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Mitgliederversammlung: Minus, Mut und klare Worte

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Eugen Polanski und Rouven Schröder bei der Jahreshauptversammlung am Montag (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach hat auf der Mitgliederversammlung am Montagabend vor 1.623 Mitgliedern die Bilanz des Geschäftsjahres 2025 präsentiert – und dabei nicht nur Zahlen, sondern auch deutliche Worte geliefert.

Die Zahlen: Verlust trotz Umsatzplus

Die Borussia schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von vier Millionen Euro ab – nach 2,4 Millionen Euro Minus im Vorjahr. Erschwerend wirkte eine Steuernachzahlung von knapp 800.000 Euro infolge einer Betriebsprüfung für die Jahre 2020 bis 2023. Trotzdem stieg der Gesamtumsatz von 184,8 auf 189,3 Millionen Euro.

Zuwächse gab es bei den Spielerträgen (26,4 Mio. Euro, +3 Mio.), den Werbeerträgen (44,1 Mio. Euro, +2 Mio.) sowie beim Bereich Handel, der um vier Millionen Euro auf 28,2 Millionen Euro zulegte – maßgeblich durch das 125-jährige Vereinsjubiläum. Die Transfererträge kletterten leicht auf 19,7 Millionen Euro, getragen durch die Abgänge von Ko Itakura, Alassane Plea und Julian Weigl.

Belastend entwickelten sich hingegen die TV-Erträge, die erneut sanken – von 65 Millionen Euro auf nur noch 59,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2023 lagen sie noch bei 68,2 Millionen Euro. Die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg ist damit einmal mehr sichtbar.

Die Personalkosten wurden um knapp vier Millionen Euro auf 94,6 Millionen Euro reduziert. Das Eigenkapital beläuft sich auf 44,9 Millionen Euro, was einer Quote von rund 25,4 Prozent entspricht. Vorstandsmitglied Stegemann ordnete die Lage als »Konsolidierungsphase« ein.

Schröder: Mut und ein gutes Transferfenster

Sportchef Rouven Schröder, seit Oktober im Amt, gab erstmals vor den Mitgliedern seine Bestandsaufnahme ab. Seine Diagnose fiel klar aus: Der Kader brauche Veränderung, und es brauche »Mut – Mut zur Veränderung, Mut zu Entscheidungen, Mut zur Konsequenz.« 

Für den Sommer forderte er ein starkes Transferfenster – wohl wissend, dass der Markt durch die Weltmeisterschaft träge reagieren und Gelder spät fließen werden. Gleichzeitig müssen die Kaderkosten weiter sinken, was angesichts von fünf aus Leihen zurückkehrenden Spielern – darunter Jonas Omlin, und Tomas Cvancara – eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Ein klarer Auftrag sei zudem die stärkere Einbindung eigener Talente, die in der Vorbereitung eine Chance erhalten sollen.

Polanski will Arschlöcher - Bonhof spricht von einem »Scheißjahr«

Trainer Eugen Polanski trat ungeplant ebenfalls ans Mikrofon und räumte ein, dass die Saison nicht seinem Anspruch an Erfolg entspreche – der Klassenerhalt sei in diesem Jahr aber das erklärte Ziel. Er betonte seine Überzeugung, den Verein in der Liga zu halten, mahnte aber auch: Es fehle manchem Spieler die nötige Gier. Sein pointiertes Fazit: »Wir haben sehr liebe Spieler. Wir brauchen aber auch ein paar Arschlöcher in der Mannschaft.« Polanski wirkte bei seinen Aussagen so, als ob er sich sicher sei, auch in der kommenden Saison auf der Trainerbank zu sitzen.

Präsident Rainer Bonhof ließ den Emotionen freien Lauf. »Ein Scheißjahr«, fasste er zusammen und kämpfte mit den Tränen. Er habe die Stabilität des Vereins höher eingeschätzt – diese Erwartung habe sich nicht erfüllt. Ungewöhnlich deutliche Aussagen kamen aus dem Aufsichtsrat. Dessen Chef Michael Hollmann kündigte nach der Saison »einen klaren Schnitt« an und forderte eine veränderte Gangart. 

 

von Redaktion TORfabrik.de

 


 

Unser Fotograf Norbert Jansen war im Borussia-Park dabei und hat einige Eindrücke mitgebracht: 

 

 

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