Das Gesicht der Borussia

Kramer will die Führungsrolle

von von Marc Basten
Rückkehrer Christoph Kramer (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Rückkehrer Christoph Kramer (Foto: Norbert Jansen / Fohlenfoto)

Christoph Kramer ist wieder bei Borussia. Allein die Vorstellung lässt die Herzen der Fußballromantiker höher schlagen. Was Kramer bei seiner Vorstellung sagte, ohnehin. Aber auch davon ab macht der Transfer Sinn.

Christoph Kramer ist ein »cleverer Junge«, wie Max Eberl am Mittwoch bei der Vorstellung des Rückkehrers im Borussia-Park sagte. Kramer umschiffte bei seiner ›Antrittsrede‹ die Klippe Leverkusen, indem er seinen Wechsel nicht als »Flucht« verstanden wissen wollte. In Leverkusen, so betonte Kramer, »war ich gerne«.

Gleichzeitig machte er deutlich, dass ihm die ganze Zeit etwas gefehlt hat. »Herz und Leidenschaft«, was er in den zwei Jahren in Mönchengladbach empfunden habe, aber eben nicht bei Bayer.

Die Fußballromantiker unter den Gladbachfans juchzen auf angesichts dieser Vorstellung. Der Junge hat erkannt, dass es nur einen wahren Verein gibt ...

Doch auch ganz nüchtern betrachtet macht der Transfer Sinn. Borussia hatte dringenden Bedarf im Mittelfeld und suchte einen Spieler, der sofort funktioniert und gleichzeitig eine längerfristige Lösung ist. Christoph Kramer ist da, ungeachtet einer Anpassung an das veränderte Spielsystem, der ideale Mann.

Zum einen natürlich fußballerisch, zum anderen aber auch vom Typ her. Selbst wenn manche Aussage kalkulierte ›Kamelle fürs Publikum‹ war, so ist der Kern der Sache unverkennbar. Christoph Kramer will diese Führungsrolle, er identifiziert sich vollends mit der Aufgabe - und mit Borussia.

Für ihn ist Borussia Mönchengladbach nicht (mehr) nur der Karrierezwischenschritt hin zu einem ›großen Verein‹, sondern er will die besten Jahre als Fußballer im Trikot mit der Raute erleben. Der Fünfjahresvertrag ist ein deutliches Signal, selbst wenn natürlich jeder weiß, dass Vertragslaufzeiten oft Makulatur sind.

Schlucken muss man sicherlich angesichts der geschätzten Ablöse von 15 Millionen, die Borussia nach Leverkusen zahlen muss. Vor wenigen Jahren wäre es unvorstellbar gewesen, solch einen Betrag auf den Tisch zu legen. Selbst für einen Weltmeister. Doch die Zeiten haben sich bekanntlich geändert, was nicht zuletzt der Xhaka-Transfer gezeigt hat. Die aktuell ›marktüblichen‹ Preise liegen locker um zwei Drittel über dem Niveau von 2010.

Von daher ist es zwar immer noch eine Menge Geld, aber unter den aktuellen Gegebenheiten bleibt alles im Rahmen. Zumal sie bei Borussia sehr gut einschätzen können, was für einen Spieler sie da zurückgeholt haben. Christoph Kramer ist clever - und er könnte das Gesicht der Borussia werden. Das würde dann auch wieder die Fußballromantiker erfreuen.

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