in den nächsten Wochen und Monaten in neue Dimensionen stoßen wird.

Nicht zuletzt ist der Mannschaft großer Respekt zu zollen. Sie musste nach dem Katastrophenstart mit einem neuen Trainer komplett neu anfangen. Wie dieser Reboot, trotz der vielen Verletzungsprobleme, gelungen ist und dass er letztlich den 4. Tabellenplatz gebracht hat, spricht für eine große Qualität innerhalb des Teams. Fußballerisch, aber auch vom Charakter her.

Jetzt dürfen alle einmal tief durchatmen und dann geht der Blick nach vorne. Die Aufgaben sind anspruchsvoll, die Herausforderungen spannend und ziemlich groß. Aber alle Borussen dürfen sich darauf vorbehaltlos freuen, weil klar sein muss: Es hätte auch so laufen können wie beim VfB ...

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