Ein typischer Hinteregger

Lucky Hunter

von von Marc Basten
Hinteregger reißt Ronaldo um (Foto: Clive Rose / Getty Images)

Hinteregger reißt Ronaldo um (Foto: Clive Rose / Getty Images)

Neben einem Flitzer, der mit der Fotofunktion seines Handys zu kämpfen hatte, war am Samstagabend Martin Hinteregger der glücklichste Mann im Parc des Princes.

Noch bis 30. Juni steht Martin Hinteregger offiziell bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag. Die EM-Teilnahme des 23-Jährigen für Österreich bringt für die Borussen eine Entschädigung für die Abstellung sowie den statistischen Effekt, dass die Gladbacher bei dieser Endrunde insgesamt vier Profis stellen.

Und obwohl Martin Hinteregger das Kapitel Borussia abgeschlossen hat, lohnte es sich, am Samstagabend etwas genauer hinzuschauen. Hinteregger traf mit Österreich auf Portugal und stand auch in diesem zweiten Gruppenspiel in der Startelf. Nachdem er bei Borussia zuletzt überhaupt nicht mehr im Einsatz war, konnte das Duell gegen die hochgehandelten Portugiesen durchaus als Qualitätsnachweis dienen: Was hat der ›Hunter‹ denn nun wirklich drauf?

90 Minuten standen Martin Hinteregger und seine Kollegen im Parc des Princes unter Dauerdruck. Portugal war in einem einseitigen Spiel hoch überlegen, doch am Ende ›ermauerten‹ sich die Österreicher ein torloses Remis. Hinteregger stand folgerichtig mehrfach im Brennpunkt. Zunächst brachte er seinen Torwart Robert Almer mit einem Rückpass aus kurzer Distanz in Bedrängnis. Der Keeper schoss den Ball panikartig nach vorne, traf Hinteregger und von diesem kullerte das Leder zur Ecke. Um ein Haar wäre es ein weiteres Eigentor der Marke Hinteregger geworden.

Hinteregger reißt Ronaldo um

Ansonsten warf sich der 23-Jährige mehrfach mit vollem Einsatz in die Schüsse der Portugiesen, mehrfach kreuzten sich seine Wege mit Cristiano Ronaldo. Ein paar mal blockte Hinteregger den Superstar erfolgreich, doch dann gab es in der 78. Minute eine folgenschwere Begegnung: Eine der unzähligen Flanken segelte in den Strafraum der Österreicher, Hinteregger begab sich in den Infight mit Ronaldo und riss den mehrfachen Weltfußballer um. Das war so klar und deutlich, dass es gar keinem herzzerreißenden Gejammer von Ronaldo bedurfte - es war ein klarer Elfmeter.

Der Gefoulte trat selbst an und bestätigte die unbestätigte alte Fußballweisheit. Sein Schuss klatschte an den Pfosten und gleichzeitig fielen Martin Hinteregger tonnenschwere Steine vom Herzen. Da er und seine Kollegen auch die Schlussphase ohne Gegentor überstanden, konnte sich Hinteregger neben seinem Keeper Almer als Matchwinner fühlen. Es war so gerade nochmal gutgegangen ...

Wieder ›verschnarchte‹ Aktionen von Hinteregger

Aus Gladbacher Sicht unterstrich Hintereggers Vorstellung in Paris die Einschätzung der sportlichen Leitung der Fohlenelf, von einer millionenschweren Verpflichtung Abstand zu nehmen. Hinteregger zeigte Einsatz und auch ein paar fußballerische Ansätze, aber auch einige ›verschnarchte‹ Aktionen. Mehrfach reagierte er den entscheidenden Tick zu spät, wenn es schnell ging. Genau das konnte man auch bei seinen Spielen bei Borussia beobachten.

Nach einer Niederlage und einem Remis hat Hinteregger mit seinen Österreichern weiter die Chance aufs Achtelfinale - der Modus machts möglich. Am Mittwoch um 18 Uhr in Lyon geht es in Paris St. Denis gegen Island um alles. Bleibt Hinteregger im Turnier, erhält Borussia Mönchengladbach weitere Tagessätze Abstellungsgebühr.

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