Ernüchternde Rückrundenbilanz

Mitleiderregend

von von Marc Basten
André Schubert - ernüchternde Rückrundenbilanz (Foto: Team2 Sportphoto)

André Schubert - ernüchternde Rückrundenbilanz (Foto: Team2 Sportphoto)

Borussia Mönchengladbach vergeigt den Saisonendspurt. Mit der peinlichen 0:2-Niederlage in Hannover kann der Traum von der Champions League begraben werden.

BWas bitte ist mit Borussia Mönchengladbach los? Da wird der Tabellendritte Hertha BSC mit 5:0 aus dem Borussia-Park gejagt und das Team manövriert sich zum Saisonendspurt in eine hervorragende Ausgangsposition. Anstatt jedoch mit breiter Brust weiterzumachen, folgt die Minusleistung in Ingolstadt und nun das mitleiderregende 0:2 in Hannover. Borussia vergeigt die Champions League.

Die Aufarbeitung der 92 Minuten im ehemaligen Niedersachsen- und künftigen Zweitligastadion fällt nicht leicht. Zunächst wirkten die Gladbacher irgendwie pomadig, aber zumindest defensiv weitestgehend geordnet. Nach dem ersten Gegentor wurde es dann chaotisch. Ein schneller Doppelwechsel, verbunden mit Verschiebungen und Umstellungen in allen Mannschaftsteilen sorgte für ein sichtliches Durcheinander.

Hannover, gerade wachgeküsst durch das Führungstor, nutzte die Gladbacher Findungsphase zum zweiten Treffer. Bezeichnend, dass Johnson und Elvedi entscheidend beteiligt waren, die gerade neue Positionen eingenommen hatten.

Traten die Borussen zu Beginn noch etwas selbstgefällig auf, herrschte nach dem Doppelschlag pure Hilflosigkeit vor. Das Spiel war konfus, ohne Abstimmung und fast nur auf Zufall aufgebaut. Hannover, in dieser Saison das Synonym für schreckliches Abwehrverhalten, verteidigte die größtenteils jämmerlichen Angriffsbemühungen der Gladbacher locker und souverän.

Ganz klar: Borussia Mönchengladbach hat nach dieser Rückrunde in der Champions League nichts verloren. Obwohl zwischenzeitlich eine Stabilisierung und eine positive Entwicklung festzustellen war, spricht die zweite Halbserie eine deutliche Sprache: Borussia punktet wie ein Team aus dem unteren Tabellenmittelfeld. Da gibt es nichts schönzureden, zumal es im Jahr 2016 keine Doppel- oder Dreifachbelastung und so viele Trainingstermine gab, dass diese gerne mehrfach abgesagt wurden.

In den letzten vier Partien geht es darum, wenigstens die Europa League zu sichern. Dann ist Zeit, die Rückrunde aufzuarbeiten. Dass dabei grundlegende Dinge hinterfragt werden müssen, dürfte spätestens seit dem Auftritt in Hannover klar sein.

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